Nordsee bleibt trotz Eiswinters 2010 zu warm
Trotz des langen und kalten Winters 2010 ist die Nordsee zu warm geblieben.
Laut Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie in Hamburg lag die
Wassertemperatur im vergangenen Jahr wegen des Klimawandels durchschnittlich um mehr als ein Grad über dem Wert vergangener Jahrzehnte.
Selbst im Januar sank die Temperatur nur knapp unter das langjährige Mittel. Damit dauert die aktuelle Warmphase von Nord- und Ostsee seit 23 Jahren an. Normal waren früher Zyklen von acht bis zwölf Jahren.
Zur ersten Fahrt des Jahres wurde jetzt das BSH-Forschungsschiff «Wega» und seine Besatzung verabschiedet. Auf dem Programm stehen Vermessungen des Meeresbodens, Wasseruntersuchungen und die Suche nach Schiffswracks. Mit an Bord ist jetzt auch ein ferngesteuertes Unterwasserfahrzeug, das die Taucher unterstützen soll.
Klimaatlas für Deutschlands Regionen
Langfristige Temperaturmessungen zeigen deutlich, dass der Trend zur Erwärmung in Deutschland ungebrochen ist, obwohl der kalte Winter vermuten lassen könnte, der Klimawandel habe ausgesetzt. Wie sich der Klimawandel in den verschiedenen Regionen künftig auswirken könnte, zeigt der Regionale Klimaatlas Deutschland, erarbeitet von den Regionalen Klimabüros der Helmholtz-Gemeinschaft.
Ab sofort sind unter
www.regionaler-klimaatlas.de zukünftige Klimaszenarien für die deutschen Bundesländer öffentlich abrufbar.
Der Nutzer kann verschiedene Klimaelemente wie beispielsweise Temperatur, Niederschlag und Wind auswählen und sich mögliche künftige Änderungen zu unterschiedlichen Jahreszeiten in verschiedenen Bundesländern anzeigen lassen.
Auch wenn es zukünftig in ganz Deutschland wärmer wird, können sich die Klimaveränderungen im Jahresdurchschnitt bis zum Jahr 2100 regional doch sehr unterschiedlich ausprägen. So scheint sich beispielsweise die zu erwartende Erwärmung im Jahresdurchschnitt bis Ende des 21. Jahrhunderts in Baden Württemberg mit 2,2 bis 6,3°C am stärksten auszuprägen. Dagegen kann in Schleswig-Holstein die Erwärmung mit 2 bis 4,4° C zwar vergleichsweise schwächer ausfallen, jedoch muss hier mit der bundesweit höchsten Niederschlagszunahme im Jahresdurchschnitt gerechnet werden.
Hinsichtlich der zu erwartenden Klimaänderungen befinden sich die mitteldeutschen Bundesländer Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt nicht nur geographisch in der Mitte Deutschlands.
Bis zum Ende des Jahrhunderts wird sich auch in der kalten Jahreszeit der Erwärmungstrend in ganz Deutschland fortsetzen. Im Rahmen natürlicher Schwankungen kann es zwar auch in Zukunft kalte Winter geben, jedoch werden diese seltener. Die Klimarechnungen weisen außerdem auf eine flächendeckende Zunahme des Winterniederschlages hin, jedoch wegen der höheren Temperaturen wahrscheinlich größtenteils in Form von Regen.
Die Winterniederschläge können bis Ende des Jahrhunderts in Bayern (bis zu 75%) und in Mecklenburg-Vorpommern (bis zu 63%) am stärksten zunehmen. Zusätzlich können bis Ende des Jahrhunderts bundesweit die Sturmstärken zunehmen, am stärksten betroffen auch hier Mecklenburg-Vorpommern mit einer Zunahme bis zu 13%.
Im Sommer ist bis Ende des Jahrhunderts bundesweit mit der stärksten Erwärmung zu rechnen. Gleichzeitig können sommerliche Niederschläge und Windgeschwindigkeiten innerhalb dieses Jahrhunderts in allen Bundesländern deutlich abnehmen.
Dieser Trend wird sich voraussichtlich in Baden-Württemberg am stärksten vollziehen. Hier kann je nach Entwicklung der Treibhausgasemissionen die sommerliche Erwärmung bis Ende des Jahrhunderts zwischen 2,7 und 8,9°C liegen. Der Sommerniederschlag kann in diesem Bundesland zwischen 18 und 51% abnehmen.
Grundlage des Regionalen Klimaatlas Deutschland sind für Deutschland verfügbare Klimarechnungen, die mit dynamischen regionalen Klimarechenmodellen durchgeführt wurden. Hierzu zählen bisher folgende Klimarechenmodelle: COSMO-CLM, das gemeinschaftliche regionale Klimarechenmodell von über 30 internationalen Forschungseinrichtungen, sowie REMO, das regionale Klimarechenmodell des Max-Planck-Instituts für Meteorologie und das regionale Klimarechenmodell des Schwedischen Wetterdienstes, RCAO. In die regionalen Klimarechenmodelle sind jeweils Szenarien unterschiedlicher Treibhausgaskonzentrationen eingegangen, die vom UN-Weltklimarat IPCC erstellt wurden. Bisher sind insgesamt 12 verschiedene Klimarechnungen in den Klimaatlas eingegangen. Die räumliche Auflösung der einzelnen Klimarechnungen liegt derzeit zwischen 50 und 10 km. Die Auswertung ist für jedes Bundesland gebietsmittelweise erfolgt.
Quelle: Helmholtz-Gemeinschaft
Schadstoffbelastung in Deutschland weiter gestiegen
Nach einer Auswertung des Umweltbundesamtes ist die Schadstoffbelastung der Luft in Deutschland im vergangenen Jahr weiter gestiegen. Vor allem in Städten und Ballungsräumen traten Überschreitungen der Grenzwerte auf. So war die Belastung an 55 Prozent der städtisch verkehrsnahen Luftmessstationen höher als der seit Jahresbeginn einzuhaltende Grenzwert von 40 Mikrogramm je Kubikmeter Luft.
Trotz Maßnahmen in Bund, Ländern und Kommunen überschritten auch die Feinstaubkonzentrationen, die witterungsbedingt schwanken können, im vergangenen Jahr erneut die Grenzwerte. Seit 2005 gilt der Mittelwert von 50 Mikrogramm Feinstaubpartikel pro Kubikmeter Luft als Grenzwert. An mehr als 35 Tagen wurden von 23 der insgesamt 408 Messstationen diese Grenzwerte überschritten. Erlaubt sind den Kommunen von der EU 35 Tage pro Jahr, an denen überschritten werden darf. Wird dieser Grenzwert überschritten, müssen Maßnahmen zur Reduzierung der Feinstaubbelastung in die Wege geleitet werden.
Heizsysteme mit erneuerbaren Energien legen weiter zu
Marktanreizprogramm des Bundesumweltministeriums bewährt sich als Investitionsmotor
Das im Jahr 2008 novellierte und aufgestockte Marktanreizprogramm des Bundesumweltministeriums bewährt sich auch in der Finanzkrise als Motor für mehr Investitionen in erneuerbare Energien. Bereits 1,6 Milliarden Euro wurden in Heizsysteme mit erneuerbaren Energien investiert.
In den vergangenen 12 Monaten bewegte sich die Nachfrage nach Förderungen für Heizsysteme mit erneuerbaren Energien auf Rekordhöhe: Beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) wurden 290.000 Anträge gestellt, das sind 60 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum zuvor.
Diese Entwicklung wird in Baden-Württemberg zunehmen, wenn ab dem 1. Januar 2010 das Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWärmeG) des Landes für den Gebäudebestand gilt. Das EWärmeG sieht vor, dass zehn Prozent des Wärmebedarfs von bestehenden Wohngebäuden künftig über erneuerbare Energien abgedeckt werden. Ersatzweise ist auch eine Wärmedämmung möglich, wenn dadurch der Energieverbrauch erheblich sinkt. Das Gesetz kommt für Hausbesitzer zum Tragen, wenn sie die Heizungsanlage erneuern lassen.
Quelle: BMU, Zukunft Altbau
Ströme aus den Subtropen schmelzen Grönlands Eisberge
Die amerikanische Klimaforscherin Ruth Curry und ihre Kollegen von der Woods Hole Oceanographic Institution in Massachusetts sind im August um die majestätischen Eisberge im Sermilik-Fjord, südöstlich von Grönland, gefahren. Sie fanden Hinweise, dass Ströme aus niedrigeren Breitengraden oder subtropische Wassermassen bis hinauf in diese entlegene, kühle Region vordringen.
Arktische Ströme, die für gewöhnlich diese Region dominieren, weichen zunehmend subtropischen Gewässern, die vom Golfstrom nordwärts getrieben werden. Eigentlich ein völlig natürlicher Prozess, aber die deutlich steigenden Temperaturen in den subtropischen Ozeanen deuten darauf hin, dass die Balance aus dem Gleichgewicht geraten ist.
Die Forschergruppe schöpfte 4°Grad warmes Wasser aus den Tiefen des Sermilik-Fjordes, gemessen wurde das Wasser an seiner Quelle und auch das Ansteigen der Temperatur „ in einer Deutlichkeit, die sich ohne den menschlichen Einfluss nicht erklären lässt….“ Ein klarer Hinweis auf die Wechselwirkung zwischen den Ozeanen und der Klimaerwärmung.
Diese Entdeckung kann zusammen mit ähnlichen Daten aus Westgrönland Aufschluss darüber geben, warum die Gletscher seit dem vergangenen Jahrzehnt schneller wandern - und schmelzen. Ein alarmierendes Phänomen, denn das Abschmelzen des Eises beschleunigt den Anstieg der Meeresspiegel.
Die Meere sind eine der wichtigsten Naturkräfte gegen den Treibhauseffekt. Sie absorbieren rund die Hälfte des vom Menschen produzierten CO2s. Aber das Wasser dehnt sich auch aus, wenn es wärmer wird. Und so steigen die Meeresspiegel. In der Zeit von Juni bis August war die Oberflächentemperatur der Ozeane die Wärmste seit Beginn der Messungen 1880. Mit 17 Grad lag sie 0,6 Grad über dem Durchschnitt des 20. Jahrhunderts.
Der Nordatlantik war von den Temperaturschwankungen besonders betroffen. Die vordringenden Meeresströme waren laut Wissenschaftler Helge Drange von der Universität Bergen um zwei Grad wärmer als noch in den 90er Jahren.
Der Einfluss auf die Ökosysteme war gewaltig. Plötzlich haben Fische im hohen Norden gejagt, die sich vorher nie dorthin getraut hätten. Mehr als zwanzig Fischarten sind erstmals vor Island gesichtet worden, darunter Blauhaie und Butte. Die Einwohner der Insel freuen sich besonders über den Kabeljau.
Die Klimaforscherin Curry aber warnt, dass es für die natürlichen Bewohner der Region dagegen eng werde und Eisbären und Robben ihren Lebensraum verlieren. „Wir bewegen uns auf ein Klimaextrem zu. Und das wird ein Schneeballeffekt.“
Förderung der Vor-Ort-Energieberatungen in Wohngebäuden durch Ministerium für Bundeswirtschaft verbessert
Seit dem ersten Mai 2008 gelten für Hausbesitzer veränderte Förderbedingungen bei der Vor-Ort-Beratung in Wohngebäuden: Die Zuschüsse steigen und der Anwendungsbereich wird ausgedehnt.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie fördert Energieberatungen in Wohngebäuden im Rahmen des „Vor-Ort-Beratungsprogramms“ durch finanzielle Zuschüsse. Die Konditionen dieses Programms werden jetzt erheblich verbessert. Eine Vor-Ort-Beratung wird nun mit bis zu 350 Euro einschließlich Stromeinsparberatung unterstützt. Die Zuschüsse dürfen nicht höher als 50 % sein und gelten für Gebäude, für die vor dem 1. Januar 1994 eine Baugenehmigung erteilt wurde. Zudem können jetzt auch separate Thermografiegutachten oder die zusätzliche Integration von thermografischen Untersuchungsergebnissen in den Vor-Ort-Beratungsbericht gefördert werden. Auch eine Beratung zur Stromeinsparung wird bei Bedarf einbezogen.
Mit intelligenter Einsparung von Energie in bestehenden Wohngebäuden können Eigentümer und Mieter bei gleich bleibendem oder verbessertem Wohnkomfort viel Geld sparen und zugleich einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Eine qualifizierte und unabhängige Energieberatung bietet dabei in zahlreichen Fällen die entscheidende Grundlage, damit das Geld, das in die energetische Sanierung oder Modernisierung von Wohngebäuden investiert wird, zu möglichst umfangreichen Einspareffekten führt.
Eigentümer (und Mieter mit Zustimmung des Eigentümers) erhalten Gutachten mit detaillierten technischen Hinweisen beispielsweise darüber, ob Verbesserungen des Wärmeschutzes bauphysikalisch sinnvoll erscheinen, eine Umstellung oder Erneuerung der Heizungsanlage empfehlenswert ist und eine Nutzung erneuerbarer Energien in Betracht kommt. Gleichzeitig wird der erforderliche finanzielle Aufwand ermittelt und die Wirtschaftlichkeit der entsprechenden Investition errechnet.
Die Gutachten werden von einem qualifizierten und anbieterunabhängigen Ingenieur/einer Ingenieurin oder einem/einer Gebäudeenergieberater/in (HWK) erstellt. Bezuschusst werden Beratungen von Haus- und Wohnungseigentümern sowie kleinen und mittleren Unternehmen für Wohngebäude und Wohnungen, für die die Baugenehmigung vor 1994 erteilt wurde.
Förderanträge sind von antragsberechtigten Energieberater/innen vor Beginn der Beratung an das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), Eschborn, zu richten. Sowohl unter
www.energiefoerderung.info als auch unter
www.bafa.de erhalten Interessenten weitergehende Informationen zur verbesserten Richtlinie.
Quelle: BAFA, Zukunft Altbau
Die Folgen des Klimawandels für Baden-Württemberg
Für Baden-Württemberg lassen sich die Auswirkungen des Klimawandels wie folgt zusammenfassen:
• Die Winter werden milder und regenreicher, die Sommer werden heißer und trockener werden. Schnee im Winter wird selten werden.
• Die Anzahl der Hitzetage mit Temperaturen über 30 Grad wird bis 2050 um rund 100 Prozent zunehmen, die Anzahl der Eistage mit Temperaturen unter null Grad wird um 100 Prozent sinken.
• Großwetterlagen mit starken Stürmen und Regenfällen, damit verbunden Hochwasser und Sturmschäden werden zunehmen, mit Schwerpunkt der Zunahme im Winter.
• Die Pflanzen- und Tierwelt wird sich ändern. Hier heimische Arten werden mittelfristig in kältere Zonen abgedrängt oder teilweise aussterben, mediterrane Flora und Fauna wird auch in Baden-Württemberg anzutreffen sein.
Weitere Informationen finden Sie hier:
www.kliwa.de/download/KLIWA_Monitoringbericht_08.pdf
www.klima-sucht-schutz.de/klima_folgen.0.html
www.klimawandel-global.de/klimawandel/
Einsparung bei Heizungspumpen
Die Umwälzpumpe Ihrer Heizung ist für etwa 10 % der Stromkosten in Ihrem Haushalt verantwortlich, das sind ca. 100 Euro pro Jahr. Diesen Verbrauch können Sie um bis zu 80% senken.
Der Ölpreis hat sich innerhalb eines Jahres verdoppelt. Die tägliche Fördermenge kann nicht mehr gesteigert werden. Es ist Zeit das Haus oder die Wohnung mit Erneuerbaren Energien zu versorgen. Tipps und Förderprogramme finden Sie hier:
In Grönland und der Antarktis schmilzt das Eis
Neueste Messungen haben ergeben, dass das Grönlandeis als Folge der Klimaänderung um jährlich 150.000 Tonnen abnimmt.
Auch in der Antarktis tut sich was. Ein 400 Quadratkilometer großer Schelfeisblock ist vom Wilkinsschild abgebrochen. Er wird nun weiter zerfallen und tauen. Durch das Schmelzen erhöht sich der Meeresspiegel.

