Die e.wa riss betreibt seit 2016 in Biberach ein lokales Netz mit „kalter Nahwärme“. Dabei wird mit Hilfe von bis zu 200 m tiefen Erdsonden Erdwärme gewonnen. Diese wird über ein Wasser-Glykol-Gemisch durch das Netz bis in die Häuser transportiert. Die benötigten Heiztemperaturen werden dann von den Hausbesitzern jeweils vor Ort mit Hilfe von Wärmepumpen erzeugt. Der Vorteil ist, dass die Hausbesitzer auf das kostenintensive Erschließen einer eigenen Umweltwärmequelle verzichten können. Gleichzeitig kann aufgrund der niedrigen Temperaturen des Wasser-Glykol-Gemischs auf eine aufwändige Netzdämmung verzichtet werden. Im Sommer kann das System außerdem in umgekehrter Richtung auch kühlen, indem die Wärme aus den Häusern ins Erdreich abgeführt wird. 

Netzbeschreibung 
Das Netz wird über 35 Erdwärmesonden mit einer Gesamtlänge von ca. 6.960 m versorgt. Das Projekt wurde damit auf eine Spitzenlast von 300 kW ausgelegt. Die Auslegung der dezentralen Wärmepumpen bleibt jeweils den Hauseigentümern überlassen. Insgesamt sind 42 Wohneinheiten (25 Einfamilienhäuser, 13 Reihenfamilienhäuser und 4 Mehrfamilienhäuser) an das Netz mit kalter Nahwärme angeschlossen.  
 

Projektdaten
Ort: 88400, Biberach 
Baujahr: 2016
Betreiber: e.wa riss GmbH & Co. KG
Investitionssumme: ca. 800.000 €
 

Eingesetzte Anlagentechnik
Erdwärmesonden (35 Stk., Gesamtlänge ca. 6.960 m): 300 kW 
Dezentrale Wärmepumpen: 448 kW (kalkulierte Gesamtleistung aller Wärmepumpen)