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Zweimal Gold: European Energy Award für konsequentes Engagement im Klimaschutz / KEA-BW unterstützt jetzt 134 Kommunen

Verleihung des European Energy Award im Februar 2019. Bild: UM / Martin Stollberg

2019 war Klimaschutz in aller Munde. Endlich, möchte man sagen, wird dem Thema die nötige Aufmerksamkeit zuteil. Dabei setzen viele Städte, Gemeinden und Landkreise bereits seit Längerem vorausschauend die Energiewende um. Ihre systematischen Klimaschutzmaßnahmen stellen zahlreiche Verwaltungen mit ihrer Teilnahme am European Energy Award (eea) unter Beweis. In Baden-Württemberg sind aktuell 134 Kommunen dabei, davon 16 ganz neu. Sie investieren damit in die Zukunftsfähigkeit ihrer Städte und Dörfer. Kürzlich wurden der Enzkreis und die Stadt Schwäbisch Hall mit dem eea „Gold“ ausgezeichnet.

Die KEA-BW ist zentrale Ansprechstelle für Klimaschutz und Energieeffizienz in Baden-Württemberg. Sie unterstützt Kommunen bereits seit 25 Jahren bei Konzeption und Umsetzung. Die Teilnahme am eea ist nicht nur publikumswirksam, sie zeigt auch die Zielstrebigkeit des Teilnehmers. Denn mit dem Siegel darf sich schmücken, wer konsequent im Klimaschutz engagiert ist. Die Vorgaben des eea definieren klar die möglichen Handlungsbereiche und strukturieren sie (siehe Infokasten). So kann sich die Kommune ganz darauf konzentrieren, die daran orientierten Vorhaben umzusetzen.

Doppeltes Gold nach Baden-Württemberg

Zu welchem Erfolg die Teilnahme an diesem Klimaschutzprogramm führt, zeigte sich bei der Verleihung des European Energy Award Gold Anfang Oktober im schweizerischen Locarno. Der Enzkreis lag mit 81 Prozent weit über der Marke von 75 Prozent, die die Goldauszeichnung erfordert. „Ein umfangreiches energiepolitisches Arbeitsprogramm mit 138 Maßnahmen, das kontinuierlich vom Lenkungsteam erstellt und umgesetzt wird, ist Grundlage des Erfolges“, ist sich der Erste Landesbeamte Wolfgang Herz sicher. Ein Ergebnis von 78,5 Prozent stellte das Auditoren-Team in der Stadt Schwäbisch Hall fest. „Ob wir die Klimaziele erreichen, wird sich nicht zuletzt in den Kommunen entscheiden. Wir freuen uns sehr über den eea in Gold als Anerkennung für unsere Anstrengungen, aber das ist für uns nicht das Ende der Reise, sondern lediglich ein Etappenziel“, erläutert Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim. In der malerischen Kulisse des Kochertals wird der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller MdL am 13. Februar 2020 dann alle 2019 auditierten baden-württembergischen Kommunen offiziell auszeichnen.

Aus der Ist-Analyse wächst das Arbeitsprogramm

Städte, Gemeinden und Landkreise, die sich auf den Weg zur Auszeichnung machen wollen, können mit dem bewährten Management-Zyklus des eea arbeiten. Ein erster Schritt ist die Ist-Analyse vor Ort: Das Ergebnis zeigt, wo Handlungsbedarf besteht. Darauf aufbauend entsteht das energiepolitische Arbeitsprogramm. Es beschreibt Prioritäten, Zuständigkeiten, Zeiträume und Budgets. Sind die Schritte geplant und vollbracht, geht es an die Überprüfung und die Bewertung. Erreicht die Kommune mindestens 50 Prozent der möglichen Punktzahl, erhält sie das eea-Zertifikat. Die „Goldmedaille“ gibt es ab 75 Prozent. Von zentraler Bedeutung für den Erfolg ist die externe Unterstützung durch akkreditierte eea-Berater. In Baden-Württemberg sind dies meistens Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der regionalen Energieagenturen.

10.000 Euro Startgeld erleichtern den Einstieg

Dieses prozessorientierte Arbeiten kommt an, freut sich Claire Mouchard. Die Diplom-Ingenieurin leitet die Landesgeschäftsstelle des eea bei der KEA-BW. „Wir haben 2019 einen Sprung auf 134 teilnehmende Kommunen gemacht!“ Den Einstieg erleichterte ihnen eine Förderung in Höhe von 10.000 Euro. Es stammt aus dem Förderprogramm „Klimaschutz-Plus“ des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg. Zusätzlich gewährt das Umweltministerium eea-Kommunen einen erhöhten Fördersatz für Maßnahmen, die Geld kosten. 110 Städte und Gemeinden sowie 24 Landkreise investieren mit dem eea nun nachweislich und messbar in Energieeinsparung und Effizienz. „Damit ist eine lokale Verwaltung nicht nur ein gutes Vorbild für ihre Bürgerinnen und Bürger, sondern spornt auch die regionale Wirtschaft an“, ist Mouchard überzeugt.

16 neue auf einen Streich

Diese Argumente überzeugten dieses Jahr auch die Landkreise Calw, Emmendingen, Heilbronn, Konstanz und Ludwigsburg, die Gemeinden Karlsdorf-Neuthard, Pfinztal, St. Leon-Rot und Dettingen unter Teck, die Städte Emmendingen, Markdorf, Rottenburg am Neckar, Steinheim an der Murr, Stutensee und Villingen-Schwenningen sowie den Gemeindeverwaltungsverband Fronreute-Wolpertswende. Als eea-Neulinge stehen sie noch am Beginn ihres Zertifizierungsverfahrens, setzen aber bereits ein wichtiges Signal für mehr Klimaschutz. „Die Teilnahme am eea stärkt die interkommunale Zusammenarbeit“, ergänzt Mouchard. „Gerade Landkreise können mit einer übergeordneten Klimaschutzstrategie gemeinsam mit ihren Kommunen und den lokalen Akteuren sehr viel erreichen“.

Als erste eea-Anlaufstelle gibt die KEA-BW interessierten Städten, Gemeinden und Landkreisen aus Baden-Württemberg umfassend Auskunft. Näheres unter www.kea-bw.de/eea.