WISSENSPORTAL

Energieeffizienz in Kleinbetrieben

THEMEN

Energiequellen wirtschaftlich einsetzen

Bei allen Umwandlungsprozessen in einem Handwerksbetrieb wird Energie eingesetzt. Knappe Ressourcen werden verbraucht, Emissionen freigesetzt. In jedem Handwerksbetrieb spielt deshalb der wirtschaftliche Energieeinsatz eine wesentliche Rolle. Durch wirtschaftlichen Energieeinsatz werden Energiequellen geschont, Umweltbelastungen verringert und es können auch noch Kosten eingespart werden.

Die Energieeinsparung kann durch gezielten Einsatz neuer Technologien mit entsprechenden Investitionen erfolgen. Auch bereits der Einbau eines Bewegungsmelders in wenig genutzten Räumlichkeiten kann sich schnell amortisieren. Veränderungen des Verhaltens durch Mitarbeiterinformationen führen oftmals auch ohne Investitionen bereits zu Energieeinsparungen und damit auch zu Kostenreduzierungen. Dieselbe Wirkung wird durch eine regelmäßige Kontrolle der Energieverbräuche erreicht.

Doch wie sollte die Energieeffizienzberatung eines kleines Handswerksbetrieb am besten ablaufen? 
Zur Veranschaulichungen möchten wir Ihnen folgendes Beispiel mit an die Hand geben. Ein Bäckermeister mit fünf Angestellten möchte in seinem Betrieb Energie sparen. Die wichtigsten Fragestellungen sind nun: Welche Informationen und Angebote benötigt er? Was erwartet er von einer Energieberatung?

  • Er benötigt eine Erstinformation, dies kann ein Flyer sein, welche Themen/Technologien in seiner Branche Effizienzpotentiale bieten.

  • Er benötigt eine Liste von möglichen Energieberatern.

  • Von der Beratung erwartet er, dass sie auf die Spezifika seiner Branche eingeht, die Beratungsangebote müssen praxisgerecht und unmittelbar – ohne Hinzuziehung weiterer Sachverständiger – umsetzbar sein. Deshalb müssen auch Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen enthalten sein. Für die Beratung benötigt man Branchenleitfäden und Begehungschecklisten.

  • Er braucht Informationen über die Förderung der Beratung und die Förderung der Umsetzung investiver Maßnahmen. Die Antragsstellung erfolgt durch den Energieberater.

Branchenspezifische Informationen zu Energieeffizienzpotentialen
Um auf die individuellen Bedüfnisse von Betrieben aus unterschiedlichen Branchen eingehen zu können, bieten wir Ihnen im folgendenen Branchenspezifische Informationen zu Energieeffizienzpotenitalen. Dazu zählen neben Erstinformationen zur Sensibilisierung auch Checklisten und Leitfäden, die Sie in Ihrer Arbeit unterstützen.

Wir bedanken uns an dieser Stelle für die Erlaubnis der Nutzung der Materialien aus folgenden Quellen:
Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz - Regionale Werkstätten des Handwerks gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
Bayerisches Landesamt für Umweltschutz

Energieeffiziente Bäckerei

Das Bäckerhandwerk ist der Handwerksbetrieb, der die größte Menge an Energie benötigt. Der Energiekostenanteil bei kleinen Bäckereien liegt bei über 5% am Gesamtumsatz.

Die meiste Energie verbrauchen Backöfen, gefolgt von Kälteanlagen und der Warmwasserbereitung.Neben technischen Lösungen und der Optimierung von betrieblichen Arbeitsabläufen können Energieeinsparungen auch durch Änderung des Nutzerverhaltens erzielt werden.

Durchschnittlich werden 50 bis 70 % des gesamten Energieverbrauchs zum Backen und 10 bis 20 % für die Kühlanlagen verwendet. Durch den verstärkten Einsatz von Teiglingen, die gekühlt oder gefroren werden müssen, ist der Anteil der Kühlung am Stromverbrauch steigend. Durch einen effizienten Umgang mit Energie können 10 bis 30 % des Verbrauchs eingespart werden. Erfahrungsgemäß sind kurzfristige Maßnahmen zur Energieeinsparung bei Backöfen, Kälteanlagen und der Warmwasserbereitung besonders effektiv.

Weitere Informationen zum Thema Energieeffizienz und Kostenoptimierung in Bäckereien finden Sie in den Erstinformationen, sowie in zwei veranschaulichenden Videos hier und hier.

Folgende Checkliste soll Ihnen helfen selbst auf die Suche nach ersten Effizienzpotentialen zu gehen. Hauptverbraucher und Einsparpotentiale in Bäckereien werden hier übersichtlich erläutert.

Zwei Leitfäden hier und hier stellen Ihnen Übersichten und Hintergrundinformationen zu unterschiedlichen Techniken zur Verfügung. Es sind damit auch erste Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen möglich.


Energieeffizienter Friseursalon

Das Friseurhandwerk scheint zunächst kein energieintensives Gewerbe zu sein. Bei genauem Hinsehen lassen sich aber trotzdem deutliche Einsparmöglichkeiten entdecken. Mit oft nur geringen Investitionen und einem bewussteren Umgang mit Energie und Material lassen sich klare Einsparungen ohne Komforteinbußen realisieren.

Dabei ist der Komfort für den Kunden als Motiv für Änderungen häufi g wichtiger als die Kosten. Der Stromverbrauch für Beleuchtung, Klimatisierung und Haartrocknung sowie die Kosten für die Heizung und die Warmwasserbereitung führen zu Energiekosten von etwa 5 % der Betriebskosten.

Vergleichen Sie Ihren Energieverbrauch mit nachfolgenden Mittelwerten:

Heizenergieverbrauch 136 kWh/m²a
Stromverbrauch pro MA 1.950 kWh/MA
Stromverbrauch pro m² 81 kWh/m²
Stromverbrauch pro Stuhl 867 kWh/Platz
Stromverbrauch pro Kunde 1,1 kWh/Kunde

Weitere Informationen zum Thema Energieeffizienz und Kostenoptimierung in Friseursalons finden Sie in den Erstinformationen, sowie in diesem veranschaulichenden Video.

Folgende Checkliste soll Ihnen helfen selbst auf die Suche nach ersten Effizienzpotentialen zu gehen. Hauptverbraucher und Einsparpotentiale in Friseursalons werden hier übersichtlich erläutert.


Energieeffiziente KFZ-Werkstatt

Ein Großteil des Energieverbrauchs wird zur Beheizung der Gebäude benötigt, sowie zur Beleuchtung und zum Betreiben von Arbeitsgeräten, wie Kompressoren, u.a.. Die Bereitung von Warmwasser hat, sofern nicht Waschanlagen oder Hochdruckreiniger mit Warmwasser betrieben werden, meist einen geringeren Stellenwert.

Die Aufteilung von Energieverbräuchen und Art der eingesetzten Energieträger ist stark von der Struktur der jeweiligen Kfz-Betriebe abhängig. Kommt, z.B. in Betrieben mit großen Ausstellungsflächen für Fahrzeuge (z.B. Autohäuser), der Beheizung und Beleuchtung dieser Räume ein großer Stellenwert am Energieverbrauch zu, so sind es in Betrieben mit überwiegendem Werkstattbetrieb bzw. Lackierbetrieb neben der Beheizung der Räume, mehr die Prozesse Druckluft, Lackieren / Trocknen, sowie das Waschen der Fahrzeuge.

Weitere Informationen zum Thema Energieeffizienz und Kostenoptimierung in KFZ-Werkstätten finden Sie in den Erstinformationen, sowie in zwei veranschaulichenden Videos hier und hier.

Folgende Checkliste soll Ihnen helfen selbst auf die Suche nach ersten Effizienzpotentialen zu gehen. Hauptverbraucher und Einsparpotentiale in KFZ-Werkstätten werden hier übersichtlich erläutert.


Energieeffizienter metallverarbeitender Betrieb

Die Effizienz, mit der Energie in metallverarbeitenden Betrieben eingesetzt wird, hat einen stetig wachsenden Einfl uss auf deren Wirtschaftlichkeit. Das Leistungsspektrum metallverarbeitender Betriebe ist vielfältig. In kaum einer anderen Branche gibt es eine so große Vielfalt bei Vorprodukten, verarbeiteten Werkstoffen, eingesetzten Maschinen, der Fertigungstiefe und den einzelnen Produktionsprozessen.

Dementsprechend groß ist die Anzahl der zur Verfügung stehenden Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffi zienz. Hierzu zählen sowohl kostengünstige, schnell umsetzbare Einzelmaßnahmen als auch umfassendere Maßnahmen wie die Neuorganisation von Produktionsprozessen oder bauliche Veränderungen.

Weitere Informationen zum Thema Energieeffizienz und Kostenoptimierung in metallverarbeitenden Betrieben finden Sie in den Erstinformationen, sowie in zwei veranschaulichenden Videos hier und hier. Hauptverbraucher und Einsparpotentiale werden hier übersichtlich erläutert.


Energieeffiziente Metzgerei

Energie ist vor allem für Fleischereibetriebe ein essentieller Kostenfaktor. Besonders angewiesen ist das Fleischerhandwerk auf energieintensive Kälte-und Wärmeanwendungen, dadurch ist eine effiziente Erzeugung und Verteilung dieser Energieformen eine wichtige Basis für das betriebliche Energiekonzept und die Wettbewerbsfähigkeit.

Vielfach lässt sich Energie bereits einsparen, wenn Arbeitsabläufe optimiert werden und die Maschinen ordnungsgemäß gewartet und instandgehalten werden. Nach betrieblichen Umstrukturierungen sind die Angemessenheit und Dimensionierung von Versorgungsanlagen zu überprüfen.

Den signifikantesten Einfluss auf die produktionsspezifische Energieeffizienz haben:

  • die Auslastung der Anlagen (Teillastbetrieb und teilweise Beschickung)

  • Anlagenverfügbarkeit

  • Wirkungsgrad / Effizienz der Maschinen und Kälteanlagen

  • das Nutzerverhalten

Weitere Informationen zum Thema Energieeffizienz und Kostenoptimierung in Metzgerein finden Sie in den Erstinformationen, sowie in zwei veranschaulichenden Videos hier und hier.

Folgende Checkliste soll Ihnen helfen selbst auf die Suche nach ersten Effizienzpotentialen zu gehen. Hauptverbraucher und Einsparpotentiale in Metzgerein werden hier übersichtlich erläutert.


Energieeffiziente Schreinerei

Schreinereien sind material- und energieintensive Unternehmen. Bei steigenden Energiepreisen werden die Energiekosten zunehmend zum Wettbewerbsfaktor. Die Höhe des Gesamtenergie-verbrauchs hängt im Wesentlichen von dem wärmetechnischen Standard des Gebäudes, der Art der eingesetzten Energieträger, der Energieeffizienz der Anlagentechnik sowie der Betriebsgröße und Fertigungsstruktur ab.

Die Energiekosten der Holzbranche liegen gegenwärtig in der Größenordnung von rund 1,5°% bis 3,0 % des Jahresumsatzes. Damit erreichen sie in vielen Unternehmen die Höhe der heute realisierbaren Umsatzrenditen. Das bedeutet:

Die Reduzierung der Energieausgaben führt direkt zu einer Steigerung des Gewinns und in den meisten Fällen auch zu einer merklichen Umweltentlastung.

Die Energiekostenverteilung zeigt deutlich, dass die Stromkosten den größten Teil der Energiekosten ausmachen. Hier steckt der Hauptansatz für die Maßnahmen der Energieeinsparung.

Der durchschnittliche Stromverbrauch einer Schreinerei beträgt, je nach technischer Ausrüstung und Produktspektrum, ca. 6.000 kWh pro Mitarbeiter und Jahr. Energieeffizient arbeitende Betriebe haben nur die Hälfte des Verbrauchs und können dadurch erhebliche Kosten einsparen.

Die größten Stromverbraucher in Tischlereibetrieben sind Holzverarbeitungsmaschinen, Späneabsaugung, Beleuchtung, Heizung und Druckluft.

Weitere Informationen zum Thema Energieeffizienz und Kostenoptimierung in Schreinereien finden Sie in den Erstinformationen, sowie in zwei veranschaulichenden Videos hier und hier.

Folgendes Webinar soll Ihnen helfen selbst auf die Suche nach ersten Effizienzpotentialen zu gehen. Hauptverbraucher und Einsparpotentiale in Schreinereien werden hier übersichtlich erläutert.


  • Die Umweltberater des baden-württembergischen Handwerks

    Sie benötigen Hilfe beim Einstieg in ein professionelles Umweltmanagement? Die Umweltberater informieren Sie gerne über Umweltschutzthemen und unterstützen bei der Umsetzung.

    Mehr erfahren