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11.04.2017

Energiepolitisches Forum von ZSW und KEA – ein Resümee

Welche Geschäftsmodelle gibt es für die Energiewende? Mit diesem Thema befassten sich die energiepolitischen Sprecher der Landtagsfraktionen am 23. März beim energiepolitischen Forum. Eingeladen hatten das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoffforschung Baden-Württemberg (ZSW) und die KEA.


Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, welche neuen erfolgversprechenden Geschäftsmodelle im Rahmen der Energiewende bereits auszumachen sind und wie die Landespolitik diese unterstützen kann. In die sich anschließende Podiumsdiskussion wurden auch Fragen und Beiträge aus dem Publikum einbezogen. In seiner Begrüßung hatte Dr. Andre Baumann, Staatssekretär im Umweltministerium, auf die Chancen der Digitalisierung für die Energiewende hingewiesen.

Nach einem Tandem-Vortrag von ZSW-Geschäftsführer Prof. Dr. Frithjof Staiß und Dr. Volker Kienzlen von der KEA stellten die energiepolitischen Sprecher der Landtagsfraktionen ihre Positionen dar: MdL Jutta Niemann (Bündnis 90/Die Grünen), MdL August Schuler (CDU), MdL Gernot Gruber (SPD) und MdL Gabriele Reich-Gutjahr (FDP) waren anwesend, der Vertreter der AfD hatte krankheitsbedingt abgesagt.

Deutlich wurde, dass die Vermarktung von dezentral und erneuerbar erzeugtem Strom („Community-Geschäftsmodelle“) erleichtert werden sollte. Im Wärmesektor wurde deutlich, dass eine systematische kommunale Wärmeplanung nicht als Last, sondern als Daseinsvorsorge begriffen werden sollte, die Chancen und Gestaltungsmöglichkeiten für die Kommunen eröffnen. Redner wiesen hierzu auch auf die vom Bund in der Kommunalrichtlinie angebotene attraktive Förderung für Klimaschutzteilkonzepte zur integrierten Wärmenutzung hin.

Genossenschaften, die Erneuerbare-Energien-Anlagen errichten oder Wärmenetze betreiben, setzen bereits heute erfolgreiche Geschäftsmodelle der Energiewende um. Im Zusammenhang mit einer kommunalen Wärmeplanung können Genossenschaften auch mit dem Aufbau von Wärmenetzen auf Basis erneuerbarer Energien aktiv werden. Mögliche Geschäftsfelder für Genossenschaften im Bereich der Energieeffizienz stehen hingegen noch am Anfang und sollten daher besondere Unterstützung erhalten.

Unabhängig vom Genossenschaftsmodell kamen die Vorteile des Energiespar-Contractings zur Sprache. Eine Empfehlung: Um die finanziellen Auswirkungen von Investitionen besser abzubilden, sollten vergleichende Wirtschaftlichkeitsrechnungen auf der Basis der Lebenszykluskosten (life cycle costs, LCC) erstellt werden. Ob man dies (für Kommunen) zur Pflicht machen sollte, war allerdings umstritten.

Im Verkehrsbereich stand vor allem die fehlende Planungssicherheit für die Entwicklung der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge im Raum. Abschließend ging es um die Frage, ob im gesamten Energiesektor nicht öffentlich verfügbare Daten, beispielsweise zu Erdgasleitungen, offen gelegt und nutzbar gemacht werden sollten („open data“). Studien lassen erwarten, dass sich auf Basis solcher Daten ein Milliarden schwerer Markt entwickeln kann.  Verschiedene Redner wiesen hierbei auf die notwendige Abwägung zwischen dem Nutzen neuer Dienstleistungen und den berechtigten Anforderungen des Datenschutzes hin.

Die Veranstaltung war mit über 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmern gut besucht. Der nächste Termin ist für das erste Quartal 2018 geplant.

Impressionen (Fotos: KEA)


Über 100 Teilnehmer diskutierten mit den Parlamentariern über die Energiewende.


Umweltstaatssekretär Dr. Andre Baumann eröffnete die Veranstaltung.


Im Tandem präsentierten Prof. Frithjof Staiß (Foto) und Dr. Volker Kienzlen ihren Impulsvortrag.


Christina Schwarz (SWR) moderierte den Abend.

 
Die Veranstalter formulierten fünf Leitfragen, zu denen die energiepolitischen Sprecher Position bezogen.


Zahlreiche Fachleute im Publikum diskutierten mit - die energiepolitischen Sprecher hatten ein offenes Ohr.


Der anregende Dialog setzte sich beim anschließenden Ausklang im Museumsrestaurant fort.

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