• Wärmewende

Leuchtturmprojekt in Überlingen

Effiziente Energieerzeugung durch innovative Technologien

  • Das Wärmenetz versorgt rund 800 Haushalte und öffentliche Gebäude mit Wärme.
  • Ein zentrales Element der Wärmeversorgung ist die drittgrößte Solarthermie-Anlage in Baden-Württemberg.

Als Teil des Verbundvorhabens „EnStadt: Stadtquartier 2050 – Herausforderungen gemeinsam lösen“ wird im Wohnquartier Hildegardring/Schättlisberg in Überlingen eine klimaneutrale Energieversorgung mit bezahlbarem Wohnen vereint. Das Leuchtturmprojekt soll als Vorbild für andere Quartiere und Kommunen dienen. In Überlingen wird dazu ein bestehendes Wohngebiet um ein Neubaugebiet erweitert. Mit Abschluss des letzten Bauabschnitts können 800 Haushalte, eine Klinik und eine Schule mit Wärme versorgt werden.

Kombination verschiedener Technologien

Für die Wärmeversorgung des Quartiers kommen verschiedene Technologien zum Einsatz. In der Holzhackschnitzel-Anlage wird Holz aus dem regionalen Wald verwendet, um Transportwege gering zu halten. Im Zuge einer Modernisierung dieser Anlage erfolgte der Einbau von neuen Hochleistungsfilteranlagen, die die Feinstaubbelastung sowie die CO2-Emissionen verringern. Das zentrale Element des Wärmenetzes bildet die Solarthermie-Anlage. Mit 864 Kollektoren und einer Fläche von 4.300 Quadratmetern stellt sie die drittgrößte Anlage dieser Art in Baden-Württemberg dar. Ergänzt wird das Wärmenetz durch einen 270 Kubikmeter großen Pufferspeicher. Dieser speichert das bis zu 95 Grad heiße Wasser aus dem Solarthermie-Feld und leitet es bei Bedarf an die Haushalte weiter. Für die Abdeckung der Spitzenlast sorgen zwei Erdgas-Spitzenlastkessel sowie ein mobiles Erdgas-Blockheizkraftwerk.

Doppelte Nutzung der Wärme

Das Wärmenetz in Überlingen ist eines der wenigen in Baden-Württemberg, das die Bauart des Drei-Leiter-Netzes anwendet. Es ermöglicht eine besonders effiziente Versorgung der angeschlossenen Gebäude. Dazu wird das Bestandsquartier mit Wärme aus der Holzhackschnitzel-Anlage versorgt. Das dabei zurückfließende Wasser weist eine Temperatur von circa 55 Grad Celsius auf und kann somit als Vorlauf für die Gebäude des Neubauquartiers genutzt werden. Denn die Flächenheizungen in den Neubauten kommen mit niedrigeren Vorlauftemperaturen aus.

Einbindung der Bewohnerinnen und Bewohner

Das Projekt wurde von verschiedenen sozialwissenschaftlichen Arbeiten begleitet. Unter anderem wurde eine Quartiers-App zur Schulung und ein Bonussystem entwickelt. Es soll energiebewusstes Verhalten der Verbraucherinnen und Verbraucher unterstützen.

 

Technische Daten

TechnologieHolzhackschnitzel-Anlage (1,6 MWth),
Solarthermie-Anlage (2,4 MWth),
2 Erdgas-Spitzenlastkessel,
mobiles Erdgas-BHKW,
Pufferspeicher (3 Stück, je 90 m³)
Erzeugte Wärmemenge11 GWh
CO2-Minderung1.750 t CO2 jährlich
FörderungBundesministerium für Bildung und Forschung und Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz durch die Förderinitiative „Solares Bauen / Energieeffiziente Stadt“
BetriebStadtwerk am See GmbH & Co. KG

Weitere projektbezogene Informationen finden sich auf der folgenden Seite: https://www.stadtquartier2050.de/index.php.

Für Fragen und weitere Informationen:
waermewende@kea-bw.de
https://www.kea-bw.de/waermewende

Stand März 2024