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Serie „Besser MACHEN“, Teil 1: Tempo 30 in Paris

Stadtverkehr in Paris an einer Kreuzung. Fahrradfahrerin, Autos, Busse, Passanten

Weniger Unfälle, weniger Lärm, eine bessere Luftqualität – das möchte Paris mit dem Tempolimit von 30 km/h erreichen.

Auf den meisten Straßen in Paris gilt seit dem 30. August die Tempobeschränkung von 30 km/h. Davon ausgenommen sind wichtige Verkehrsachsen und die Stadtautobahn, auf der nicht schneller als 70 km/h gefahren werden soll.

Deutscher Städtetag unterstützt Städteinitiative „Tempo 30“

Was in Paris schon gilt, wird bei uns angestrebt. In der Städteinitiative „Tempo 30“ fordern Stuttgarter Stadträtinnen und -räte, dass sich die Landeshauptstadt als Modellstadt für die Umsetzung von Tempo 30 beim Bundesverkehrsministerium bewerben soll. Unterstützt werden sie dabei vom baden-württembergischen Städtetag. Gudrun Heute-Bluhm, geschäftsführendes Vorstandsmitglied, findet es nicht mehr zeitgemäß, dass deutsche Städte nicht selbst entscheiden können, ob sie ein generelles Tempolimit in ihrer Stadt als sinnvoll erachten.

Maßnahmen mit großem Potential für die Zukunft

Neben der Verbesserung der Verkehrssicherheit ist das vorrangige Ziel von Tempo 30 in der Stadt, einen spürbaren Beitrag zum Klimaschutz und einer höheren Lebensqualität zu schaffen. Um gesundheitlichen Schädigungen durch Luftverschmutzung und Lärm entgegenzuwirken, werden jetzt Maßnahmen getroffen, deren positive Auswirkungen sich erst Jahre später in vollem Umfang zeigen.

Verkehrsunfälle eindämmen

Nach einer Umfrage ist die Mehrheit der Pariser und Pariserinnen dafür. Die Großstadt Paris hat unter den Folgen des massiven Verkehrsaufkommens zu leiden. Tempo 30 soll die Anzahl der Verkehrsunfälle eindämmen und dadurch die Stadt sicherer machen, insbesondere für Bürgerinnen und Bürger, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind. Bereits während der Corona-Pandemie wurden Radwege stark ausgebaut und Fahrradstellplätze geschaffen, frei gewordener Verkehrsraum begrünt und für öffentliche Begegnungsflächen umgestaltet.

Nicht mehr Staus, sondern weniger Verkehr

Trotz großer Zustimmung gibt es auch Gegenwind. Staus und dadurch mehr Abgase werden befürchtet. Die Maßnahmen seien nachteilig für Autofahrer, besonders Pendler fühlen sich betroffen. Da Staus vielmehr durch hohes Verkehrsaufkommen als durch Geschwindigkeitsbegrenzungen verursacht werden, ist jedoch von einer regulierenden Wirkung auszugehen. Positive Effekte des Tempo 30 Limits zeigen sich in der Stadt Grenoble, die vor 5 Jahren Tempo 30 eingeführt hat und seither eine Entlastung durch Verkehrsrückgang verbuchen kann.

Downloads und Links:

Mehr zu nachhaltiger Stadtplanung und Mobilität finden Sie in unserem KEA-BW Positionspapier: „Kommunale Handlungsmöglichkeiten für nachhaltigere Mobilität“.

Das Kompetenznetz Klima Mobil informiert im Steckbrief 2.2 Maßnahme Geschwindigkeitskonzepte über die Umsetzung von Tempobeschränkungen.

Zudem finden Sie diese und weiteres Informationsmaterial in unserer Rubrik Publikationen.

Ihr Ansprechpartner bei der KEA-BW:  Richard Kaum, Kompetenznetz Klima Mobil