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03.02.11

Neue Technik spart Energie - Gemeinde Oftersheim erneuert in vier kommunalen Gebäuden Heizung und Beleuchtung

Einweihung am 28. Januar mit stellvertretendem Bürgermeister Roland Seidel. Landesenergieagentur KEA gab den Anstoß.

Die Gemeinde Oftersheim hat in zwei Schulen und zwei Hallen umfangreiche
Energiesparmaßnahmen umgesetzt. Am 28. Januar wird die neue Heiz- und
Gebäudetechnik in der Kurpfalzhalle offiziell eingeweiht. Für 1,52 Millionen
Euro ließ die Kommune bei Schwetzingen zwei Blockheizkraftwerke zur Pro-
duktion von Wärme und Strom installieren, ein Nahwärmenetz errichten und
die Regelungstechnik sowie die Beleuchtung in den kommunalen Liegen-
schaften erneuern. Finanziert wird die Energieeinsparung nicht über den Ge-
meindehaushalt, sondern über ein Energieeinspar-Contracting. Die Idee kam
von der Landesenergieagentur KEA, von der auch das Konzept stammt: Die
ausführende Firma, der Contractor, trägt die Investition und refinanziert sich
über die eingesparten Energiekosten. Die Gemeinde senkt die Kohlendioxid-
emissionen, erhält eine moderne Gebäudetechnik ohne eigene Investitions-
mittel einzusetzen und profitiert nach der Vertragslaufzeit von geringeren Be-
triebskosten.

Im Rahmen eines Vergabeverfahrens wurde die Firma WISAG Energiemana-
gement ausgewählt. WISAG Energiemanagement garantiert bei einer Laufzeit
des Projekts von etwas mehr als 15 Jahren eine jährliche Einsparung von
91.379 Euro. Oftersheim zahlte lediglich die Beratungsleistung an die  Klima-
schutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA), die die Gemeinde bei
dem Vergabeverfahren unterstützte und ein Vorkonzept erstellt hat.

14.09.10

Ausgezeichnet: KEA gewinnt EU-Preis European Energy Service Award

Geschäftsführer Dr. Volker Kienzlen und Contracting-Bereichsleiter Dipl.-Wirtschaftsingenieur Rüdiger Lohse haben am 13. September den Preis in Brüssel entgegen genommen.

Für die seit Jahren richtungsweisende Arbeit im Bereich Energieeinspar-Contracting ist die KEA mit dem European Energy Service Award (EESA) ausgezeichnet worden. Der Preis wird jährlich von der European Energy Service Initiative (EESI) vergeben.

Eine Jury aus internationalen Experten bestimmte die KEA in der Kategorie „Best Energy Service Promoter“ als Sieger. In Gegenwart der EU-Kommissarin für Klimaschutz Connie Hedegaard nahmen Dr. Volker Kienzlen als Geschäftsführer und Rüdiger Lohse als Bereichsleiter Contracting der KEA den Preis von Paolo Bertoldi als Vertreter der EU-Kommission entgegen. "Energiedienstleistungen tragen wesentlich zum Klimaschutz bei und zeigen, dass Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit Hand in Hand gehen können. Wir müssen daher sicherstellen, dass deren Potenzial vollständig genutzt werden kann,“ so Conny Hedegaard.

Der Award ehrt in der Kategorie „Best Energy Service Promoter“ Personen und Institutionen, die sich um die Verbreitung von Dienstleistungen für das Energieeinspar-Contracting verdient gemacht haben. Denn für erfolgreiche Contracting-Projekte braucht es starke Multiplikatoren, die die Überzeugungsarbeit vor Ort leisten und für reibungsarme Ausschreibungsverfahren sorgen. Die Jury lobte besonders den geleisteten Beitrag der KEA zur Marktentwicklung, den Abbau von Barrieren und die erreichten Ergebnisse.

Bei Contracting-Projekten sorgt die Landesenergieagentur nicht nur für die Umsetzung, sondern auch für die Weiterentwicklungen der Contracting-Formen. Beispiele sind das interkommunale Energieeinspar-Contracting für kleine und mittlere Gemeinden oder die Einbindung von lokaler Biomasse. Damit habe die KEA wesentlich zur zunehmenden Akzeptanz von Contracting als effektives Mittel zur nachhaltigen Energieversorgung und -einsparung sowie zur umfänglichen Sanierung von kommunalen Liegenschaften beigetragen, so die Jury.

Weitere Infomationen können Sie der aktuellen Presseinfomation entnehmen: Preisverleihung EESA

23.03.10

Contracting-Kongress für Kommunen am 18. Mai in Stuttgart

Energiesparmaßnahmen umsetzen mit Effizienzgarantie und externer Finanzierung - Kongress im Land informiert über Auswege aus dem Sanierungsstau bei öffentlichen Liegenschaften.

In vielen Kommunen wird angesichts leerer Kassen die dringend notwendige Sanierung von Rathäusern und Schulen zurückgestellt. Wie der Sanierungsstau in Städten und Gemeinden aufgelöst werden kann, zeigt am 18. Mai im Stuttgarter Haus der Wirtschaft ein Kongress von Städtetag, Landkreistag und Gemeindetag Baden-Württemberg mit der Landesenergieagentur KEA. Gegenstand der Veranstaltung ist das Energie-Einspar-Contracting in öffentlichen Liegenschaften. Beim Contracting verpflichtet sich ein privater Investor, Energiesparmaßnahmen auf eigene Kosten durchzuführen und gibt eine Einspargarantie ab. Die Kommune delegiert das Risiko an den Contractor, spart Planungs-, Investitions- und Wartungskosten und profitiert von energetisch nachhaltig modernisierten Gebäuden. Der Kongress wendet sich an Bauämter von Kommunen und Kreisverwaltungen.

„Der veraltete und ineffiziente Anlagenbestand sowie mittelfristig steigende Energiekosten sind für Kommunen aktuelle Anreize, ihre Gebäudepools energetisch zu sanieren“, sagt Dr. Volker Kienzlen, Leiter der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg. „Hohe Energiekosten von Liegenschaften strapazieren die Haushalte, klimaschädliche Treibhausgase belasten die Umwelt. Sind die Kassen leer, ist es jedoch schwierig, die nötigen Investitionen für die Sanierung bereitzustellen. Die Erfahrung lehrt außerdem, dass Anlagen, die in Eigenregie modernisiert wurden, weniger einsparen. Einen lohnenden Ausweg bietet hier das Energie-Einspar-Contracting.“

Ein Contractor übernimmt Planung, Finanzierung, Bau und garantiert über einen Zeitraum von zehn bis 15 Jahren eine Energieeinsparung. Diese bekommt er als Einsparbetrag vergütet. Damit entsteht für die Vertragspartner eine Win-win-Situation: Mit dem Einsparbetrag refinanziert der Investor seine Kosten. Der Auftraggeber erhält sanierte Gebäude, spart Investitionen und Wartungskosten und muss sich nicht mehr um die modernisierten Anlagen kümmern. Zudem wälzt er das Risiko für den Einsparbetrag und die Finanzierung auf den Contractor ab. Nach der Vertragslaufzeit kommen die Einsparungen dem Auftraggeber zugute. Der Contractor wiederum hat mit der öffentlichen Hand einen verlässlichen Zahlungspartner. Die KEA unterstützt Verwaltungen mit Voruntersuchungen für Contracting-Projekte und begleitet die Vergabeverfahren.

Auf dem Kongress werden aktuelle Projekte durch Kommunalvertreter und Contractoren vorgestellt. Ausführlich wird in diesem Jahr das Vergabeverfahren beleuchtet. In zwei vertiefenden Workshops wird auf die Vorbereitung von Contracting-Projekten und deren wirtschaftliche Bewertung eingegangen.

Hier finden Sie das Veranstaltungsprogramm zum Download

09.03.10

Neues Holzheizwerk in Bad Friedrichshall

Stadtverwaltung und Energiedienstleister unterzeichneten im Februar Contractingvertrag

In Bad Friedrichshall bei Heilbronn wird eine neue Holzhackschnitzelanlage mit einer Leistung von über einem halben Megawatt künftig den Wärmebedarf von mehreren kommunalen Gebäuden klimafreundlich decken. Nach einem Jahr Vorbereitungs- und Wettbewerbsphase konnte am 11. Februar 2010 der Energieliefer-Vertrag zwischen dem Energiedienstleistungsunternehmen Süwag Energie AG und der Stadtverwaltung Bad Friedrichshall unterzeichnet werden und damit der Startschuss für die Baumaßnahmen erfolgen. Das Energiekonzept stammt von der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden- Württemberg. Jürgen Hagenlocher, Produktmanager bei der Süwag Energie sowie Bürgermeister Dolderer von der Stadt Bad Friedrichshall unterzeichneten den Vertrag im Rathaus. „Wir freuen uns“ so Hagenlocher, „dass wir gemeinsam mit der Stadt bis zum Herbst eine energieeffiziente und ökologische Wärmeversorgung für Rathaus, Otto-Klenert-Realschule, Haupt- und Werkrealschule sowie Glück-Auf-Halle aufbauen können.“Grundlage für dieses Projekt war das vom Gemeinderat beauftragte Energieversorgungskonzept der Landesenergieagentur KEA. Die KEA hatte die städtischen Gebäude auf energetische Schwachstellen hin untersucht, zusammen mit der Stadtverwaltung das künftige Energieversorgungskonzept auf der Basis einer Holzhackschnitzelanlage entwickelt und anschließend den Wettbewerb für die Umsetzung des Konzeptes im Rahmen eines „Energieliefercontractings“ durchgeführt. Gegenstand des Contractings ist es, einen preisgünstigen und kompetenten Energiedienstleister zu finden, der ein hochwertiges, nachhaltiges Anlagenkonzept plant, baut, finanziert und effizient betreibt.

Bei der Glück-Auf-Halle errichtet der Energiedienstleister Süwag ein neues Heizhaus. Darin wird eine moderne vollautomatische Holzfeuerung mit einer Leistung von 550 kW installiert. An besonders kalten Tagen wird die Holzanlage von konventionellen Heizkesseln unterstützt, die im alten Heizraum der Glück-Auf-Halle Platz finden. Einen Teil der Holzhackschnitzel stellt die Stadt aus der Grünflächenpflege bereit. Die Holzhackschnitzelanlage ist eine Feuerungsanlage, die das Holz besonders effizient in Wärme umwandelt. „Holzhackschnitzelanlagen arbeiten besonders energieeffizient bei professioneller Betriebsführung“ so Rüdiger Lohse, Leiter des Bereichs „Contracting“ bei der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg. Durch den Einsatz eines Elektrofilters werden extrem niedrige Emissionswerte garantiert. Von der Heizzentrale aus werden gut isolierte Nahwärmeleitungen zur Hauptschule, dem Rathaus und der Otto-Klenert-Realschule verlegt. Auch ein Anschluss für eine mögliche Mensa der beiden Schulen ist bereits vorgesehen.

Um sicherzustellen, dass in den Gebäuden die Öko-Energie möglichst sinnvoll verwendet wird, saniert die Süwag Energie die Heizungsverteiler, die Warmwasserbereiter, Pumpen und die Heizungsregelungen in den versorgten Gebäuden gleich mit. Ebenso werden Teile der Lüftungsanlage der Sporthalle und der Einzelraumregelung für die Beheizung der Klassenzimmer in der Hauptschule erneuert. Dadurch werden bereits rund 400.000 kWh Energie für die Stadt eingespart. Das entspricht dem Energieverbrauch von rund 20 Einfamilienhäusern.

Für die verbleibende Wärmemenge stellt die Stadtverwaltung die Weichen in Richtung regenerativer Energieträger: Die verbleibende Wärmemenge von rund 1,8 Millionen Kilowattstunden stellt die Süwag Energie zu 85 Prozent aus Holzhackschnitzeln bereit, nur noch 15 Prozent müssen mit fossilen Energieträgern erzeugt werden. So werden knapp 600 Tonnen Kohlendioxid eingespart, das entspricht dem Ausstoß von über 60 Einfamilienhäusern. Damit leistet  Bad Friedrichshall einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz.

Einer der Gründe der Stadtverwaltung sich für ein Energieliefercontracting zu entscheiden, ist die Übernahme der Verantwortung für die Versorgungssicherheit und den energieeffizienten und ökologischen Betrieb des Heizwerkes über die Vertragslaufzeit von 20 Jahren. Durch die teilweise Übernahme der Gesamt-Investitionen von rund
1,2 Millionen Euro durch Süwag Energie AG wird der kommunale Investitionshaushalt entlastet. Den kleineren Teil der Investitionen mit knapp 720.000 Euro hat die Stadtverwaltung selbst übernommen, nicht zuletzt um in den Genuss eines Fördermittelzuschusses der Europäischen Union und des Landes Baden-Württemberg in Höhe von 100.000 Euro zu kommen.

Bad Friedrichshalls Bürgermeister Peter Dolderer freut sich, dass dieses lange geplante Projekt trotz schwieriger Finanzlage nun endlich realisiert werden kann: „Dadurch setzen wir weiter auf regenerative Energien, nachdem wir bereits eine Holzhackschnitzelheizung für Baubetriebshof und Feuerwehr betreiben und Pelletheizungen für die Grundschule Jagstfeld, neue Mensa und Evangelisches Kinderhaus in der Hohestraße installiert haben. Daneben leisten wir mit Fotovoltaikanlagen vielen Solaranlagen auf städtischen Dächern und umfangreichen energetischen Sanierungsmaßnahmen an öffentlichen Gebäuden, insbesondere unseren Schulen, einen weiteren, nicht unerheblichen Beitrag für Klimaschutz und Luftreinhaltung.“

Die Süwag Energie AG mit ihrer mehr als 100-jährigen Geschichte betreibt neben der Strom- und Gasversorgung in insgesamt 385 Gemeinden rund 250 dezentrale Energieanlagen. Mehr als die Hälfte dieser Anlagen nutzen nachwachsende Energieträger wie Biomasse, Wasserkraft oder Sonnenenergie oder setzen Erdgas besonderes energieeffizient in Blockheizkraftwerken ein. Diese 250 Anlagen werden von der zentralen, rund um die Uhr besetzten Süwag-Netzleitstelle in Pleidelsheim fern überwacht. Ab Herbst wird so auch das Holzheizwerk in Bad Friedrichshall auf den Bildschirmen einige Kilometer neckaraufwärts erscheinen.

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22.01.10

Energie-Einspar-Contracting: effizientes Instrument zur Senkung der kommunalen Energiekosten

Zusammenfassung der Ergebnisse des „3. Contracting- Kongress“ der KEA (erschienen in der BWGZ vom 31.12.2009)

In Zeiten sinkender Steuereinnahmen und steigender Energiekosten ist bei manchem Kämmerer oder Liegenschaftsverwalter guter Rat teuer, wenn es um die Instandsetzung der kommunalen  Liegenschaften und deren technischen Einrichtungen geht. Bei einem mittleren Alter der Gebäude von etwas über 30 Jahren ist das Ende des ersten Lebenszyklus einer Vielzahl der Gebäude erreicht. Entscheidungen über den Weiterbetrieb, Sanierung oder Neubau zahlreicher kommunaler Gebäude sind daher absehbar. Die Tragweite dieser Entscheidungen für die finanzielle Handlungsfähigkeit von Kommunen darf nicht unterschätzt werden: Neben den kurzfristig über den Vermögenshaushalt bereitzustellenden Mitteln für die Gebäudeinvestitionen sind es insbesondere die Folgekosten, die sich in den nächsten 30- 40 Jahren aus dem Betrieb der Gebäude ergeben. Nicht zuletzt aufgrund der jüngst wieder steigenden Energiekosten binden die Betriebskosten meist ein Vielfaches der Erstinvestitionen in den künftigen Verwaltungshaushalten. Die Herausforderungen der Gebäudeinvestitionen für die kommunalen Haushalte können durch den Einsatz geeigneter, am Markt erprobter effizienter Instrumente und Vorgehensweisen bewältigt werden.

Einig waren sich die vier Kommunen und Landkreise,  die auf dem 3. Contractingkongress 2009 ihre Erfahrungen präsentierten, dass sich in den letzten Jahren das Contracting zu einem zuverlässigen und wirtschaftlichen Handlungs-Instrument entwickelt hat. Anspruchsvolle Zielsetzungen lassen sich damit erreichen.

Der Contracting- Kongress wird jährlich vom Gemeindetag, dem Städtetag, dem Landkreistag  und der Klimaschutz- und Energieagentur Baden- Württemberg (KEA) veranstaltet. Zielsetzung der KEA ist es, die kommunalen Verwaltungen mit dem komplexen Thema „Contracting“ am Beispiel von Kommunen vertraut zu machen, die bereits eigene Erfahrungen mit Contracting gewonnen haben. Um den Fragestellungen der kommunalen Teilnehmer gerecht zu werden, kommen in jedem Projekt neben den Contractoren Vertreter der jeweiligen Kommunen zu Wort und stellen ihre Sichtweise und Erfahrungen ausführlich  dar.

Hier können Sie den vollständigen Artikel herunterladen (PDF)

12.11.08

Energieeffizient modernisierte Walzbachhalle in Weingarten eingeweiht

Contracting-Modell ermöglicht neue Energieversorgung ohne Investition durch Gemeinde - KEA-Konzept halbiert Energiekosten und CO2-Ausstoß

Die badische Gemeinde Weingarten hat im Oktober die energieeffizient modernisierte Walzbachhalle eingeweiht. Mit der Firma Siemens übernahm ein Contractor die Finanzierung der Energieversorgung. Die Gemeinde benötigte so keine eigenen finanziellen Mittel für die neue Gebäudetechnik der Mehrzweckhalle mit Schwimmbad. Das Energieeinsparkonzept und die Contracting-Idee stammen von der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg. Angesichts knapper Haushaltskassen verringern Contracting-Modelle den Investitionsstau im kommunalen Gebäudebestand.

Der Contractor Siemens investiert rund eine Million Euro in neue
Beleuchtungs- und Lüftungsanlagen, Warmwasserbereiter und eine 250 kW Holzhackschnitzelanlage und refinanziert sich innerhalb von 15 Jahren über die garantiert eingesparten Energiekosten. Die Gemeinde verwendet die durch das Energieeinspar-Contracting freigewordenen Haushaltsmittel für die Sanierung der Gebäudehülle. Dazu gehören umfangreiche Wärmeschutzmaßnahmen und die Dachsanierung. Im Zuge der Sanierungsarbeiten installierte die Kommune zusätzlich eine 1.500 m2 große Photovoltaikanlage. Durch die Kombination der neuen Gebäudetechnik und der umfassenden Wärmeschutzmaßnahmen ergibt sich eine Halbierung der Energiekosten auf 72.000 Euro. Der CO2-Ausstoß der Walzbachhalle vermindert sich ebenfalls etwa um rund 400 Tonnen pro Jahr auf die Hälfte.

Für die 1965 erbaute Halle bestand dringender Sanierungsbedarf. Die KEA erarbeitete ein Konzept für die Modernisierung der Gebäudehülle und der Hallentechnik. Die landesweit tätige Klimaschutz- und Energieagentur hat dieses Konzept zusammen mit der Verwaltung dem Gemeinderat zur Abstimmung vorgelegt. Nach dessen Zustimmung führte die KEA eine EU-weite Ausschreibung durch, bei der die Firma Siemens als Contractor mit den besten Konditionen den Zuschlag erhielt. Nach der Wahl des Contractors kontrolliert die KEA Planung und Ausführung im Auftrag der Gemeinde.

Durch energieeffizientes Sanieren kommunaler Gebäude können Städte und Gemeinden erhebliche Energiekosten einsparen und den CO2-Ausstoß verringern. Bei einem Contracting-Projekt mobilisieren Kommunen Kapital externer Anbieter für Investitionen in den eigenen Gebäudebestand und gewinnen Know-how für die Optimierung der Anlage. Die wirtschaftlichen Interessen des Contractors an einer hohen Energieeffizienz erschließen direkt die wirtschaftlichen Klimaschutzpotenziale und verringern den Investitionsstau in öffentlichen Gebäuden. So hat die KEA allein 2008 bereits 9,8 Millionen Euro an Investitionen durch Contracting-Projekte ausgelöst. Die von der KEA in den letzten zwei Jahren begleiteten Contracting-Projekte sparen jährlich rund 5.900 Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid ein.

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19.06.08

Energie sparen in der Kommune – Contracting hilft

Fast täglich erreichen die Energiepreise neue Rekordhöhen. Eine Umkehrung ist nicht in Sicht. Ein zunehmendes Problembewusstsein hinsichtlich Klimaschutz war der zweite Grund für rund 200 kommunale Vertreter, sich mit dem Energie-Einspar-Contracting für ihre Schulen, Rathäuser und Hallen zu befassen

Die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg hat gemeinsam mit dem Städtetag, dem Gemeindetag und dem Landkreistag Baden-Württemberg am 5.6.2007 in Stuttgart einen Kongress veranstaltet, auf dem Praktiker von Erfahrungen bei laufenden Projekten berichtetet haben.

Rüdiger Lohse, Bereichsleiter Contracting bei der KEA, brachte die Vorteile des Einsparcontractings auf den Punkt: „ Sie holen sich das Know-how von Fachleuten über mehrere Jahre in ihre Liegenschaften. Dadurch können Sie sicher sein, dass kein Euro durch schlechten Anlagenbetrieb verschenkt wird.“ Die Einspargarantie, die Contractoren den Kommunen geben und aus der sie ihre Investitionen refinanzieren, ist in Verbindung mit den angebotenen Maßnahmen entscheidendes Auswahlkriterium beim Energie-Einspar-Contracting. Steigen die Energiepreise, so erhöht sich der Wert der Einsparungen, da sie über festgeschriebene Preise abgerechnet werden.

Aus energetischer Sicht ist es sinnvoll, nicht nur die Anlagentechnik zu modernisieren, sondern im gleichen Zuge die Gebäudehülle zu dämmen und die Fenster zu erneuern. Der Contractor kalkuliert dann auf Basis des verringerten Wärmebedarfs. So wird eine Überdimensionierung der Anlagen bei nachträglicher Dämmung vermieden. Die badische Gemeinde Weingarten sanierte über solch ein intergrales Konzept die Walzbachhalle – eine kommunale Mehrzweckhalle mit Schwimmbad. Der Contractor garantiert  Einsparungen in Höhe von 72 Tausend Euro pro Jahr bezogen auf Basisenergiekosten von 139 Tausend Euro pro Jahr. Fast 500 Tausend Euro an Investitionskosten fließen in einen neuen Holzhackschnitzelkessel, eine neue Lüftungsanlage, die Schwimmbadtechnik sowie Deckenstrahlplatten für die Halle. Die Wärmeschutzmaßnahmen wurden über ein Planungsbüro ausgeschrieben.  

„Contracting hilft uns, kommunale Pflichtaufgaben wie den Erhalt unseres Schwimmbades zu erfüllen“ meint Uwe Renz von der Gemeinde Pfinztal. In diesem Projekt wird über das Energie-Einspar-Contracting ein Nahwärmenetz zwischen kommunalen Liegenschaften aufgebaut, die Wärme wird auch hier überwiegend über einen Holzhackschnitzelkessel erzeugt. Mit einem 50%-igen Preisvorteil gegenüber Öl oder Gas tragen Holzhackschnitzel inzwischen wesentlich zur Wirtschaftlichkeit von Contracting-Projekten bei. In Pfinztal garantiert der Contractor Einsparungen in Höhe von 60 % gegenüber den Basisenergiekosten von 159 T € pro Jahr. Das Pfinztaler Projekt zeigt, dass Energie-Einspar-Contracting auch für kleinere und mittlere Gemeinden attraktiv sein kann. Voraussetzung ist, dass die Energiekosten je Liegenschaft mindestens 30 Tausend Euro betragen, die Investitionshöhe den Verfahrensaufwand rechtfertigt sowie die mittlere Amortisationszeit für alle Maßnahmen unter 15 Jahren liegt. „Wir steigen in unsere Projekte daher immer mit einer Potentialanalyse ein, in der wir selbst die möglichen Einsparungen abschätzen und die Umsetzbarkeit einer Contracting-Lösung überprüfen. Die Grundlage für die EU-weite Ausschreibung bildet dann eine von uns kalkulierte Basisvariante, die natürlich von den Bietern über Nebenangebote noch modifiziert werden kann“, so Rüdiger Lohse von der KEA. 

Auch kleinere Liegenschaften mit Energiekosten unter 30.000 € können in ein Contractingprojekt aufgenommen werden. Voraussetzung hierfür ist aber, dass die Liegenschaften in einem Gebäudepool zusammengefasst werden und sehr wirtschaftliche Maßnahmen in größeren Liegenschaften die längeren Amortisationszeiten in kleineren Liegenschaften ausgleichen. Sehr attraktiv ist oft die Erneuerung der Regelungstechnik oder die Umstellung auf Holzhackschnitzel, weniger wirtschaftlich beispielsweise eine komplette Beleuchtungserneuerung.

So hat die Stadt Schwäbisch Gmünd das Energie-Einspar-Contracting für 11 kommunale Liegenschaften mit Basisenergiekosten von 610 Tausend Euro ausgeschrieben. In diesem Pool befanden sich Liegenschaften mit Energiekosten von weniger als 8 Tausend Euro pro Jahr bis zu 157 Tausend Euro pro Jahr. Der Contractor investiert 1,5 Mio. Euro in die Erneuerung der Heizungs-, Lüftungs- und Regelungstechnik in den einzelnen Liegenschaften und optimiert die Anlagen während einer Laufzeit von 10,5 Jahren.

Im Energiespargarantievertrag wird geregelt, dass die Anlagen mit Abnahme an den Auftraggeber übergehen, so dass dieser bereits zu Beginn der Hauptleistungsphase abgesichert ist.  „Die Einspargarantie beläuft sich auf 237 Tausend Euro. Durch die steigenden Energiepreise profitieren wir durch das Einspar-Contracting.  Wir schauen während der Laufzeit unserem Contracting-Partner über die Schulter, um nach Vertragsende ebenfalls möglichst hohe Einsparungen zu erzielen“ meint Friedrich Mayer vom Baudezernat. Ausgehend von einer durchschnittlichen Anlagen-Nutzungsdauer von 15 Jahren stehen der Stadt nach Vertragsende für 5 Jahre die erzielten Einsparungen in voller Höhe zur Verfügung.

Weil am Rhein ist Projektpartner des Interkommunalen Energiesparcontractings – einem Ausschreibung-Verfahren gemeinsam mit der Stadt Lörrach, dem Landkreis Lörrach sowie dem Gemeindeverwaltungsverband Denzlingen. Der Beschluss für die gemeinsame Ausschreibung wurde im Juli 2004 gefällt, bis Januar 2008 waren alle Anlagen eingebaut und die Hauptleistungsphase begann. „Seitens der Verwaltung ist es wichtig, sich bei der Projektvorbereitung viel Zeit zu nehmen. Detailfragen wie die Brennstofflogistik, die Abgasführung und die Leuchtenoptik sind vor der Ausführung abzustimmen. Empfehlenswert ist es, die Nutzer in die Abstimmungen mit einzubeziehen, insbesondere bei Modernisierungen in Schulen und Turnhallen“ so Thomas Klug aus der Gemeinde Weil am Rhein, der inzwischen umfangreiche Erfahrungen bei der Contracting-Umsetzung gesammelt hat. In den 8 Liegenschaften, die in Weil in das Contracting eingebunden sind,  wird über 50 % der Wärme aus erneuerbaren Energien erzeugt. Die Einsparungen betragen 158 Tausend Euro pro Jahr.

Die Beispiele zeigen, dass Energie-Einspar-Contracting ein praktikabler und lohnenswerter Weg ist, um über mehr Energieeffizienz, den Umstieg auf preisgünstige Brennstoffe und Energieeinsparung trotz der steigenden Energiekosten den kommunalen Haushalt langfristig zu entlasten. Als Devise gilt:  Die vermiedene Kilowattstunde ist die Beste. 

Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter www.kea-bw.de/contracting. Dort können Sie auch das Faltblatt „ Contracting für Kommunen – Effizienzpotentiale erschließen“ bestellen.

04.02.08

Leuchtende Vorbilder gesucht

Bundeswettbewerb „Energiesparende Stadtbeleuchtung“ in Vorbereitung

Die Liste der Städte und Gemeinden, die sich fürs Umrüsten ihrer Straßenbeleuchtung entscheiden, wächst stetig: Vechta, Böblingen, Düsseldorf, Garbsen, Senftenberg, Hürth, Lohne, Reichenbach, Wildpoldsried, Stuttgart, Bremerhaven.

Damit die Liste erheblich länger wird, soll es in diesem Jahr einen Bundeswettbewerb „Energiesparende Stadtbeleuchtung“ geben, ausgeschrieben vom Bundesumweltministerium (BMU) und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

Das BMU steckt mitten im Vergabeverfahren für den Wettbewerb, der im ersten Teil die beste Technik und im zweiten Teil die innovativste Kommune prämiert. Das Interesse sei enorm, sogar Unternehmen aus Japan möchten mitmachen, heißt es aus dem BMU. Siehe www.bmu.de

Quelle: VDI-Nachrichten

Einen ausführlichen Artikel zum Thema effiziente Straßenbeleuchtung können Sie hier als PDF-Datei herunterladen.

18.01.08

Contracting - aktuelle Standpunkte

Beißen sich Forfaitierungsfinanzierungen und die de-minimis-Regelung der EU in Contracting Projekten?

Immer mehr Contractingprojekte greifen auf die Möglichkeit einer Forfaitierungsfinanzierung zurück. Der Contractor investiert und finanziert seine Investitionen entweder über einen eigenen langfristigen Bankkredit oder über eine Forfaitierung. Bei der Forfaitierung tritt der Contractor den Kapitalkostenanteil seiner Forderungen gegenüber der Kommune an eine Bank ab. Die Kommune erklärt den Einredeverzicht, zahlt damit in jedem Fall an die Bank. Damit kommt ein Kreditverhältnis zustande, das Finanzierungskonditionen vergleichbar den der Kommunalzinsen ermöglicht, damit Contractingprojekte noch etwas wirtschaftlicher darstellbar sind. Die Kommune vergibt sich dabei nichts, wenn sichergestellt ist, dass a) die versprochenen Investitionen auch tatsächlich vom Contractor geleistet wurden und b) die Anlagen von Beginn des Vertrags in das Eigentum der Kommune übergehen.

In einigen Kommunen kam zwischenzeitlich die Frage auf, ob über eine solche Regelung ggf. eine verdeckte, wettbewerbsverzerrende Förderung eines einzelnen Unternehmens stattfindet und damit die de-minimis-Regelung greift.

Eine rechtliche Prüfung hat die KEA hierzu bisher nicht vorgenommen, aus unserer Sicht fehlt eine entscheidende Voraussetzung dass die de- minimis-Regelung überhaupt zum Tragen kommen kann: die Wettbewerbsverzerrung. Hierzu sollte jedoch bereits von Beginn an der Ausschreibung klar erklärt werden, dass jedes teilnehmende Unternehmen eine Forfaitierungsfinanzierung vornehmen kann. Damit ist sichergestellt, dass eine wettbewerbsverzerrende Wirkung gar nicht erst auftreten kann.

Hintergrund:
Die de- minimis Regelung bezieht sich auf eine EG Verordnung. In der Mitteilung der Kommission vom 6. März 1996 wird in der de-minimis-Regelung festgelegt, dass wettbewerbsverzerrende Beihilfen an Wirtschaftsunternehmen an die EU gemeldet werden müssen. Unterhalb bestimmter Schwellenwerte ist eine Meldung nicht erforderlich, derzeit gelten die Regelungen der EG Verordnung 1998/2006 der Kommision vom 15.12.2006.

Hinweis:
Es handelt sich nicht um eine Rechtsauskunft. Bei projektspezifischen Rückfragen wenden Sie sich bitte an ruediger.lohse(at)kea-bw.de

20.12.07

Pressemeldung: Contracting-Leitfaden

Contracting in Kommunen – ein Weg zur Effizienzsteigerung

Contracting hilft Kommunen dabei, Energie-Einspar-Investitionen in ihren Liegenschaften umzusetzen. Private Betreiber finanzieren neue Heizkessel, Lüftungsanlagen und Regelungen, bauen diese in die Gebäude ein und kümmern sich um einen effizienten Betrieb dieser Anlagen.

Pressemeldung als PDF herunterladen

Für welche Gebäude sich Contracting anbietet, wie es abläuft und worauf zu achten ist, beantwortet die neue Broschüre der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH (KEA): „Contracting – Effizienter und wirtschaftlicher Weg zum Klimaschutz.“

Die Broschüre fasst die Erfahrungen der KEA als unabhängiger Begleiter von mehr als einem Dutzend Contracting-Projekten in Baden-Württemberg zusammen. Im ersten Teil werden die verschiedenen Formen des Contractings und die Verfahrensabläufe vorgestellt sowie deren Anwendung bei der Modernisierung öffentlicher Liegenschaften thematisiert. Bei der Darstellung der Vorteile von Contracting wird deutlich: Contracting ist nicht nur eine Finanzierungsalternative zur Eigeninvestition. Ein entscheidender Vorteil ist der Zwang der Contractoren, die Anlagen über die gesamte Laufzeit von 12-15 Jahren hinweg energieeffizient zu betreiben. Die KEA hat einige der typischen Fragen aufgelistet, die von öffentlichen Verwaltungen immer wieder gestellt werden, z.B.: Welchen Aufwand erfordert eine Contracting-Ausschreibung? Wer trägt die steigenden Energiepreise beim Energie-Einspar-Contracting? Wollen die Contractoren nicht nur Geld verdienen, das die Kommunen besser selber erwirtschaften können? Die ausgewählten Projektbeispiele beweisen, dass Contracting sich für Gemeinden fast jeder Größe anbietet. Kleinere Gemeinden können sich zusammenschließen und die Ausschreibung gemeinsam in Angriff nehmen. Energieagenturen unterstützen als unabhängige Beratungseinrichtungen Kommunen bei der Verfahrensauswahl, der Ausschreibung, den Bieterverhandlungen und der Angebotsauswertung.

Die Contracting-Broschüre der KEA ist für öffentliche Verwaltungen eine wertvolle Hilfe, um einen ersten Einstieg ins Thema zu finden. 

Die Broschüre kann direkt bei der KEA bezogen werden (info(at)kea-bw.de);
ebenfalls möglich ist hier der Download als PDF-Datei.