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Gutes Beispiel: Kommunen mit Vorbildcharakter

Badge mit Text: Klimaschutzgesetz: Wir helfen Kommunen bei der Erfüllung
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THEMEN

Reutlingen

Breit aufgestellt in Sachen nachhaltiger Mobilität

Die Großstadt im Zentrum Baden-Württembergs initiiert, konzipiert und realisiert schon seit vielen Jahren klimaorientierte Projekte. Um diese voranzubringen und die angestrebten Ziele zu erreichen, gründete die Verwaltung eine Task Force für den Radverkehr sowie für Klima und Umwelt. Zudem setzt das Reutlinger Energieteam die durch den Gemeinderat einstimmig beschlossenen Maßnahmen für den European Energy Award um.

Reutlingen ist ein gutes Beispiel für:

  • das Anstreben einer Green City,
  • für die Grüne Welle per App für Radfahrende,
  • für das erste Müllsammelfahrzeug mit Brennstoffzelle Süddeutschlands
  • sowie Container-Ladestationen für E-Bikes.

Digitalisierung, Elektrifizierung und Vernetzung

Für die nachhaltige Verbesserung der Luftqualität entwickelte die Kommune 221 Einzelmaßnahmen, wie beispielsweise zum Ausbau der Elektromobilität, des Öffentlichen Personennahverkehrs, einer intelligenten Verkehrssteuerung, der verbesserten Radinfrastruktur oder zur Digitalisierung unterschiedlichster Verkehrs- und Mobilitätsdienstleistungen. Dabei arbeitet sie kontinuierlich an der Förderung nachhaltiger Mobilität, was einen maßgeblichen Einfluss auf die Luftqualität hat. So gelang es, die Belastung von 53 µg/m³ im Jahresmittel 2018 auf 46 µg/m³ im Jahresmittel 2019 und auf 36 µg/m im Jahr 2020 zu senken. Die Maßnahmen des Green City-Plans werden stetig ergänzt und an zukünftige Entwicklungen angepasst. Die Reutlinger Stadtverkehrsgesellschaft hat aktuell vier vollelektrische Busse im Einsatz, welche zusätzlich für den Betrieb im Winter mit einer Brennstoffheizung ausgestattet sind.

Bild zeigt vier schwarz, gelbe Reutlinger Stadtbusse.
Der Reutlinger Stadtbus. Quelle: Stadt Reutlingen
Foto einer E-Auto Carsharing und Ladestation
Carsharing im Blue Vollage von TeilAuto. Quelle: Stadt Reutlingen
Foto einer überdachten, roten E-Bike Ladestation
ChargerCubes. Ladestationen in Reutlingen. Quelle: Stadt Reutlingen

Erstes Müllsammelfahrzeug mit Brennstoffzelle Süddeutschlands

Ein weiterer Meilenstein zur Senkung von schädlichen Treibhausgasen sind Nutzfahrzeuge mit Wasserstofftanks. Aus diesem Grund weihte Reutlingen das erste vollelektrische Brennstoffzellen-Müllsammelfahrzeug Süddeutschlands ein, welches die klimaneutrale Sammlung von Abfällen ermöglicht. Das Fahrzeug hat eine Reichweite von rund 370 km und wird mit 100 Prozent Öko-Strom geladen. Des Weiteren gibt es bereits andere klimafreundliche Fahrzeuge im Fuhrpark der Stadt, der Stadtwerke sowie der Technischen Betriebsdienste Reutlingen.

 

 

Carsharing als wichtiger Baustein für ein multimodales Mobilitätsangebot

Zur Förderung des Carsharings tritt Reutlingen im Wohnungsbauprojekt „Blue Village“ als Projektpartner auf. In diesem ist eine Carsharing-Station mit einem E-Auto und einem Plug-In-Hybrid entstanden. Um den Carsharing-Anbieter teilAuto Neckar-Alb zu unterstützen, wurde ein städtischer „Kostenschirm“ ins Leben gerufen: Interessierte Bürgerinnen und Bürger erhalten während des ersten Projektjahres Sonderkonditionen. Die Fair-Energie-GmbH, ein Tochterunternehmen der Stadtwerke Reutlingen, stellte die Ladesäulen an den Stationen.

„Ein ganzheitliches Konzept für die Verkehrswende muss Alternativen zum Besitz und zur Benutzung eines eigenen Autos anbieten, weswegen wir uns neben der Förderung des Umweltverbunds auch den flächendeckenden Ausbau des Carsharing-Angebots zum Ziel gesetzt haben.“
Stefan Dvorak, Leiter des Amts für Stadtentwicklung und Vermessung. (Quelle)

 

Eine Grüne Welle per App

Die App SiBike ist ein digitales Pilotprojekt, das auf der rund zwei Kilometer langen Strecke in der Alteburgstraße in der Praxis erprobt wird. Dabei erfasst sie die Geschwindigkeit und Fahrtrichtung von Radfahrenden und meldet die Daten an die Verkehrszentrale. Anschließend wird ein Befehl an die Ampelsteuerung gegeben, um die Grünphasen der Ampeln an das Tempo der Radfahrenden anzupassen. Reutlingen ist die zweite deutsche Stadt, die das Projekt testet. Es ist Teil des Maßnahmenpakets 2020-22, das die „Reutlinger Task Force Radverkehr“ ins Leben gerufen hat.

„Unser Ziel ist es, Voraussetzungen zu schaffen, um das Radfahren in unserer Stadt so attraktiv wie möglich zu gestalten. Mit der Erprobung dieser innovativen Technologie gehen wir einen weiteren Schritt, um dieses Ziel zu erreichen“,
so Oberbürgermeister Thomas Keck über das Pilotprojekt. (Quelle)

 

Kostenlose Container-Ladestationen für E-Bikes

Als Teil des umfangreichen Maßnahmenpakets zur Förderung des städtischen Radverkehrs installierte die Kommune kostenlose Stellplätze mit Ladestationen für Pedelec- und E-Bike-Akkus. Sie sind durch den Bundeswettbewerb „Klimaschutz im Radverkehr“ gefördert, mithilfe dessen insgesamt 55 der „ChargerCubes“ in der Region Schwäbische Alb aufgestellt wurden. In den als Container gestalten Ladestationen können bis zu zehn Fahrgestelle gleichzeitig und mit Schnelllade-Funktion geladen werden. Der Strom dafür kommt aus den Solarpanelen auf dem Dach der Container. Das Hauptziel des Projektes ist die Förderung des Radtourismus und die Verlagerung des Freizeitverkehrs vom Auto auf das Fahrrad.

Quelle: Erster Reutlinger "ChargerCube" für E-Bikes eröffnet | Stadt Reutlingen

 


Sechs Millionen Fahrbahnkilometer und 270.000 Fahrplanstunden

Die Kommune entwickelte und baute ein neues Stadtbusnetz mit dem Ziel aus, den Reutlinger Stadtbus zusammen mit Fuß- und Radverkehr als attraktive Alternative zum Kfz-Verkehr weiter zu etablieren. Durch den Netzausbau, die neue Fahrplantaktung sowie die optimale Netzplanung konnte Reutlingen die jährlichen Fahrbahnkilometer und Fahrplanstunden steigern. Zudem erschließen Quartiersbuslinien Wohngebiete, die bisher abseits der bestehenden Haltestellen lagen.

„Mobilitätswende heißt in erster Linie auch Klimaschutz. Je mehr Menschen das Auto stehen lassen, desto besser für die Umwelt. Nach Berechnungen des Umweltbundesamtes spart jede Fahrt mit dem Linienbus mindestens die Hälfte der Emissionen an Treibhausgasen gegenüber dem PKW.
Oberbürgermeister Thomas Keck im Grußwort zum Start des neuen Stadtbusnetzes. (Quelle)

 

Die Städte und Gemeinden der Neckar-Alb-Region planen nun gemeinsam den Ausbau des Schienenverkehrs, um umsteigefreie, schnelle und verlässliche Fahrten vom Umland direkt in die Innenstädte zu ermöglichen. Mit der Nutzung, dem Ausbau und der Modernisierung von bestehenden Eisenbahnstrecken- und der Anbindung an Straßenbahnstrecken soll ein attraktives, elektrifiziertes und zukunftsfähiges Mobilitätsangebot geschaffen werden.

(Stand: November 2021)