Contracting-Preis BW

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Innovative Unternehmen erhalten Contracting-Preis der Wohnungswirtschaft in Baden-Württemberg

Gutes tun und sich dafür offiziell auszeichnen lassen: Am 30.11.2019 wurde in Stuttgart der Contracting-Preis BW 2019 vergeben. Ausgezeichnet wurden innovative und nachhaltige Wohnungsbauprojekte in Baden-Württemberg, bei denen mittels Energie-Contracting überdurchschnittliche Energie-, Umwelt- oder Nachhaltigkeitsstandards umgesetzt wurden. Eine Prämie erhielten insgesamt drei Neubauquartiere, zusätzlich gab es zwei Sonderpreise in den Kategorien „Neubau Einzelgebäude“ und „Bestandssanierung“.

Die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg und der BFW Landesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen Baden-Württemberg e.V. loben den Preis seit 2017 aus.

1. Preis - DSG Invest GmbH für das innovative „Smart Grid“-Projekt in Heilbronn
2. Preis - ZEAG Energie AG für Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Heilbronn
3. Preis - Koch Wohnbau GmbH für ihr Projekt „Wohnen im Winzergarten“
Herzlichen Glückwunsch: Die Gewinner des Contracting-Preises BW 2019
BFW-Vorsitzender Gerald Lipka
Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer
Sonderpreis in der Kategorie „Bestandssanierung“ ging an die E1 Energiemanagement GmbH für das Projekt „Energiespar-Contracting Studentensiedlung Mannheim“
Sonderpreis in der Kategorie „Neubau Einzelgebäude“ erhielt die Oekogeno GIW e.G. für das KfW-Effizienzhaus 40 „Grüne Mitte Furtwangen“

Den 1. Preis erhielt die DSG Invest GmbH. Sie hat in Heilbronn ein innovatives „Smart Grid“-Projekt umgesetzt, bei dem ein biogasbetriebenes Blockheizkraftwerk (BHKW) sowie Photovoltaikanlagen ein Quartier mit Strom und Wärme versorgen. Die Jury hob nicht nur den hohen Anteil regenerativer Energie, sondern auch das prognosebasierte Energie- und Lademanagement hervor, mit dem das komplexe Energiesystem im Quartier stromwirtschaftlich optimiert wird.

Der 2. Preis ging an die ZEAG Energie AG. Sie hat auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs in Heilbronn ein Contracting-Projekt für 400 Wohneinheiten und Gewerbeimmobilien realisiert. Dank intensiver Abstimmung in der frühen Planungsphase war es gelungen, die Nahwärmeversorgung mit einem BHKW und Photovoltaik trotz unterschiedlicher Investoreninteressen umzusetzen.

Mit dem 3. Preis wurde die Koch Wohnbau GmbH für ihr Projekt „Wohnen im Winzergarten“ im badischen Kirchhofen geehrt. Ein eigenes Nahwärmenetz versorgt dort fünf Mehrfamilienhäuser und sechs Reihenhäuser mit Wärme aus einem BHKW. Der selbst erzeugte Solarstrom wird für Mieterstrom und zur Versorgung von Ladesäulen für Elektroautos genutzt.

Einen Sonderpreis in der Kategorie „Neubau Einzelgebäude“ erhielt die Oekogeno GIW e.G. für das KfW-Effizienzhaus 40 „Grüne Mitte Furtwangen“. Das Mehrfamilienhaus mit Holzfassade aus heimischen Hölzern überzeugte nicht nur durch die nachhaltige Bauweise, sondern auch durch das Energiekonzept, das Nachbargebäude im Zentrum der Stadt mitversorgt. Auch das inklusive, generationenübergreifende Nutzungskonzept und die Einbeziehung eines bürgergetragenen Contractors hob die Jury hervor.

Ein Sonderpreis in der Kategorie „Bestandssanierung“ ging an die E1 Energiemanagement GmbH für das Projekt „Energiespar-Contracting Studentensiedlung Mannheim“. Es bezieht auch die energetische Sanierung der Gebäudehülle in das Contracting mit ein. Die Jury lobte die schnelle Projektumsetzung innerhalb eines Jahres und das Einsparversprechen in Höhe von nahezu 150.000 Euro. Bereits im ersten Jahr nach Durchführung der Maßnahme war das Ziel erreicht. „Ein Leuchtturmprojekt der zukunftsorientierten Gebäudesanierung mit bundesweiter Ausstrahlung“, befand die Jury.

 

 

Erfolgreiches Energie-Contracting in Baden-Württemberg

Angesichts der Vielfalt der Projekte zeigte sich Karl Greißing, Leiter der Abteilung Energiewirtschaft im Umweltministerium Baden-Württemberg, bei der Preisverleihung begeistert: „Die geehrten Projekte zeigen besonders eindrücklich, dass der zukunftsorientierte Wohnungsbau mit klimaschonender Energieversorgung in Baden-Württemberg mit großen Schritten vorangeht – und mittels Energie-Contracting auch preiswert gelingen kann.“ Auch Gerald Lipka vom BFW freute sich über die Innovationskraft der hiesigen Bauträger: „Mieterstrom, Blockheizkraftwerke und Photovoltaikanlagen gehören beim Wohnungsneubau in Baden-Württemberg fast zum Standard – bei kleinen Mehrfamilienhäusern wie bei großen Quartieren. Es ist sehr erfreulich, wie kreativ sich Wohnbauunternehmen den Herausforderungen des Klimaschutzes mit zukunftsweisenden Lösungen stellen.“ Auch Rüdiger Lohse vom Kompetenzzentrum Contracting der KEA-BW lobte die Preisträger: „Mit Hilfe von Contracting werden inzwischen auch komplexe Energie- und Mobilitätskonzepte professionell und vor allem wirtschaftlich umgesetzt. Wir können allen Bauherren, Planern und Architekten nur empfehlen, dem Vorbild der prämierten Leuchtturmprojekte zu folgen“.

Contracting-Preis Baden-Württemberg

Um intelligente Energieprojekte in der Wohnungswirtschaft bekannter zu machen, loben das Kompetenzzentrum Contracting der KEA-BW sowie der BFW jährlich den Contracting-Preis Baden-Württemberg aus. Sie prämieren herausragende Neubau- und Sanierungsprojekte, bei denen überdurchschnittliche Energie-, Umwelt- oder Nachhaltigkeitsstandards mittels Contracting umgesetzt wurden. Schirmherr des Wettbewerbs ist Landesumweltminister Franz Untersteller. In diesem Jahr wurde der Preis zum dritten Mal vergeben.

 

  • Was ist das Ziel des Contracting-Preis BW?

    Um intelligente Energieprojekte in der Wohnungswirtschaft bekannter zu machen, loben das Kompetenzzentrum Contracting der KEA und der BFW Landesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen Baden-Württemberg e.V. jährlich den »Contracting-Preis BW« aus. Gesucht und prämiert werden herausragende Neubau- und Sanierungsprojekte, bei denen mittels Contracting überdurchschnittliche Energie-, Umwelt- oder Nachhaltigkeitsstandards umgesetzt wurden.

  • Wer kann mitmachen?

    Teilnahmeberechtigt sind institutionelle wie private Bauherren sowie Energiedienstleister, Planer und Architekten. Prämiert werden sowohl Einzelgebäude als auch Quartiersprojekte, sofern sie sich in Baden-Württemberg befinden. Dabei können Neubau- wie Sanierungsprojekte ausgezeichnet werden.

    Beim Preis 2019 mussten alle eingereichten Projekte nach dem 1.1.2013 fertiggestellt worden sein und müssen im Betrieb sein bzw. sich in der Phase der Inbetriebnahme befinden.

  • Was habe ich überhaupt von einer Bewerbung?

    Mit einer Bewerbung für den Contracting-Preis BW haben Sie die Möglichkeit, Ihr Unternehmen und Ihr innovatives Projekt ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Der Preis wird durch eine umfassende Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der KEA sowie des BFW Landesverbands Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen Baden-Württemberg e.V. unterstützt.

    Als Gewinner erhalten Sie alle Fotos der Preisverleihung zur freien Verwendung sowie eine repräsentative Urkunde für Ihre Öffentlichkeitsarbeit. Darüber hinaus winkt ein Preisgeld von bis zu 6.000 Euro (abhängig von der Anzahl der Gewinner). Als Preisträger können Sie sich als innovatives und zukunftorientiert denkendes Unternehmen positionieren, das sich für Umwelt- und Klimaschutz in Baden-Württemberg engagiert.

  • Welche Auswahlkritierien kommen zur Anwendung?

    Umfang der Contracting-Maßnahmen
    Positiv bewertet wird, wenn möglichst viele Maßnahmen über Contracting umgesetzt wurden, insbesondere wenn sich diese nicht nur auf die Energieversorgung, sondern auch auf verbraucherseitige Maßnahmen beziehen (Warmwasserbereitung, Lüftungsanlagen, Wärmedämmung, Versorgungskonzepte). Maßnahmen im oder am Gebäude werden also höher bewertet als reine Versorgungskonzepte.

    Innovationsgrad
    Positiv bewertet werden Wettbewerbsbeiträge, bei denen beispielsweise Solaranlagen und Blockheizkraftwerke miteinander kombiniert oder Energiespeichertechniken installiert wurden. Begrüßt wird auch, wenn im Rahmen des Contracting-Projekts Dienstleistungen wie Energiemanagement oder Apps entwickelt und angeboten werden, um die Gebäudenutzer zum sorgsamen Umgang mit Energie zu motivieren. Positiv bewertet werden auch innovative Geschäftsmodelle wie Mieterstrom oder Energieflatrates.

    Nachhaltiges Bauen
    Die Umsetzung von Prinzipien des nachhaltigen Bauens führt zu einer weiteren guten Bewertung des Wettbewerbeitrags. Die Anwendung von Nachhaltigkeits-Standards wird positiv bewertet.

    Energiestandard
    Der gesetzliche Mindeststandard (EnEV) sollte übertroffen werden. Neubauten müssen mindestens dem KfW-Effizienzhausstandard 55 und Bestandsgebäude dem KfW-Effizienzhausstandard 70 entsprechen. Noch besser bewertet werden Passivhaus- und Plusenergielösungen.