Grenzüberschreitendes Wärmenetz Kehl-Straßburg
Abwärme nutzen, statt sie ungenutzt abzugeben
Im Stahlwerk der Badischen Stahlwerke GmbH (BSW) in Kehl entsteht bei der Stahlproduktion unvermeidbare Abwärme. Das Projekt macht diese Wärme für die grenzüberschreitende Versorgung nutzbar: Eine Wärmeleitung soll das Stahlwerk mit dem bestehenden Fernwärmenetz in Straßburg verbinden. So können Wohngebäude, öffentliche Einrichtungen und Unternehmen mit Wärme versorgt werden.
Die KEA-BW engagiert sich seit 2018 für das grenzüberschreitende Wärmenetz und ist kofinanzierende Projektpartnerin im INTERREG-VI-Projekt. Sie bringt ihre fachliche Expertise zur Nutzung industrieller Abwärme und zur Entwicklung klimafreundlicher Wärmenetze ein. Im Rahmen der Projektvorbereitung wurden unter anderem das Wärmeaufkommen der Badischen Stahlwerke, der Wärmebedarf Straßburgs und die Trassenplanung untersucht. Darüber hinaus begleitete die KEA-BW den Förderantrag bei der BAFA und wirkte an der Erarbeitung des Energieliefervertrags mit den Badischen Stahlwerken sowie an Verträgen mit potenziellen weiteren Energielieferanten mit.

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Was ist das Ziel?
In einer ersten Phase sollen rund 7.000 Straßburger Haushalte mit Wärme versorgt werden. Dadurch können jährlich etwa 20.000 Tonnen klimaschädliches CO₂ vermieden werden. Langfristig soll das Wärmenetz weitere Haushalte, öffentliche Einrichtungen und Unternehmen in Straßburg und Kehl erreichen.
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Wie funktioniert das Projekt?
Die von den Elektroöfen der Badischen Stahlwerke entstehende Abwärme wird ausgekoppelt und über eine grenzüberschreitende Wärmeleitung nach Straßburg transportiert. Die geplante Leitung quert den Rhein und führt auf beiden Seiten durch die Hafengebiete. Die erste Wärmelieferung ist für Mitte 2028 vorgesehen.
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Wer ist beteiligt?
Projektträgerin ist die grenzüberschreitende Wärmegesellschaft SEM Calorie Kehl-Strasbourg. Zu den Projektpartnern gehören die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH, die Eurométropole de Strasbourg, die Stadt Kehl, das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, die Région Grand Est, die Banque des Territoires und die Badischen Stahlwerke.
Die SEM Calorie Kehl-Strasbourg wurde am 1. Juni 2022 gegründet. Ihre Aufgaben umfassen die Finanzierung, Planung, den Bau und den Betrieb der grenzüberschreitenden Wärmeleitung.
Gefördert wird das Projekt durch INTERREG
