Drei Stationen voraus: Kehl als Taktgeber für kommunale Mobilität

Kehl treibt die Mobilitätswende strategisch und vernetzt voran. Als Gründungsmitglied des Mobilitätsnetzwerk Ortenau setzte die Stadt früh auf E-Ladeinfrastruktur, ein wachsendes Carsharing-Angebot und sichere Radabstellanlagen. Als Teil des landesweiten Netzwerks kommunaler Mobilitätsfachkräfte teilt Kehl dieses Wissen aktiv mit anderen Städten und erhielt dafür 2022 den Deutschen Mobilitätspreis in der Kategorie „Erfahrungstransfer“. Ausgezeichnet wurde insbesondere Felix Rhein, der als Koordinationsfachkraft für Radverkehr und Mobilstationen kommunale Prozesse zusammenbringt und vorantreibt.
Kehl ist ein gutes Beispiel für:
- Kehl ist ein gutes Beispiel für:
- durchdachte Infrastruktur für den Radverkehr,
- eine frühzeitig entwickelte Ladeinfrastruktur für Elektromobilität und die interkommunale Kooperation im Mobilitätsnetzwerk Ortenau,
- ein integriertes Carsharing-Angebot mit wachsender Nutzung,
- den Ausbau von Mobilstationen als multimodale Knotenpunkte,
- Parkraumbewirtschaftung über die gesamte Innenstadt sowie
- eine Mobilitätsbefragung im Rahmen aktueller Bürgerbeteiligung.
Infrastruktur für den Radverkehr
In Kehl wird der Radverkehr nicht nur gefördert, sondern sichtbar gelebt. Die Stadt verfügt über insgesamt 105 gesicherte Fahrradboxen an stark frequentierten Standorten. 15 davon sind mit einem Stromanschluss ausgestattet - ein Angebot, das besonders für Pendelnde mit E-Bike attraktiv ist. Hinzu kommen zahlreiche klassische Stellplätze und kontinuierliche Verbesserungen im Stadtbild.
Die Maßnahmen zeigen Wirkung: Beim ADFC-Fahrradklimatest 2024 belegte die Stadt Kehl Platz 28 von 429 in ihrer Größenklasse – ein Zeichen für die steigende Qualität des Radverkehrs in der Stadt. 2026 wurden in der Kernstadt fünf weitere Straßen als Fahrradstraßen ausgewiesen, um dem Radverkehr im Straßenraum mehr Sicherheit und Sichtbarkeit zu geben.
Auch die Kommunikation zum Radfahren fördert Kehl aktiv. Die Kommune beteiligt sich seit Jahren am Wettbewerb STADTRADELN und mobilisiert dabei eine stetig wachsende Zahl von Bürgerinnen und Bürgern. Das gemeinsame Ziel: möglichst viele Alltagswege klimafreundlich auf zwei Rädern zurückzulegen.
Elektromobilität früh gedacht
Kehl zählt zu den Pionierkommunen der Elektromobilität in Baden-Württemberg. Bereits 2012 begann der Aufbau von Ladeinfrastruktur. Heute verfügt die Stadt über 22 Standorte mit insgesamt 65 Ladepunkten, darunter auch Schnellladeeinheiten, die mit Ökostrom versorgt werden.
Diese Ladepunkte sind bewusst in den Mobilitätsmix eingebunden, z. B. an Bahnhöfen, Mobilstationen oder zentralen Einrichtungen. Sie unterstützen die Verlagerung hin zu emissionsfreier Mobilität im Alltag. 2026 werden in der Kernstadt und den Ortschaften insgesamt 18 weitere Ladesäulen mit 36 Ladepunkten errichtet. Dazu hat die Stadt mit weiteren Kommunen des Mobiltätsnetzwerks Ortenau 2025 eine gemeinsame Ausschreibung für den eigenwirtschaftlichen Betrieb auf öffentlichen Flächen durchgeführt.
Carsharing in Kehl: flexibel, vernetzt, verfügbar
Parallel setzt Kehl auf flexible Angebote im motorisierten Individualverkehr: Insgesamt stehen derzeit acht Carsharing-Fahrzeuge zur Verfügung. Seit Januar 2025 ergänzt ein weiteres Fahrzeug die Flotte. Das Angebot wird zunehmend nachgefragt und ist Bestandteil eines wachsenden Netzwerks, das künftig noch stärker mit dem Radverkehr und dem öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) verknüpft werden soll.
„Mit rund 20 Kundinnen und Kunden pro Fahrzeug liegen wir bei dieser Kennzahl bereits im Soll, und die Nutzung ist außerdem über das Jahr hinweg stabil, mit einem leichten Rückgang in den Wintermonaten.“ Felix Rhein, städtischer Koordinator für Radverkehr und Mobilitätsstationen
Mobilstationen als neue Knotenpunkte
2023 ging in Kehl die erste Mobilstation in Betrieb. Sie verbindet verschiedene Verkehrsmittel wie Fahrrad, Carsharing, E-Ladesäulen und ÖPNV an einem Ort und erleichtert so den Umstieg im Alltag. Inzwischen sind sieben Mobilstationen an Verkehrsknotenpunkten wie dem Kehler und Korker Bahnhof oder in Wohngebieten wie Schneeflären in Betrieb. Weitere Stationen sind in Planung. Die Auswahl der Standorte orientiert sich gezielt an den Bedürfnissen der Nutzerinnen und Nutzer sowie an bestehenden Wegenetzen und Knotenpunkten des Verkehrs.
Mit den Mobilstationen schafft Kehl zentrale Knotenpunkte für intermodalen Verkehr und macht nachhaltige Mobilität leichter zugänglich und intuitiv nutzbar.
Parkraum: Die gesamte Innenstadt wird bewirtschaftet
Die Stadt Kehl hat als Pilotkommune sowohl das ParkPAD-Verfahren als auch den Park.Raum.Check absolviert. Es handelt sich dabei um Förderprogramme des baden-württembergischen Verkehrsministeriums zur Unterstützung des kommunalen Parkraummanagements.
Nicht alle vorgeschlagenen Maßnahmen des erarbeitenden Parkraummanagementkonzepts hat der Gemeinderat gebilligt. Die daraus hervorgegangene neue Parkgebührensatzung ist jedoch ein wichtiger erster Schritt: Ab 1. August wird die Parkzone I, welche die gesamte Kehler Innenstadt umfasst, einheitlich als Parkraumbewirtschaftungszone ausgewiesen. Die Parkgebühren werden um 100 Prozent von 1 Euro pro Stunde auf 2 Euro erhöht. In den zentralen städtischen Parkierungseinrichtungen der Parkzone III steigen die Gebühren moderater (+0,50 Euro). So soll der Parksuchverkehr in der Innenstadt reduziert und die Auslastung der Parkierungseinrichtungen verbessert werden.
Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern
Im Mai 2025 befragte die Stadt Kehl ihre Bürgerinnen und Bürger umfassend zu Mobilitätsbedarfen und Alltagswegen. Die Stadt wertete die Ergebnisse der Mobilitätsbefragung systematisch aus und lässt sie direkt in die Verkehrsplanung einfließen, etwa bei der Verbesserung von Aufenthaltsqualität, Fußwegen und quartiersbezogener Mobilität. Beim Modal Split hat sie die mit dem Mobilitätskonzept 2018 verabschiedeten Ziele im Vergleich zur letzten Befragung 2014 nahezu erreicht: Der Anteil der Verkehrswege mit dem privaten Pkw hat sich deutlich reduziert.
(Stand: Juli 2026)
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Kontakt
Felix Rhein
Koordinator für Radverkehr und Mobilitätsstationen
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Mobilitätsbefragung für Bürgerinnen und Bürger
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