Raumluftqualität in Schulen

Zahlreiche Studien der letzten Jahre belegen es: Die Luftqualität in vielen Klassenzimmern ist während der Heizperiode meist mangelhaft. Die "schlechte Luft" ist nicht etwa durch einen Mangel an Sauerstoff bedingt (wie umgangssprachlich oft vermutet wird), sondern durch einen erhöhten CO2-Gehalt der Raumluft. Dieser wirkt sich oberhalb eines Schwellenwertes zunehmend negativ auf das Konzentrationsvermögen und die Leistungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler (und auch der Lehrkräfte) aus. Eine Fensterlüftung wird meist nur unzureichend durchgeführt, oft auch im Form von gekippten Fenstern, was lüftungstechnisch unzulänglich und im Hinblick auf Energieverluste äußerst nachteilig ist. Daher ist es nicht überraschend, dass eine Überschreitung der Grenzwerte um ein Vielfaches (!) eher die Regel als die Ausnahme ist.

Die beste Lösung des Problems ist ohne Zweifel die Ausrüstung von Schulgebäuden mit mechanischen Lüftungsanlagen. Moderne Anlagen mit bedarfsabhängiger Regelung und hochwertiger Wärmerückgewinnung arbeiten hocheffizient und gewährleisten nicht nur gute Raumluftqualität, sondern können auch erheblich zur Energieeinsparung und damit zum Klimaschutz beitragen. Gerade vor dem Hintergrund attraktiver Förderangebote für die Kommunen im Rahmen von Klimaschutzinitiative und Konjunkturpaket II ist jetzt und in nächster Zukunft der entscheidende Zeitpunkt, die Weichen richtig zu stellen. Sanierungen, die heute durchgeführt werden, schaffen Fakten für die nächsten Jahrzehnte. Maßnahmen, die dabei versäumt werden, lassen sich kaum wirtschaftlich nachholen. Wenn also eine Sanierung Ihres Schulgebäudes ansteht, sollten Sie sich bei Ihrem Bauamt bzw. gegenüber Ihrem Träger für eine solche Maßnahme einsetzen.

Um in Klassenzimmern ohne Lüftungsanlage nur durch Fensterlüftung eine ausreichende Raumluftqualität zu erhalten, muss zusätzlich zur konsequenten Stoßlüftung in den Pausen mindestens einmal während einer 45-Minuten-Stunde zusätzlich einige Minuten mit ganz geöffnteten Fenstern stoßgelüftet werden – was aus Gründen des Unterrichtsablaufes aber meist unterlassen wird. Der Preis hierfür: nachlassende Konzentration und zunehmende Unruhe in der Klasse. Doch die vermeintlich störende Unterbrechung der Stunde zum Zweck eines kurzen Stoßlüftens bringt in Wirklichkeit ein Mehr an Effektivität im Unterricht. Auch dies ist durch einschlägige Untersuchungen belegt. 

Daher: Setzen Sie sich dafür ein, dass an Ihrer Schule ein ausreichendes und konsequentes Lüften in den Klassen zur Regel wird. 

Wenn Sie Fragen zu dieser Thematik haben: Sprechen Sie uns an. Auf Anfrage stellen wir Ihrer Schule gerne auch leihweise ein geeignetes Messgerät zur Verfügung, das über die tatsächliche CO2-Konzentration in der Raumluft Aufschluss gibt.  

Eine Auswahl der eingangs erwähnten Studien finden Sie nachstehend zum Herunterladen (PDF-Format):

Niedersächsisches Landesgesundheitsamt, Untersuchung von Einflussfaktoren auf die Raumluftqualität in Klassenräumen (2002/04)

Institut für Lebensmittel, Arzneimittel und Tierseuchen Berlin, Dicke Luft im Klassenzimmer? Innenraumluftqualität an Berliner Schulen (2002/03)

Faktor Schulbauten 3/2004, "Mehr Luft!"

Baudepartement des Kanton Aargau, Vergleichende Luftqualitätsmessungen in Schulhäusern im Kanton Aargau (2005)

IAF, Hochschule Karlsruhe, Messtechnische Untersuchung an Schulen zur Unterstützung eines energiebewussten Nutzerverhaltens (2005/06)

Bayerisches Landesamt für Gesundheit, Frische Luft an bayersichen Schulen - Untersuchungen zur Verbesserung der Luftqualität (2006)

Stadtgesundheitsamt Frankfurt, Innenraumklima in Schulen (2006)

Uni Bremen, Institut für Interdisziplinäre Schulforschung, Gesundheitsfördernde Einflüsse auf das Leistungsvermögen im schulischen Umfeld (2006/07)

BINE-Infotext "Lüftungsanlagen in Schulen unter der Lupe" 

Land Oberösterreich, Gesunde Luft für Oberösterreichs Kinder (2003)

Weitere, sehr umfassende Materialien zu der österreichischen Studie sind unter
  www.fh-kufstein.ac.at/klassenzimmerlueftung zu finden.

Ihr Ansprechpartner:

Dipl.-Ing. Harald Bieber
harald.bieber(at)kea-bw.de

 

Gemessene CO2-Konzentrationen in Klassenzimmern - der zulässige Grenzwert liegt bei 1.500 ppm! (Quelle: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit)

All rights reserved © 2016 KEA
Sitemap
Seite drucken
Impressum
Datenschutz