Energieeffizienz und Energieeinsparung

Noch vor wenigen Jahren wurde die Steigerung der Energieeffizienz zu Recht als „vergessene Säule der Energiepolitik“ bezeichnet. Nicht zuletzt unter dem Eindruck enormer Energiepreissteigerungen der letzten Zeit – Anfang 2008 hat der Rohölpreis erstmals die „magische Grenze“ von 100 $ pro Barrel überschritten – ist hier jedoch zunehmend ein Umdenken zu beobachten. 

Vor allem der Gebäudesektor, namentlich der Gebäudebestand, steht im Fokus der öffentlichen Diskussion und ist Gegenstand zahlreicher Maßnahmen bei Ordnungsrecht, Förderprogrammen und Öffentlichkeitsarbeit. Alleine in Baden-Württemberg lässt sich für die 1,5 Mio. Altbauten im Land ein Einsparpotential von etwa 10 Mio. Jahrestonnen CO2 durch energetische Ertüchtigung abschätzen. 

Doch auch ohne „Geld in die Hand zu nehmen“ lassen sich in vielen Bereichen des Alltags Einsparpotentiale erschließen: Wahl der richtigen Raumtemperatur, richtiges Lüften, regelmäßige Wartung und korrekte Einstellung der Heizungsanlage sind wichtige Beispiele.

Im Neubau ist das Passivhaus „State of the Art“: Eine hochgedämmte Gebäudehülle, hocheffiziente Fenster, luftdichte Bauweise und eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung reduzieren den Wärmebedarf auf unter 15 kWh pro m² und Jahr, somit ist keine konventionelle Heizung mehr erforderlich. Die Stadt Frankfurt hat beschlossen, kommunale Gebäude künftig nur noch im Passivhausstandard zu errichten; andere Städte werden folgen. Auch Wohnungsbaugesellschaften gehen diesen Weg, da hohe Wohnqualität und niedrige Nebenkosten langfristige Vermietbarkeit gewährleisten. 

Im Bereich der privaten Haushalte, aber auch in Büro und Gewerbe bestehen auch beim Stromverbrauch große Einsparmöglichkeiten. Namentlich Beleuchtung, Haushaltsgroßgeräte wie Kühlschränke oder Waschmaschinen etc., IuK-Geräte und Unterhaltungselektronik, aber auch unscheinbare Aggregate wie Heizungspumpen weisen hohe Effizienzpotentiale auf; alleine der - meist entbehrliche - Stand-By-Betrieb vieler Geräte beansprucht in Deutschland die Leistung zweier Großkraftwerke. 

Zunehmend werden auch in Industrie und Gewerbe Einsparpotentiale bei energieintensiven Fertigungsprozessen erkannt und auch erschlossen – die Energiekosten werden zusehends zum Kostenfaktor. Effizienzsteigerung von elektrischen Antrieben, Druckluftanlagen und Transformatoren oder die Nutzung von Abwärme aus Öfen und anderen Prozessen seien hier beispielhaft genannt.

Auch im Verkehrssektor sind erhebliche Einsparungen möglich und notwendig. Das 3-Liter-Auto war schon vor vielen Jahren Realität – wenngleich von den Herstellern die Produktion wieder eingestellt wurde. Hybridantriebe sind im Kommen. Eine stetige Verbesserung der ÖPNV-Angebote ist notwendig, um den Umstieg vom Auto in Bus und Bahn zu befördern. Gute Radwegenetze können dazu beitragen, dass mehr innerörtlicher Verkehr auf das umweltfreundlichste aller Verkehrsmittel verlagert wird.

Schließlich sind auch im Bereich der Energieerzeugung gravierende Effizienzsteigerungen möglich: Weisen alte Kohlekraftwerke gerade einmal einen Wirkungsgrad von 30 Prozent auf, so erreichen moderne GuD-Kraftwerke annähernd 60 Prozent. Vor allem Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung bewirken eine höchst rationelle Energienutzung, sie können über 90 Prozent der eingesetzten Primärenergie in Strom und Wärme umwandeln. Blockheizkraftwerke (BHKW), die über Nahwärmenetze Gebiete mit Strom und Wärme versorgen, haben in Deutschland noch ein großes Ausbaupotential.

Die Thermografie macht Mängel im Wärmeschutz sichtbar
... ist "aus" wirklich AUS ?
... schnell und sauber!
All rights reserved © 2016 KEA
Sitemap
Seite drucken
Impressum
Datenschutz