- Wärmewende
Wärmenetz der vierten Generation
Nachhaltige Fernwärme für den Freiburger Süden

- Die bestehenden Fernwärmenetze in den Freiburger Stadtteilen Haslach und Vauban werden im Rahmen des Projekts WÄRMEverbund Freiburg-Süd bis 2024 erweitert und zu einem Wärmenetz der vierten Generation ausgebaut.
- Wärmenetze der vieren Generation werden zu einem hohen Anteil aus erneuerbaren Energien und Abwärme gespeist. Mit 20 bis 95 Grad Celsius haben sie zudem ein geringes Temperaturniveau.
- Ein lokaler Wärmeversorger wird die Freiburger Netze verbinden und sanieren; alte Erzeugungsanlagen erneuern und die Kapazitäten erhöhen.
- Größter neuer Einspeiser ist eine Molkerei, deren Prozessabwärme in das Netz einfließt.
Bis 2050 soll die Stadt Freiburg klimaneutral sein. Dafür muss die bestehende Fernwärmeversorgung ausgebaut und vor allem erneuerbarer werden. Mit diesem Ziel setzt die badenova WÄRMEPLUS GmbH im Freiburger Süden einen Wärmeverbund aus vielen dezentralen kleinen und großen Einspeisern um.
Das Ziel: Bis 2024 sollen die Wärmenetze in den Stadtteilen Haslach und Vauban verbunden und erweitert werden. Auch die Anwohner im Stadtteil Stühlinger sollen zukünftig Fernwärme beziehen können. Insgesamt soll die Wärmemenge von 23,8 auf 41 Millionen Kilowattstunden pro Jahr erhöht werden. Um das stemmen zu können, braucht es neue Energiequellen.
Abwärme aus der Milchproduktion heizt zukünftig Gebäude
Eine davon ist bereits vorhanden: Die Abwärme aus den Produktionsprozessen der Molkerei Schwarzwaldmilch. Diese entsteht bei der Kühlung und im Abwasser des Unternehmens. Mittels Wärmepumpen kann dieses auf die im Netz benötigte Temperatur angehoben werden. Einer neue Absorptionskälteanlage und ein Eisspeicher sollen helfen, Schwankungen in der Kälteerzeugung auszugleichen.
Auch die Heizzentrale in Vauban wird ausgebaut und die Leistung des mit Holz und Erdgas betriebenen BHKWs verdoppelt. In der Energiezentrale in Haslach werden zukünftig zwei strommarktorientierte BHKWs eingesetzt. Diese unterstützen die Einbindung erneuerbarer Energien in das Stromnetz, indem sie Schwankungen ausgleichen. Eine Wärmepumpe macht zusätzlich die Abwärme aus dem Gemischkühler und den Abstrahlverlusten des BHKWs nutzbar.
Effiziente Wärmenetze – nicht nur im Neubaugebiet
Um die Rücklauftemperaturen im Netz zu verringern, sollen Wärmeverluste aufgespürt und verringert werden. Unterstützung erhält die Stadt Freiburg bei dem Projekt vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Denn das Modellprojekt zeigt: Ein hocheffizientes Wärmenetz kann auch für Bestandsgebäude umgesetzt werden, es braucht dafür keine perfekt gedämmten Neubauten.
Technische Daten
| Technologie | Industrieabwärme, Wärmepumpen, Eisspeicher |
| Erzeugte Wärmemenge | 41.600.000 kWh pro Jahr (geplant für 2025) |
| Reichweite | 5.670 versorgte Personen |
| Anteil erneuerbarer Energien | 60 Prozent |
| CO2-Minderung | 5.000 Tonnen pro Jahr gegenüber dem aktuellen Stand |
| Förderung | Förderprogramm „Wärmenetze 4.0“ des BAFA (11,6 Mio. €) |
| Konzeption und Betrieb | badenovaWÄRMEPLUS GmbH & Co. KG |
Für Fragen und weitere Informationen:
waermewende@kea-bw.de
https://www.kea-bw.de/waermewende
kea-bw.de