Die kommunalen Haushalte in den Schlagzeilen, Fachpersonal ist rar und der Sanierungsdruck ist hoch. Gut, wenn es Menschen gibt, die Lösungen präsentieren. Dazu gehört beim Contracting-Kongress der KEA-BW auch Laura Seitl von der Stadt Reutlingen.
In Reutlingen haben die kommunalen Entscheiderinnen und Entscheider aus Zwängen heraus vor fast zwei Jahrzehnten mit Contracting-Projekten angefangen. Die wertvolle Erfahrung aus Reutlingen: Contracting funktioniert besonders gut, wenn eine Kommune damit eine Reihe von Projekten umsetzt. Denn die Lerneffekte sind groß, gerade in den Ausschreibungs- und Vergabeprozessen. In Reutlingen läuft jetzt schon das dritte Contracting-Projekt in Folge, mit Sanierungen an insgesamt 12 Standorten.
„Von den Inseln des Gelingens zur neuen Realität kommen“, so die Forderung von Heike Brugger vom IREES, Institut für Ressourceneffizienz und Energiestrategien. Sie plädiert dafür, dass kommunale Netzwerke die Umsetzung forcieren. Gerade von den Erfahrungen der weit vorangeschrittenen Kommunen können andere profitieren.
„Contracting stärker in die Breite bringen“ – so skizziert formuliert KEA-BW-Geschäftsführer Jan Münster eine große Aufgabe. Er will, dass alle Akteure die „Grenzen des Machbaren verschieben“, die Kommunen in Baden-Württemberg also viel mehr Contracting-Projekte realisieren. Auch für ihn ist Kooperation einer der Schlüssel, gerade im starken Netzwerk der regionalen Energieagenturen im Land.
Auch Staatssekretär Andre Baumann wünscht sich mehr Contracting-Projekte in Baden-Württemberg. Er kündigt in einer Podiumsdiskussion Erleichterungen für Kommunen an:
- die Genehmigungspraxis für die Umsetzung der kommunalen Wärmepläne soll einfacher werden
- Kommunen sollen gerade bei rentierlichen Projekten einfacher an Kredite kommen
- gute Kommunikation der Kommunen soll ermöglicht werden
Schließlich freut sich Andre Baumann auch, dass der Contracting-Kongress nach zehn Jahren immer mehr Teilnehmende anzieht. Er erlebe nun immer häufiger, wenn er im Land für Contracting wirbt, dass dieser Ansatz nicht als „spinnerte Idee eines Staatssekretärs“ wahrgenommen wird.
Noch etwas näher kommen die Teilnehmenden der Contracting-Tour am 15. Juli 2026 in Reutlingen.
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Kongress mit Antworten: Wie Kommunen mit Contracting auch in schwieriger Haushaltslage sanieren können
