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20.12.2017

Auf Entdeckungsreise zu nachhaltigen Quartieren

Deutsch-französisches TANDEM: Vom 22. bis 23. November 2017 von Karlsruhe nach Strasbourg


Am 22. und 23. November organisierte das TANDEM-Team eine Studienreise von Karlsruhe nach Strasbourg über Ettlingen und Haguenau zum Thema energetische Quartierssanierung. Diese beiden Tage waren für die 25 TeilnehmerInnen aus französischen und deutschen Kommunen sehr intensiv. Das Programm beinhaltete Besichtigungen exemplarischer Standorte auf beiden Seiten des Rheins sowie das Kennenlernen und Austausch von Instrumenten, um die Energiewende voranzutreiben.

Erster Halt auf der Tour war in Karlsruhe das Quartier Rintheimer Feld, das  von der Karlsruher Volkswohnung vorgestellt wurde, sie hatte auch die Federführung bei der Sanierung des Quartiers übernommen. Der Sanierungsprozess ging weit über die alleinige energetische Sanierung der Gebäude nach der geltenden Energieeinsparverordnung hinaus: Besondere Aufmerksamkeit wurde dem barrierefreien Zugang des Quartiers gewidmet, was auch eine Umgestaltung der Grünflächen zur Folge hatte. Zur Unterbringung von Besuch durch Freunde und Verwandte wurde eine tageweise anmietbare Wohnung in einem der Wohnblocks eingerichtet. Nach einem Rundgang durch das Viertel wurde der Besuch in Rintheim mit einer Vorstellung des Projektes „Karlsruher Energiequartiere“ durch die Karlsruher Energieagentur KEK abgeschlossen. Das Projekt verfolgt das Ziel einer beschleunigten energetischen Sanierung von drei Quartieren in Karlsruhe.

Zweites Etappenziel der Reise war Ettlingen, südlich von Karlsruhe. In Ettlingen, von Beginn an in TANDEM engagiert, präsentierten die Energieagentur Landkreis Karlsruhe und die Stadtwerke das Stadtteilsanierungskonzept für das „Musikerviertel“. Ambitionen und Beispielcharakter des Projektes werden mit einer Förderung durch das Bundesumweltministerium im Rahmen des Programms "Klimaschutz-Modellprojekte" belohnt. Von besonderer Bedeutung ist die Klimaneutralität des Viertels, die großteils durch eine Nahwärmeversorgung aus erneuerbaren Energien verbunden mit einer Kraft-Wärme-Kopplung erreicht wird. Die Sanierungsarbeiten beginnen Anfang 2018.

Der erste Tag endete auf der anderen Rheinseite in Haguenau mit der Vorstellung des elsässischen Programms „Oktave“. Durch Beratung und finanzielle Unterstützung soll die umfassende energetische Gesamtsanierung für Hausbesitzer vereinfacht werden. Eine der Besonderheiten des Systems ist die Bildung von Handwerkergruppen. Dieser Ansatz wurde intensiv debattiert, wobei die Frage der Mobilisierung der Hauseigentümer nach wie vor eine Herausforderung darstellt.

Der zweite Tag führte durch Straßburg, wo zunächst das Wohnungsbauunternehmen „Habitation Moderne“ die energetische Sanierung der „Cité de l'Ill“ vorstellte. Höhepunkt der Vor-Ort-Begehung war die Besichtigung der Nahwärmewärmezentrale, die 2013 von Schweröl auf Biomasse und Erdgas für die Spitze umgestellt wurde. Aber auch die Herausforderungen der energetischen Sanierung im sozialen Wohnungsbau wurden ausgiebig erörtert.

Weiter ging es in Richtung Lingolsheim, südwestlich von Straßburg, für einen Besuch im gerade in Sanierung befindlichen „Quartier des Hirondelles“, sowie im benachbarten „Eco-quartier des Tanneries“. Das Stadtquartier Hirondelles hat durch die Ankunft der Straßenbahn stark an Attraktivität gewonnen. Ziel dieses ehrgeizigen Stadterneuerungsprojektes ist es, ihm eine menschlichere Dimension zu verleihen, indem es neben Sanierung auch den Abriss der ältesten Häuserblocks und die Rekonstruktion attraktiver und energieeffizienter Wohnungen kombiniert.

Die Reise endete bei der Eurométropole. Dort wurden das neue nationale französische Stadterneuerungsprogramm (NPNRU) und das Programm Opérationnel de Prévention et d'Accompagnement des Copropriétés (POPAC) vorgestellt. Die Eurométropole de Strasbourg hat einen umfassenden Aktionsplan für die soziale und städtische Verbesserung aufgestellt, zu dem auch das Programm POPAC gehört. Zusammen mit seinem Netzwerk von Verbänden bemüht sich die Eurométropole, die Schwierigkeiten zu beheben, mit denen Wohneigentümergemeinschaften im Bereich der energetischen Sanierung konfrontiert sind.

Am Ende dieser Reise hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen guten Überblick über die Möglichkeiten, die in Frankreich und Deutschland bestehen, um im Bereich der energetischen Sanierung von Stadtquartieren voranzukommen. Sie stimmten darin überein, dass es auf beiden Seiten des Rheins viele Synergien gibt!

Über TANDEM

Das 2014 gestartete TANDEM Projekt hat zum Ziel ein besseres gegenseitiges Verständnis zu den Herausforderungen des Klimaschutzes und der Energiepolitik zu fördern. Neben der Bildung kommunaler Klimaschutzpartnerschaften vertiefen Themenpapiere und Webinare Aspekte der Energiewende in Deutschland und Frankreich.

www.tandem-staedte.eu

Kontakt

KEA: Claire Mouchard (claire.mouchard(at)kea-bw.de )
Klima-Bündnis e.V.: Anne Turfin (a.turfin(at)klimabuendnis.org)
Energy Cities: Peter Schilken (peter.schilken(at)energycities.eu)

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