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Interessensgruppen – wie wir mit unterschiedlichen Bedürfnissen, Blickwinkeln und Rahmenbedingungen umgehen

Gruppenfotos des Netzwerks der Fachkräfte für Mobilität und Klimaschutz in Baden-Württemberg

Das Netzwerk der Fachkräfte für Mobilität und Klimaschutz in Baden-Württemberg bei seinem 5. Vernetzungstreffen in Präsenz. Foto: Kristijan Matic Fotografie für die KEA-BW

Ob Anwohnerin, Einzelhändler oder ehrenamtlich Engagierte, einheimisch oder zugezogen, unterstützend oder abwehrend – Bürgerinnen und Bürger einer Kommune machen unterschiedliche Lebenserfahrungen und haben eigene Sichtweisen innerhalb ihres Lebensumfeldes. Wie diese besser in Mobilitätsvorhaben einbezogen werden können, war Thema der Vernetzungsveranstaltung 2026 am 25.03.2026 im Netzwerk der Fachkräfte für Mobilität und Klimaschutz in Baden-Württemberg.

Video-Rückblick auf die 1. Vernetzungsveranstaltung 2026: https://youtu.be/65pJU1BM6Uw?si=zZRC90sCjFTSqTWz 

Die Debatte über das Mobilitätszentrum Dorfsburg-West

Viele praxisnahe Kommunikationstipps erhielten die Teilnehmenden bei der sehr unterhaltsamen Debatte zum Mobilitätszentrum Dorfsburg-West. Die interaktive Bürgerversammlung als Rollenspiel im Spontantheater-Format stammt vom Baden-Württemberg Institut für Nachhaltige Mobilität (BWIM). Prof. Christoph Hupfer vom BWIM stellte die Debatte vor. Seine Kollegin Verena König moderierte in ihrer Rolle als Leiterin des Amts für Presse und Kommunikation. Laurenz Miehe von der Stadt Freiburg verkörperte den Oberbürgermeister und Jessica Mörsdorf vom Landkreis Lörrach nahm den Platz der Leiterin des Stadtplanungsamtes ein. Zusammen mit Staatssekretärin Elke Zimmer als Vorsitzende des Stadtteilvereins stellten sie sich den Stimmen der Anwohnerinnen und Anwohner, verkörpert durch die Teilnehmenden der Veranstaltung. 

Unterbrochen wurde die rege Diskussion an geeigneter Stelle durch den Buzzer von Dr. Christoph Hupfer und Kommunikationsexperte Ivo Pietrzak von TEXTed. Sie lieferten Hinweise und Tipps zur besseren Kommunikation mit den unterschiedlichen Gruppen, z. B.:

  • Wir müssen Menschen in ihrem (!) Alltag abholen und aufzeigen, welche Möglichkeiten und welchen konkreten Mehrwert Veränderungen mit sich bringen.
  • Alle Stimmen müssen ohne Wertung gehört werden.
  • Besser eine Frage nach der anderen klären.

Partnerschaften stärken und gemeinsam Lösungen finden

Viele Anregungen vermittelte auch die spannende Keynote zum Landesprojekt „THE STÄDTmit ihren Erkenntnissen zum Dialog über verkehrsberuhigte und lebendige Ortsmitten. Ziel des Projektes war es gemeinsam mit den beteiligten Kommunen Prozesse für nachhaltige Zentren und mehr Fußverkehr anzustoßen. Ein lösungsorientierter Dialog zwischen Verwaltung, Einzelhandel, Politik sowie Bürgerinnen und Bürgern trägt dazu bei. Denn obwohl sich 93 Prozent eine verbesserte Aufenthaltsqualität in den Ortsmitten wünschen ist die Umgestaltung für viele Kommunen kein einfaches Pflaster. Stadtplanerin Dr. Sonja Rube sowie Dr. Angelika Jäkel, Teamleitung Fußverkehr und Ortsmitten bei der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW), und Anja Willmann, Referentin im Team und Projektleitung, betonten:

  • Eine frühe Beteiligung der Öffentlichkeit ist wichtig für einen guten Diskurs. Sie schafft Transparenz und Vertrauen.
  • Transformation braucht Partizipation und vor allem Zeit. Ziele und Visionen müssen gemeinsam ausgehandelt werden.
  • Emotionale Reaktionen sind Teil des Prozesses, Widersprüche eine Ressource.

Eindrücke und Perspektiven nach der Wahl

In einem Interview zu den Eindrücken und Perspektiven nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg motivierte Staatssekretärin Elke Zimmer aus dem Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg: Klimaschutz soll auch in den kommenden Jahren weiter vorangetrieben werden, da dieser auch eine Chance für die Wirtschaft ist und beides „zusammengedacht werden muss“. Nachhaltige Mobilität bietet einen konkreten Mehrwert für die Menschen vor Ort, insbesondere bei „Gesundheit und sozialer Gerechtigkeit“.

Hinhören, hinterfragen, diskutieren

Im neuen Format World Café ging der Austausch weiter. In drei Runden mit je 25 Minuten sammelten die Teilnehmenden Ideen und Gedanken, formulierten Wünsche und teilten kreative Lösungen, um in diesen Themenbereichen voneinander zu lernen:

  • Knappe Kassen, schwieriger Haushalt – kreative Lösungen finden
  • Statusbericht Nachhaltige Mobilität – regionale Ergebnisse für eigene Zwecke nutzen
  • Kollegiale Beratung – Schwarmintelligenz fördern
  • Verbündete finden, Zweifler überzeugen
  • Beziehungen pflegen, Vertrauen gewinnen, Netzwerke aufbauen

Neben dem interaktiven Programm gab es zahlreiche Gelegenheiten für Gespräche und den Austausch unter den Fachkräften und mit den Landeseinrichtungen. Christoph Erdmenger, Abteilungsleiter Nachhaltige Mobilität im Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg merkte in seiner Abschlussrede an, „wie unheimlich gut und konstruktiv die Stimmung ist“. Es zeigte sich erneut, dass gute Lösungen nicht im Alleingang entstehen, sondern im Austausch. 

Die KEA-BW organisiert die Vernetzungsveranstaltungen. Sie lädt gemeinsam mit der NVBW und dem Verkehrsministerium zweimal jährlich ein: Nach der Präsenz-Veranstaltung in der 1. Hälfte eines Jahres folgt i. d. R. ein weiteres virtuelles Treffen zum Jahresende.

Fachkräfte für Mobilität und Klimaschutz in Baden-Württemberg weiter finanziell und fachlich gefördert

Das Land Baden-Württemberg fördert weiterhin Fachkräfte für Mobilität und Klimaschutz, die fachlich von KEA-BW und NVBW unterstützt werden. Auch 2026 sind noch einige Mittel für interessierte Kommunen verfügbar: https://www.kea-bw.de/netzwerk/stellenfoerderung.

Zum Rückblick auf die 1. Vernetzungsveranstaltung 2026: https://youtu.be/65pJU1BM6Uw?si=zZRC90sCjFTSqTWz 

Über das Projekt „The STÄDT“https://www.aktivmobil-bw.de/aktuelles/news/the-staedt-unterstuetzt-kommunen-auf-dem-weg-zu-attraktiveren-ortsmitten/vom/29/7/2025

Zur Fachkräfteförderung für Mobilität in Baden-Württemberg: https://www.kea-bw.de/beratung/foerderberatung#c8973

Über das Netzwerk der Fachkräfte für Mobilität und Klimaschutz: https://www.kea-bw.de/netzwerk/stellenfoerderung

Tags: Besser MACHEN