Am 29. Mai 2026 jährt sich die Sturzflut in Braunsbach
zum zehnten Mal
ExtremWasserPartnerschaften helfen Kommunen dabei, sich
auf Wasserextreme vorzubereiten
- Am 29. Mai 2016 richtete eine Sturzflut in der Gemeinde Braunsbach Schäden in Höhe von rund 100 Millionen Euro an.
- Zehn Jahre später ist der Ort besser auf Hochwasser- und Starkregenereignisse vorbereitet.
- ExtremWasserPartnerschaften unterstützen Kommunen beim Umgang mit Hochwasser, Starkregen und Wassermangel; sie sind Plattformen für Kooperation und Erfahrungsaustausch.
Extremwetterereignisse können jeden Ort treffen. Am 29. Mai 2016 erlebte die Gemeinde Braunsbach im Kreis Schwäbisch Hall eine Sturzflut, ausgelöst durch Starkregen. Geröll und Schlamm zerstörten Straßen, Brücken, Gebäude und Fahrzeuge. Der Schaden wurde auf rund 100 Millionen Euro geschätzt. Viele weitere Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg sind vermehrt von Extremwetterereignissen betroffen. Hochwasser und Starkregen nehmen aufgrund des Klimawandels zu. Um in Zukunft besser auf solche Extremsituationen vorbereitet zu sein, müssen Kommunen sich verstärkt schützen. Ein Baustein im Bereich Prävention sind die ExtremWasserPartnerschaften. Sie werden vom Kompetenzzentrum Wasser und Boden der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW) organisiert. Die Plattform bietet einen Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen Kommunen, Institutionen und Verwaltungen.
Vor zehn Jahren, am 29. Mai 2016, führte Starkregen dazu, dass wild abfließendes Hangwasser und der innerhalb kürzester Zeit angeschwollene Orlacher Bach mit großer Wucht Wasser, Schlamm und Geröll in den alten Ortskern von Braunsbach spülten. Betroffen waren die Postfiliale, die Bank, die Apotheke sowie mehrere Geschäfte und Gebäude. Auch zahlreiche Straßen und Brücke wurden durch das Extremwetter zerstört.
Seitdem hat sich in der kleinen Gemeinde viel getan in Sachen Hochwasserschutz. Insgesamt startete Braunsbach 40 Wiederaufbauprojekte. So erhielt der Orlacher Bach eine gebirgsbachartige Befestigung. Sie bewirkt, dass Wassermengen besser aufgenommen und abgeleitet werden. Außerdem entstand eine Rückhaltefläche am Oberlauf des Baches. Um Braunsbach vor Geröll zu schützen, brachte man im Gewässer Metallstreben an, die wie ein Sieb funktionieren und das Grobmaterial zurückhalten. Ein Feinsedimentfang sorgt dafür, dass auch kleinere Bestandteile wie Steine und Sand zurückgehalten werden. Im Ort entstand außerdem ein Erdwall. Er sammelt Wasser, leitet es ab und schützt dadurch ein Wohngebiet vor Hochwasser. Schließlich helfen Starkregengefahrenkarten der Bevölkerung dabei, Gefahren und Risiken durch Sturzfluten außerhalb von Flüssen zu analysieren, um daraus konkret Vorsorgemaßnahmen zu treffen.
Land fördert Prävention
Wetterextreme nehmen aufgrund des Klimawandels zu. Dazu zählen Starkregen, Hochwasser, Trockenheit und Hitze. Um sich vor den Folgen solcher Wetterereignissen zu schützen, müssen Kommunen in Baden-Württemberg künftig verstärkt vorbeugen. Finanziell unterstützt werden sie dabei auch vom Land. Das Land investiert jährlich rund 80 Millionen Euro in Hochwasserschutzmaßnahmen und gewässerökologische Maßnahmen an Gewässern des Landes. Außerdem stellt es pro Jahr rund 60 Millionen Euro Fördermittel für die Neubewilligung kommunaler Maßnahmen aus dem Kommunalen Investitionsfonds zur Verfügung.
Umweltministerin Thekla Walker: „Extremwetter wie der Starkregen, der Braunsbach verwüstet hat, werden durch den Klimawandel häufiger und heftiger. Jede Maßnahme für mehr Klimaschutz verringert das Risiko von Katastrophen. Anpassen müssen wir uns aber schon heute. Wir haben die Investitionen in Hochwasserprävention daher deutlich erhöht.“
ExtremWasserPartnerschaften dienen dem Erfahrungsaustausch
Neben konkreten Baumaßnahmen ist auch der Wissens- und Erfahrungstransfer zwischen den verschiedenen Akteuren wichtig. Vorangetrieben wird dies mit den 2003 in Baden-Württemberg gegründeten ExtremWasserPartnerschaften. Damals waren sie noch unter dem Namen Hochwasserpartnerschaften bekannt. Es sind Zusammenschlüsse von Kommunen, Fachverwaltungen und Institutionen innerhalb eines Gewässereinzugsgebietes. Neben Extremwetterereignissen wie Starkregen und Hochwasser befassen sich die Beteiligten zunehmend auch mit Wassermangel. Ziel der Austauschplattform ist es, ein Bewusstsein für die Wasserextreme zu schaffen und über präventive Maßnahmen zu informieren. In Baden-Württemberg existieren 25 ExtremWasserPartnerschaften. Die Koordination liegt in den Händen des Kompetenzzentrums Wasser und Boden der KEA-BW.
Die 25 ExtremWasserPartnerschaften in Baden-Württemberg im Überblick:
https://wasserundboden.kea-bw.de/zielgruppen-und-netzwerke/extremwasserpartnerschaften
-------------------------------------------------------- Infokasten --------------------------------------------------------
Veranstaltungen im Rahmen des Jahrestages der Sturzflut in Braunsbach
- Vom 29. bis 31. Mai 2026 findet in Braunsbach ein öffentliches Gedenkwochenende mit Vorträgen, Exkursionen und Gewerbeschau statt. Weitere Informationen: https://www.braunsbach.de/rathaus-buergerservice/rathaus-aktuell/225/gedenkwochenende-sturzflut-2016-10-jahre-danach
- Gleichzeitig treffen sich am 29. Mai 2026 die ExtremWasserPartnerschaften in der Region zu einer Sonderveranstaltung anlässlich des zehnjährigen Gedenktages der Sturzflut in Braunsbach. Umweltstaatssekretär Andre Baumann vertritt das Land. Mehr dazu auf https://wasserundboden.kea-bw.de/veranstaltungen/sonderveranstaltung-der-extremwasserpartnerschaften-anlaesslich-des-zehnjaehrigen
-------------------------------------------------------- Infokasten --------------------------------------------------------
Über die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW)
Die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW) ist die zentrale Kompetenzstelle des Landes für Klimaschutz und Energiewende auf kommunaler Ebene. Sie unterstützt Kommunen sowie weitere Akteurinnen und Akteure dabei, ihren Energieverbrauch zu senken, erneuerbare Energien auszubauen und nachhaltige Lösungen für Wärme, Mobilität sowie den Schutz von Gewässern und Böden umzusetzen.
Als Landesenergieagentur berät die KEA-BW Kommunen, Bürgerinnen und Bürger sowie weitere Partner zu Fragen der Energieeffizienz, der kommunalen Wärmeplanung und der nachhaltigen Mobilität. Darüber hinaus unterstützt sie Energieversorger, Netzbetreiber sowie Flächeneigentümerinnen und Flächeneigentümer beim Ausbau der erneuerbaren Energien – insbesondere von Windenergie und Photovoltaik.
Im Auftrag der Landesregierung entwickelt die KEA-BW zudem Programme, Projekte und Informationsangebote für Kommunen und begleitet deren Umsetzung. Um möglichst viele Städte, Gemeinden und Landkreise zu erreichen, arbeitet sie eng mit den regionalen Energie- und Klimaschutzagenturen in Baden-Württemberg zusammen.
Die KEA-BW wurde 1994 gegründet und ist seit 2017 eine hundertprozentige Tochter des Landes Baden-Württemberg. An den Standorten Karlsruhe und Stuttgart arbeiten heute über 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Weitere Informationen unter: www.kea-bw.de
--------------------------------------------------------------------------
Hinweis an die Redaktion
Haben Sie noch Fragen oder benötigen Informationen für Ihre Recherchen? Expertinnen und Experten der KEA-BW geben Ihnen neutral und unabhängig Auskunft:
www.kea-bw.de/presse/expertenliste
Bitte beachten Sie die korrekte Schreibweise des Firmennamens sowie die richtige Abkürzung:
- KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW) oder
- Landesenergieagentur KEA-BW oder
- Klimaschutz- und Energieagentur des Landes
- Bitte verwenden Sie als Abkürzung ausschließlich KEA-BW.
Wir danken Ihnen für Ihre Unterstützung.
--------------------------------------------------------------------------
Ansprechpersonen Presse
Georg Kahles
KEA Klimaschutz- und Energieagentur
Baden-Württemberg GmbH
Maximilianstraße 10
76133 Karlsruhe
Tel. +49 721 824 489-25
georg.kahles@kea-bw.de
Axel Vartmann
PR-Agentur Solar Consulting GmbH
Emmy-Noether-Straße 2
79110 Freiburg
Tel. +49 761 38 09 68-23
vartmann@solar-consulting.de

kea-bw.de