• Wärmewende

Freiflächen-Solarthermie

Die größte solarthermische Anlage Südbadens steht in Ettenheim

  • Die Fernwärme Ettenheim GmbH hat am Ortsrand von Ettenheim eine etwa 1.800 Quadratmeter große Sonnenkollektorfläche installiert.
  • In Kombination mit einer Holzhackschnitzelheizung ermöglicht die Solarthermieanlage die nahezu CO2-neutrale Wärmeversorgung einer Schule mit angeschlossenem Internat, eines angrenzenden Wohngebiets und weiterer Gebäude.
  • Ettenheim spart durch die Solaranlage jährlich etwa 135 Tonnen CO2 ein – zusammen mit der Holzhackschnitzelheizung sind es sogar 1.500 Tonnen CO2 pro Jahr.

 

In der Stadt Ettenheim im Ortenaukreis steht neben dem Gelände eines Schulzentrums mit rund 1.800 Schülerinnen und Schülern eine der größten Solarthermieanlagen in Südbaden: Auf 14 Reihen verteilen sich 112 Hochleistungsflachkollektoren. Bis ins Jahr 1999 versorgten zwei Heizölkessel mit jährlich etwa 500.000 Litern Heizöl die Heimschule mit fossiler Wärmeenergie. Fast dieselbe Wärmemenge bedient heute neben der Schule mit Internat, Sporthalle und Hallenbad auch ein nahegelegenes Wohngebiet mit etwa 200 Haushalten sowie weitere Gebäude – jetzt jedoch regenerativ erzeugt.

Gemeinsam mit der Schulstiftung der Heimschule bemüht sich die Stadt seit Jahren um eine nachhaltigere Fernwärmeversorgung für die Schule und das nahegelegene Wohnquartier. In Kooperation mit dem Ingenieurbüro ratio energie GmbH gründeten sie die Fernwärme Ettenheim. Seit über 20 Jahren sichert diese nun den Wärmebedarf der Schule und des Wohngebiets klimaneutral mit einer Holzhackschnitzelheizanlage. Zusätzliche fossile Wärme lieferte neben den Heizölkesseln bis vor wenigen Jahren ein erdgasbetriebenes Blockheizkraftwerk (BHKW).

Als der Ersatz des BHKWs anstand, suchte der Betreiber nach einer klimafreundlichen Alternative. Das Ergebnis: In den Jahren 2019 und 2020 installierte die finnische Firma Savosolar die Sonnenkollektorfläche am Ettenheimer Ortsrand.

Regenerative Energien liefern jetzt nahezu den kompletten Wärmebedarf

Neben der solarthermischen Anlage bestehen weiterhin die Holzhackschnitzelheizanlage und die beiden Heizölkessel. Letztere ergänzen die Wärmeversorgung jedoch nur zu Spitzenlastzeiten. Damit kommt die benötigte Wärmeenergie jetzt zu fast 100 Prozent aus regenerativen Energien. Die Solaranlage deckt dabei vor allem den Wärmebedarf im Sommer. Während der warmen Monate bleibt der Holzheizkessel ausgeschaltet. An sonnenarmen Tagen stellen zwei jeweils 100 Kubikmeter große Pufferspeicher die Wärmeversorgung sicher: Sie speichern überschüssig erzeugte Wärme, die dann bei Bedarf abgerufen werden kann.

Eine in vieler Hinsicht vorbildliche Anlage

Der Bau der Solaranlage ist für die Stadt Ettenheim ein weiterer Schritt in Richtung Klimaneutralität. Für andere Kommunen dient Ettenheim als gutes Beispiel: Die Solarthermie senkt den Holzenergieanteil an der Wärmeerzeugung für das Nahwärmenetz – damit trägt die Stadt zur Schonung natürlicher Ressourcen bei.

Einen ökologischen Zusatznutzen schuf die Stadt, indem sie die Aufstellfläche der Anlage in eine Magerwiese mit vielfältigem Pflanzenbewuchs umgestaltete und sie damit für die für temporäre Mutterschafhaltung nutzbar machte. So fördert Ettenheim auch die lokale Biodiversität.

In das Großprojekt investierte die Fernwärme Ettenheim rund 1,3 Millionen Euro – die KfW stellte dafür 525.000 Euro an Fördermitteln bereit.

 

Technische Daten

TechnologieSolarthermie / Holzhackschnitzelheizanlage / Öl-Spitzenlastkessel / Wärmespeicher
Erzeugte Wärmemenge

4.700 MWh/a; davon

  • Anteil solare Wärme: 750 MWh/a (16 %)
  • Anteil Brennstoff Holz: 3.750 MWh/a (80 %)
  • Anteil Brennstoff Erdöl: 200 MWh/a (4 %)
Anteil erneuerbarer Energien> 95 %
Anzahl AnschlüsseHeimschule mit Internat, Sporthalle und Hallenbad sowie rund 200 Haushalte im benachbarten Wohngebiet und weitere Gebäude wie z.B. ein Pflegeheim, zwei betreute Wohnanlagen, weitere Wohngebäude sowie Gewerbebetriebe
CO2-Minderung1.500 t/a (davon 135 t/a durch die Solaranlage)
Förderung525.000 Euro Förderung von der KfW
Konzeption
  • Fernwärme Ettenheim GmbH: Bauherr (Gesellschafter: ratio energie GmbH, Stadt Ettenheim, Schulstiftung der Erzdiözese Freiburg)
  • ratio energie GmbH, Lörrach: Bauherrenvertreter und Generalplaner:  Projektierung der Gesamtanlage und deren ingenieurtechnische Einbindung in die bestehende Energiezentrale
  • Savosolar Oyj, Mikkeli, Finnland: Generalunternehmer für die komplette Solaranlage inklusive der beiden Pufferspeicher
BetriebFernwärme Ettenheim GmbH

Für Fragen und weitere Informationen:
waermewende@kea-bw.de
https://www.kea-bw.de/waermewende