Treibhauseffekt und Klimawandel

Der Treibhauseffekt ist die Voraussetzung dafür, dass auf der Erde Leben entstehen konnte. Würde die Erde lediglich im Strahlungsaustausch mit der Sonne und dem All stehen, würde die Temperatur auf der Erde -18° C betragen. Spurengase wie Wasserdampf, CO2, Methan und andere führen dazu, dass die Durchschnittstemperatur auf der Erde seit einigen 1000 Jahren bei etwa 15° C liegt. Die mittlere Temperatur schwankte in den vergangenen 10.000 Jahren um weniger als 1° C. Im letzten Jahrhundert ist jedoch die mittlere Temperatur der Erde um etwa 0,5° C gestiegen. Was unserem Temperaturempfinden wenig erscheint, bedeutet für einen langfristigen und großräumigen Mittelwert eine dramatische Veränderung. Vor allem die Geschwindigkeit dieser Änderung ist ein Phänomen, das so noch nie zu beobachten war.

Die Ursache ist, und dabei sind sich die Klimaforscher sehr, sehr weitgehend einig, die Verbrennung fossiler Energieträger. Erdöl, Erdgas und Kohle haben bei ihrer Entstehung über Jahrmillionen Kohlendioxid gebunden. Diesen gebundenen Kohlenstoff entlassen wir nun in sehr kurzer Zeit wieder in die Atmosphäre.

Bereits seit dem 19. Jahrhundert ist der Zusammenhang zwischen dem CO2-Gehalt der Atmosphäre und der mittleren Temperatur der Erde bekannt. Der schwedische Wissenschaftler Arrhenius hat bereits 1896 errechnet, dass eine Halbierung des CO2-Gehalts der Atmosphäre die Temperatur in Europa um etwa 4° bis 5° C reduzieren könnte – eine neue Eiszeit wäre die Folge.

Seit 1958 misst Charles David Keeling auf dem Mauna Loa, einem Vulkan auf Hawaii fernab aller CO2-Emittenten, die Zusammensetzung der Atmosphäre. Dieser als Keeling-Kurve bekannte Verlauf zeigt, dass allein im letzten halben Jahrhundert der CO2-Gehalt der Atmosphäre um mehr als 60 ppm, also 60 Millionstel Teile, angestiegen ist.

Weltweit waren die 1990er Jahre das wärmste Jahrzehnt seit Beginn der systematischen Temperaturerfassung im Jahr 1861, wahrscheinlich sogar seit 1.000 Jahren, 2005 war das bisher wärmste Jahr. In Europa ist die durchschnittliche Temperatur nach Angaben der Europäischen Umweltagentur sogar um 0,9 Grad gestiegen. Eines der sichtbarsten Zeichen für die stattfindende Erwärmung in unseren Breiten ist der starke Rückgang der Gletscher und Permafrostgebiete in den Alpen. Seit dem um 1850 beobachteten Höchststand der Gletscher ist bis 1980 ein Rückgang um ein Drittel der Fläche und um die Hälfte der Masse eingetreten; seither ging das verbliebene Eis um weitere 20 bis 30 Prozent zurück.

Aus wissenschaftlicher Sicht besteht kein Zweifel mehr, dass die im vergangenen Jahrhundert beobachtete Erwärmung auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen ist. Der jüngste Bericht des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) vom Februar 2007 bestätigt dies. Um den Klimawandel auf ein Maß zu begrenzen, an das sich Ökosysteme und Menschen noch anpassen können, ist eine deutliche Reduzierung der globalen Treibhausgasemissionen zwingend notwendig. Gerade die Industrienationen, weltweit die Hauptemittenten, müssen auch den Hauptbeitrag zur Senkung der CO2-Emissionen leisten.

Der Lebensraum der Eisbären schwindet ...
Entwicklung der am Mauna Loa auf Hawaii gemessenen CO2-Konzentrationen seit 1958
Extreme Wetterereignisse werden immer häufiger
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