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Contracting verhilft Pflegezentrum kostengünstig zu Wärmenetz / Contracting-Kongress am 26.6. in Stuttgart

Drei Männer unterhalten sich an Stehttisch, im Hintergrund weitere Personen

Der 18. Contracting-Kongress findet am 26. Juni 2024 in Stuttgart statt – hier ein Foto vom vergangenen Jahr. Foto: KEA-BW

An die Medien

Karlsruhe, 14. Mai 2024

Großes Stuttgarter Pflegezentrum nutzt Energiedienstleistung Contracting für Bau eines Wärmenetzes

18. Contracting-Kongress am 26. Juni in Stuttgart zeigt, wie Sozialeinrichtungen Kosten- und Energieeffizienz steigern können

  • Pflegezentrum Bethanien nutzt Contracting zum Bau eines erneuerbar gespeisten Wärmenetzes und für weitere Effizienzmaßnahmen
  • Contracting-Kongress zeigt, wie Sozialeinrichtungen ohne eigene Investitionen und extra Personal energetisch sanieren können
  • 18. Contracting-Kongress der Landesenergieagentur KEA-BW, 26. Juni 2024, Stuttgart, GENO-Haus

Die Diak Altenhilfe Stuttgart hat ihr Pflegezentrum Bethanien energetisch saniert – und musste dafür kaum eigenes Geld investieren. Die Gesundheitseinrichtung ließ ein mit Holzenergie gespeistes Wärmenetz errichten. Es versorgt mehrere Gebäude, zusätzlich kommt Solarstrom vom Dach. Der jährliche Wärmebedarf der Stuttgarter Diakonieeinrichtung sank von 3.200 auf 2.130 Megawattstunden, das entspricht einer Einsparung von rund einem Drittel. Ermöglicht hat das Projekt die Dienstleistung Contracting. Wie Kliniken, die Wohnungswirtschaft oder Kommunen Contracting erfolgreich nutzen können, zeigt der 18. Contracting-Kongress am 26. Juni 2024 in Stuttgart. Veranstalter ist das Kompetenzzentrum Contracting der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW).

Zur Anmeldung: https://contracting-kongress.kea-bw.de/#

Das Gebäudeensemble des Pflegezentrums Bethanien besteht aus Neubauten und Bestandsgebäuden. Es umfasst Pflegeheime, eine Altenpflegeschule, Wohngebäude und ein Gerontologie-Gebäude. Die Häuser wurden im Rahmen des Sanierungsprojekts an ein neu errichtetes Nahwärmenetz angeschlossen. Die Wärme kommt aus einem Holzpellet-Kessel und einem Erdgas-Spitzenlastkessel. Zusätzlich wurde ein Notfallkonzept für die Strom- und Wärmeversorgung umgesetzt. Auch die Stromversorgung ist nun klimafreundlicher: Eine Photovoltaikanlage mit einer installierten Leistung von rund 100 Kilowatt liefert im Jahr rund 100 Megawattstunden sauberen Strom. Das ist so viel, wie 33 Drei-Personen-Haushalte im Jahr verbrauchen.

Erfolgreiche Modernisierung ohne hohe Kosten

Die Heizzentrale verfügt über eine Leistung von 600 Kilowatt aus Holzpellets und 1.000 Kilowatt Erdgas-Spitzenlast. Durch das Contracting-Konzept musste der Träger des Pflegezentrums kaum selbst investieren und nur wenig eigenes Personal in die Prozesse einbinden. Um die Modernisierung umzusetzen, suchte der Projektentwickler Enercheck zunächst anhand der Verbrauchsdaten die geeigneten Liegenschaften aus und brachte Vorschläge für Energiesparmaßnahmen ein. Auf deren Grundlage entschied sich die Diak Altenhilfe für ein Contracting-Verfahren. Anschließend wurden vier Anbieter angefragt. Die Wahl fiel schließlich auf das Unternehmen Engie. Die KEA-BW unterstützte den Träger in der Ausarbeitung des Vertrags und beim Projektmanagement. Die Projektentwicklung dauerte von 2017 bis 2019. Seit Ende 2021 liefert das Wärmenetz klimafreundliche Wärme. Die Vertragslaufzeit für das Contracting beträgt 20 Jahre. Die Investitionssumme liegt bei rund 850.000 Euro.

Verschiedene Contracting-Modelle 

Bei Contracting werden die Planung, der Bau, der Betrieb sowie die Finanzierung der energetischen Sanierung von einem Energiedienstleister, dem Contractor, übernommen. Die Ausgaben, die ihm dabei entstehen, refinanziert er während der Vertragslaufzeit über die gesparten Energiekosten. Diese Variante wird als Energieeinspar-Contracting bezeichnet. Alternativ dazu lässt sich die Refinanzierung über die Energielieferung (Energieliefer-Contracting) organisieren. Diese Contracting-Form zeichnet sich dadurch aus, dass der Contractor die Planung, Finanzierung, Installation, Energiebeschaffung sowie auch die Betriebsführung der Energieerzeugungsanlage übernimmt. Ziel ist die effiziente Bereitstellung von Energie. Der Contractor wird über einen vertraglich vereinbarten festen Grundpreis und einen verbrauchsabhängigen Arbeitspreis vergütet. Das Eigentum der Anlagen verbleibt meist beim Contractor und wird im Vertrag abgesichert.

Beim Pflegezentrum Bethanien entschied man sich für das Modell des Energieliefer-Contractings. Das Projekt war ein Erfolg: Der Energieverbrauch sank um 34 Prozent, die Heizungsanlage ist zukunftssicher erneuert worden.

Contracting-Kongress in Stuttgart mit weiteren Praxisbeispielen

Das Team des Kompetenzzentrums Contracting der Landesenergieagentur KEA-BW hat für den Contracting-Kongress am 26. Juni in Stuttgart viele weitere Beispiele aus der Praxis zusammengestellt. Darüber hinaus vermitteln Fachleute Wissen rund um die Energiedienstleistung.

So berichtet Prof. Dr. Frank Brettschneider von der Universität Hohenheim über erfolgreiche Klimakommunikation bei Sanierungsprojekten. Unter dem Motto „Gut kommuniziert ist halb saniert – resiliente Energieversorgung durch Contracting“ erklärt Dr. Klaus Keßler, Geschäftsführer der Klimaschutz- und Energie-Beratungsagentur Heidelberg - Rhein-Neckar-Kreis (KLiBa), worauf es bei der Kommunikation mit Kommunen ankommt. Das Team der KEA-BW und weitere Fachleute vermitteln überdies in verschiedenen Foren Know-how zu Contracting für Einsteiger. Thematisiert wird auch die Umrüstung der Wärmeversorgung im Bestand und die Steigerung der Energieeffizienz in Sozialeinrichtungen.

Der Kongress wendet sich an Vertreterinnen und Vertreter von Kommunen, der Wohnungswirtschaft, der Sozialwirtschaft, aus Projektentwicklungsbüros sowie Contractingunternehmen und an alle Interessierten. Die Veranstaltung findet im Stuttgarter GENO-Haus von 10 bis 16:30 Uhr statt.

Anmeldung: https://contracting-kongress.kea-bw.de.

Weitere Informationen

 

Über die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW)

Die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH ist die Energieagentur des Landes. Aufgabe der KEA-BW ist die aktive Mitwirkung an der Klimaschutzpolitik in Baden-Württemberg: Sie berät Ministerien, Kommunen, kleine und mittelständische Unternehmen sowie kirchliche Einrichtungen bei der Energieeinsparung, der rationellen Energieverwendung sowie der Nutzung erneuerbarer Energien. Auch die nachhaltige Mobilität sowie der Bereich der Klimaanpassung sind Schwerpunkte der KEA-BW. Zudem ist sie die zentrale Anlaufstelle für alle Beteiligten beim Ausbau der erneuerbaren Energien in Baden-Württemberg. Der Sitz der KEA-BW ist in Karlsruhe, eine Außenstelle befindet sich in Stuttgart.

Über die Themenfelder der KEA-BW

Die fünf Kompetenzzentren „Kommunaler Klimaschutz“, „Energiemanagement“, „Contracting“, „Wärmewende“ und „Zukunft Altbau“ der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW) erstellen Informationsmaterialien, verbreiten sie, bieten kostenfreie Impulsberatungen an, organisieren Veranstaltungen, entwickeln und pflegen einschlägige Netzwerke und beobachten den Markt. Zusammen mit dem Bereich „Nachhaltige Mobilität“ sollen sie den Klimaschutz in Kommunen, bei Unternehmen, sonstigen Einrichtungen und Privatleuten in Baden-Württemberg weiter voranbringen. Ergänzt werden die Aktivitäten der KEA-BW durch den Bereich „Erneuerbare BW“. Er ist Ansprechpartner für Kommunen und Projektierer mit dem Ziel, die erneuerbaren Energien im Land schneller auszubauen. Angesiedelt bei „Erneuerbare BW“ ist auch das im Verbund mit regionalen Einrichtungen wirkende „Photovoltaik-Netzwerk Baden-Württemberg“. Die Kompetenzzentren und der Bereich Erneuerbare BW werden vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft des Landes finanziert, der Bereich Nachhaltige Mobilität vom Ministerium für Verkehr BW.
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