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European Energy Award letztmalig verliehen – künftig stehen neue Klimaschutzmanagement-Systeme bereit

Foto: KEA-BW / Martin Stollberg

  • Baden-Württemberg: Umweltministerium zeichnet in Sinsheim acht Klimaschutzkommunen aus

    European Energy Award letztmalig verliehen – künftig stehen neue Klimaschutzmanagement-Systeme bereit 

    • Acht Kommunen im Land haben nach der erfolgreichen Prüfung im vergangenen Jahr den European Energy Award (eea) erhalten.
    • Das Zertifizierungsverfahren in Deutschland endet nun in seiner bisherigen Form – für interessierte Kommunen ist ein nahtloser Übergang zu neuen Klimaschutzmanagement-Systemen möglich.
    • Die KEA-BW hat die eea-Aktivitäten in Baden-Württemberg koordiniert und ist nun auch für die neuen Systeme die erste Anlaufstelle im Land.

    Am 6. Mai 2026 hat das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft acht Kommunen aus Baden-Württemberg mit dem European Energy Award (eea) ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand in der Klima Arena in Sinsheim statt. Prämiert wurden die Stadt Achern, die Gemeinde Altlußheim, die Stadt Bietigheim-Bissingen, der Landkreis Böblingen, die Stadt Eberbach, die Gemeinde Edingen-Neckarhausen, der Landkreis Rastatt und die Gemeinde Wiesenbach. Mit dieser Auszeichnung endet das bisherige eea-Programm in Deutschland. Für die systematische Unterstützung kommunaler Klimaschutzmaßnahmen stehen künftig neue Angebote bereit, darunter die „Klimakommune Deutschland“ und die „Zukunftskommune“. Beide Klimaschutzmanagement-Systeme setzen verstärkt auf die Einbindung der 33 regionalen Klimaschutz- und Energieagenturen im Land. Darauf weist die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW) hin. Die Landesenergieagentur hat das eea-Programm im Südwesten über viele Jahre koordiniert. Sie steht den Kommunen nun auch für die neuen Systeme als wichtige Anlaufstelle im Land zur Verfügung. 

    Welche Klimaschutzmanagement-Systeme künftig für Kommunen verfügbar sind und an wen sie sich wenden können, präsentiert die KEA-BW auf ihrer Internetseite: www.kea-bw.de/kommunaler-klimaschutz/angebote/klimaschutz-systeme. Die Angebote unterstützen kommunale Verwaltungen dabei, Klimaschutz systematisch anzugehen. Sie erfassen, bewerten und überprüfen regelmäßig die lokalen Maßnahmen und Aktivitäten. Fachleute, häufig aus den regionalen Energie- und Klimaschutzagenturen, begleiten die Kommunen, analysieren den bisherigen Stand und zeigen Verbesserungsmöglichkeiten auf.

    „Die Rolle der Kommunen beim Klimaschutz ist und bleibt zentral. Ein systematisches Vorgehen hilft, Energie effizient einzusetzen und verstärkt auf erneuerbare Energiequellen zu bauen. Das kommt den Kommunen und dem Klima zugute. Wichtig ist, dass die Gemeinden, Städte und Landkreise dabei Klimaschutzmanagement-Systeme nutzen und so ihre umfangreichen Anstrengungen sichtbar machen“, sagt Umwelt- und Energieministerin Thekla Walker. 

    „Kommunen, die ihre Klimaschutzmaßnahmen konsequent umsetzen und erneuerbare Energien ausbauen, werden unabhängiger von hohen Öl- und Gaspreisen. Zugleich stärken sie ihre regionale Wirtschaft, schaffen Arbeitsplätze und modernisieren ihre Infrastruktur“, sagt Jan Münster, Mitglied der Geschäftsführung der KEA-BW. „Umso wichtiger ist es, dass nach dem Ende des eea in Deutschland weiterhin passgenaue Klimaschutzmanagement-Systeme zur Verfügung stehen, mit denen Kommunen ihre Klimaschutzaktivitäten nahtlos und systematisch fortführen können.“

    Drei Städte, drei Gemeinden und zwei Landkreise prämiert

    Den European Energy Award Gold erhielt der Landkreis Böblingen. Das ist die höchste Auszeichnungsstufe in dem europäischen Klimaschutzzertifizierungssystem. Eine Kommune bekommt sie, wenn sie mindestens 75 Prozent der für sie möglichen Maßnahmen zur Energieeffizienz und zum Klimaschutz umgesetzt hat. Nach den erfolgreichen Prüfungen im Jahr 2025 wurden außerdem die Stadt Achern, die Gemeinde Altlußheim, die Stadt Bietigheim-Bissingen, die Stadt Eberbach, die Gemeinde Edingen-Neckarhausen, der Landkreis Rastatt und die Gemeinde Wiesenbach mit dem European Energy Award prämiert. 

    Beispiel 1: Landkreis Böblingen für sein langjähriges Engagement prämiert

    Der Landkreis Böblingen nahm zum vierten Mal in Folge den European Energy Award Gold mit nach Hause – bereits in den Jahren 2014, 2017 und 2021 war dies der Fall. Für die Prüfung 2025 erhielt die Kommune nun die Auszeichnung. Die Energieagentur Kreis Böblingen begleitet den Prozess und unterstützt den Landkreis bei der Umsetzung der Maßnahmen. Als wirtschaftsstarker Landkreis sieht Böblingen Klimaschutz und wirtschaftliche Entwicklung eng miteinander verbunden. Dazu zählen unter anderem der Ausbau erneuerbarer Energien, die Elektrifizierung der Schönbuchbahn und das Projekt Energiedrehscheibe Nord in Sindelfingen. Durch die Kombination aus Windenergie, Photovoltaik, Biomethan und Biomasse entsteht dort ein Energiestandort, der verschiedene erneuerbare Energiequellen miteinander verbindet und zur lokalen Energieversorgung beitragen soll.

    „Der Landkreis Böblingen geht im Bereich Klimaschutz voran, da es für uns eine ökologische und eine ökonomische Zukunftsaufgabe ist“, so der Böblinger Landrat Roland Bernhard. „Lokale, regenerative Energiegewinnung bedeutet mehr Krisenresilienz, mehr Wertschöpfung vor Ort und mehr Klimaschutz – auch in Anbetracht der volatilen Weltsituation.“

    Beispiel 2: Altlußheim will zukunftsfähig und lebenswert sein

    Die Gemeinde Altlußheim trat vor vier Jahren dem eea bei. Seither baute sie ihr kommunales Energiemanagement auf und stellte eine Klimaschutzmanagerin ein. Jährlich entsteht eine neue PV-Anlage auf kommunalen Dächern, ergänzt durch die Solarkampagne mit der Klimaschutz- und Energie-Beratungsagentur Heidelberg – Rhein-Neckar-Kreis (KLiBA). Zusätzlich plant Altlußheim eine Freiflächen PV-Anlage, um die lokale Energieerzeugung weiter auszubauen. Seit 2022 stehen E-Carsharing und Ladesäulen an zwei Standorten bereit. Schon 2019 wurde die Straßenbeleuchtung auf LED umgestellt. Zusammen mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern gründete die Gemeinde eine Klimaschutzinitiative sowie eine Arbeitsgruppe für Bürgerberatung. Zudem ist die Gemeinde aktiv vernetzt und startet 2026 in die kommunale Wärmeplanung im Konvoi mit Neulußheim und Reilingen. 

    „Unser Erfolg im Klimaschutz entsteht durch gemeinsames Engagement und konsequente Umsetzung - für eine lebenswerte, zukunftsfähige Gemeinde“, sagt Uwe Grempels, Bürgermeister von Altlußheim.

    Klimaschutzaktivitäten effizient vorantreiben 

    Städte und Gemeinden im Südwesten konnten von 2006 bis Ende 2025 am European Energy Award (eea) teilnehmen, Landkreise seit 2010. 28 von 35 Landkreisen haben das Programm genutzt. Bei den Städten und Gemeinden waren es 153 und ein Gemeindeverwaltungsverband. Damit hatte Baden-Württemberg im Vergleich zu den anderen Bundesländern die meisten eea-Kommunen in Deutschland: Mehr als die Hälfte der Städte, Gemeinden und Landkreise, die deutschlandweit am European Energy Award teilnahmen, stammten von dort. Rund 15 Prozent der Kommunen im Südwesten haben sich beteiligt. Europaweit nehmen derzeit rund 1.900 Kommunen aus 16 Ländern teil. Das deutsche Programm in seiner bisherigen Form wurde durch den privaten Träger zum Ende 2025 bundesweit eingestellt, das europäische Programm besteht aber weiterhin. 

    Klimaschutz-Potenziale mit den neuen Klimaschutzmanagement-Systemen erschließen

    Eine strukturierte und systematische Vorgehensweise ist entscheidend, wenn Kommunen Klimaschutzmaßnahmen wirksam und dauerhaft umsetzen wollen. Nach dem Aus des eea in Deutschland gibt es inzwischen neue Instrumente, die Kommunen dabei unterstützen, ihre Klimaschutzarbeit gezielt voranzubringen. Dazu gehört seit April 2026 die Klimakommune Deutschland. Das bundesweite Klimaschutzmanagement-System knüpft an die international anerkannten Standards des eea an, hat ein hohes Maß an Anschlussfähigkeit für Kommunen, die den bisherigen Prozess bereits genutzt haben und begleitet Kommunen mit einem qualitätsgesicherten Managementprozess. Die regionalen Energie- und Klimaschutzagenturen oder andere Dienstleister unterstützen die Kommunen dabei.

    Zugeschnitten auf Baden-Württemberg steht außerdem seit Mitte 2025 mit der Zukunftskommune ein weiteres Klimaschutzmanagement-System zur Verfügung. Der pragmatische Einstieg für kleine und mittlere Kommunen, die mehr für den Klimaschutz tun möchten als bisher, wurde von zwei regionalen Energie- und Klimaschutzagenturen in Baden-Württemberg entwickelt und bereits in Pilotkommunen eingeführt. Die Nutzung ist inzwischen auch für Landkreise möglich. Auch bei diesem Ansatz können die Kommunen auf die externe Beratung und praxisnahe Begleitung durch die regionalen Energie- und Klimaschutzagenturen zählen. Welche Lösung für eine Kommune am besten passt, hängt von Größe, Zielsetzung und vorhandenen Strukturen ab.

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    Die Preisträgerkommunen 2026

    o Informationen zu den ausgezeichneten Kommunen gibt es unter www.kea-bw.de/eea-preistraeger-2026

    Weitere Informationen zu Klimakommune und Zukunftskommune

    o Klimakommune: www.klimakommune.de
    o Zukunftskommune: https://reabw.de/zukunftskommune/
    o Kompakte Übersicht über Klimakommune, Zukunftskommune und weitere nützliche Werkzeuge für den kommunalen Klimaschutz: www.kea-bw.de/kommunaler-klimaschutz/angebote/klimaschutz-systeme

    Allgemeine Klimaschutztipps für Kommunen

    o Was Kommunen machen können und wie sie am besten vorgehen: www.kea-bw.de/kommunaler-klimaschutz
    o Gute Beispiele sind auf der Karte Klimaschutzland Baden-Württemberg zu finden: www.kea-bw.de/klimaschutzland-bw

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    Über die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW)

    Die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW) ist die zentrale Kompetenzstelle des Landes für Klimaschutz und Energiewende auf kommunaler Ebene. Sie unterstützt Kommunen sowie weitere Akteurinnen und Akteure dabei, ihren Energieverbrauch zu senken, erneuerbare Energien auszubauen und nachhaltige Lösungen für Wärme, Mobilität sowie den Schutz von Gewässern und Böden umzusetzen.

    Als Landesenergieagentur berät die KEA-BW Kommunen, Bürgerinnen und Bürger sowie weitere Partner zu Fragen der Energieeffizienz, der kommunalen Wärmeplanung und der nachhaltigen Mobilität. Darüber hinaus unterstützt sie Energieversorger, Netzbetreiber sowie Flächeneigentümerinnen und Flächeneigentümer beim Ausbau der erneuerbaren Energien – insbesondere von Windenergie und Photovoltaik.

    Im Auftrag der Landesregierung entwickelt die KEA-BW zudem Programme, Projekte und Informationsangebote für Kommunen und begleitet deren Umsetzung. Um möglichst viele Städte, Gemeinden und Landkreise zu erreichen, arbeitet sie eng mit den regionalen Energie- und Klimaschutzagenturen in Baden-Württemberg zusammen.

    Die KEA-BW wurde 1994 gegründet und ist seit 2017 eine hundertprozentige Tochter des Landes Baden-Württemberg. An den Standorten Karlsruhe und Stuttgart arbeiten heute über 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Weitere Informationen unter: www.kea-bw.de

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