Der Wald gibt Wärme - Heizen im Kreislauf der Natur
Was ist Energieholz?
Holzreste, die für stoffliche Zwecke wirtschaftlich nicht mehr verwertbar sind, können zur Energiegewinnung genutzt werden. Brennholz aus dem Wald, das schon immer von unserer Bevölkerung zum Heizen verwendet wird, seit 1994 in steigendem Umfang, hat zurzeit den größten Anteil an der energetischen Nutzung von Holz. Hackschnitzel für Holz-Heizwerke entstehen als Nebenprodukt in der Waldpflege, in den Sägewerken und den Holz verarbeitenden Betrieben. Auch beim Zurückschneiden der Gehölze auf öffentlichen und privaten Flächen, z.B. entlang der Verkehrswege oder in Streuobstwiesen, werden jedes Jahr große Mengen an Landschaftspflegeholz produziert, die teilweise energetisch genutzt werden können. Holzverpackungen, Gebrauchtmöbel und Abbruchmaterial von Gebäuden bilden die große Menge an Gebrauchtholz (Altholz), das im Allgemeinen nur noch energetisch genutzt werden kann, wobei entsprechend dem Zustand der Hölzer besondere Feuerungsanlagen erforderlich sind.
Insgesamt beträgt das technische Potenzial an Energieholz in Baden-Württemberg 8,3 Mio. Festmeter jährlich, entsprechend 3,6 Mio. Tonnen. Der Energieinhalt dieser Holzmenge beträgt ca. 18,5 Mrd. kWh, das bedeutet etwa 4,2 % des Primärenergiebedarfs oder ca. 30 % des Heizölbedarfs für Haushalte und sonstige Verbraucher in Baden-Württemberg. Derzeit werden nur 46 % des technischen Potenzials genutzt, jedoch überwiegend nicht zur Energiegewinnung.
Heizen im Kreislauf der Natur
Die Verbrennung von Holz setzt die gleiche Menge des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) frei, wie die Bäume im Verlaufe ihres Wachstums aus der Atmosphäre entnommen haben. Auch beim Liegenlassen des Holzes im Wald würde die gleiche Menge CO2 entstehen. Solange nicht mehr Holz verbrannt wird als nachwächst, ist der CO2-Kreislauf geschlossen. Energieholz ist ein CO2 -neutraler Energieträger, im Gegensatz zu den fossilen Energieträgern Kohle, Öl, Gas, da deren Verbrennung zusätzliches CO2 in die Atmosphäre befördert und somit wegen des Treibhauseffekts zur Klimaveränderung wesentlich beiträgt.
Holzenergie hat Zukunft Die Abhängigkeit von internationalen Energiekrisen wird vermindert, damit wird unsere Zukunft sicherer. Wertschöpfung und Arbeitsplätze bleiben in der Region, das macht unsere Zukunft beständiger. Die Nutzung der Holzenergie ermöglicht mehr Waldpflege, damit kann der Wald noch besser seinen positiven Einfluss auf Grundwasser, Kleinklima, Luftreinhaltung und Bodenstabilität ausüben, das macht unsere Zukunft lebenswerter.
Aus Holz wird Wärme
Energieholz ist überall verfügbar. Daher werden nur kurze Transportwege und einfache Aufbereitung benötigt. Ein mobiler Schnitzel-Hacker hackt das Holz im Wald und füllt es in einen Container-Lastwagen, der die Schnitzel zum Heizwerk fährt und in das Schnitzelsilo abkippt. Hacken und Transport des Energieholzes erfordern fossile Energie, die nur wenige Prozente der umgesetzten Holzenergie ausmacht. Im Heizwerk steht eine moderne Holzfeuerung, die durch "gestufte Verbrennung" eine umweltschonende Nutzung von Energieholz mit hohem Wirkungsgrad und geringen Schadstoffemissionen ermöglicht. Die erzeugte Wärme wird durch das Heizwasser in die Heizkörper transportiert. Sehr häufig ist das Holz-Heizwerk mit einem Nahwärmenetz verbunden, so dass auch entfernt liegende Häuser über eine Hausübergabestation mit Wärme aus Holz versorgt werden können.
Holzenergie spart Geld
Beim wirtschaftlichen Vergleich von unterschiedlichen Heizungssystemen werden alle Kosten, also Kapitalkosten, Verbrauchskosten und Betriebskosten berücksichtigt. Das Ergebnis ist vom jeweiligen Einzelfall abhängig. Zum Beispiel wurden für eine Erneuerung der Heizungsanlage eines Schulzentrums auf der Basis Holzenergie die Vollkosten um 4,5 Cent/kWh angeboten. Gegenüber der Sanierung der konventionellen Öl-Heizungsanlage ergibt sich für die Gemeinde eine jährliche Einsparung von ca. 35.000 €.
Auf den Weg machen …
zum umweltfreundlichen Holz-Heizwerk können sich alle Gemeinden auch ohne eigenes Know-how und ohne Kapital. Angefangen von der ersten wirtschaftlichen Expertise, über die Frage, wer soll das Heizwerk betreiben und finanzieren, bis zum Abschluss eines erfolgreichen Probebetriebs, sind eine ganze Reihe von Untersuchungen und Entscheidungen erforderlich. Dabei sind verschiedene Dienstleister wie Planungsbüros, Wärmedienstleister und Anlagenlieferanten unter Wettbewerb auszuwählen und zu koordinieren. Die Landesregierung und die Bundesregierung unterstützen die energetische Nutzung von Holz durch entsprechende Förderprogramme. Auch wenn eine Gemeinde kein eigenes Know-how und Kapital verfügbar hat, kann mit Hilfe der KEA ein "Sorglos-Paket" geschnürt werden, so dass alle Entscheidungen der Gemeinde mit der erforderlichen Sorgfalt vorbereitet werden können. Die KEA übernimmt dabei die Vorbereitung aller dieser Einzelmaßnahmen und Entscheidungen und erläutert die Beschlussempfehlungen vor dem Gemeinderat.
Was ist zu tun?
Wenn Sie eine der nachfolgenden Fragen mit 'Ja' beantworten können, sollte auch in Ihrer Gemeinde die Möglichkeit für ein Nahwärmesystem auf Basis von Holzhackschnitzeln geprüft werden:
- Ist Ihre Gemeinde Waldbesitzer?
- Sind in den öffentlichen Gebäuden Heizungsanlagen, die ca. 20 Jahre alt sind?
- Sind in Ihrer Gemeinde Wohnsiedlungen, die vor 20 Jahren oder früher errichtet wurden?
- Befinden sich in den Industrie- und Gewerbebetrieben Heizungsanlagen, die ca. 20 Jahre alt sind?
- Wird in Ihrer Gemeinde ein Bebauungsplan aufgestellt?
- Haben Sie in Ihrer Gemeinde Sammelstellen für Holzabfälle?
- Sind in Ihrer Gemeinde holzbe- und -verarbeitende Betriebe?
Wir beraten Sie gerne. Rufen Sie uns doch einfach an!
Ihr Ansprechpartner: Dipl.-Ing. Helmut Böhnisch
Durchwahl: 0721 / 98471 - 13
helmut.boehnisch(at)kea-bw.de
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Das Arbeitsfeld Bioenergie
stellt sich vor: [Video]
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