Daniel Schramek, KEA-BW, mit Stecker und Kabel zwischen Säule und Auto

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Elektromobilität

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Hoffnungsträger Elektromobilität

Mobilität gehört zu den Grundbedürfnissen des modernen Menschen. Sie bildet eine wichtige Voraussetzung für soziale Teilhabe und ist ein zentraler Faktor wirtschaftlicher Entwicklung. Gleichzeitig gehören verkehrsbedingte Emissionen von Kohlenstofffdioxid (CO2), Luftschadstoffen und Lärm zu den drängendsten Herausforderungen beim Umwelt- und Klimaschutz. Weltweit fahren im Straßenverkehr mehr als 1,3 Milliarden Kraftfahrzeuge, bis 2035 wird die Zahl voraussichtlich weiter auf zwei Milliarden steigen.

Ambitionierte Klima- und Umweltschutzziele können nur erreicht werden, wenn auch der Straßenverkehr einen wesentlichen Beitrag leistet. Dabei reicht es nicht auf Verkehrsvermeidung durch kurze Wege oder Verlagerung auf den ÖPNV zu setzen, denn viele Menschen werden auch in Zukunft weiterhin auf das Auto angewiesen sein. Deshalb ist es unabdingbar, dass auch der Straßenverkehr selbst klimafreundlicher wird, mit weniger Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit.

Der große Hoffnungsträger für die Gestaltung eines nachhaltigen Verkehrssystems ist die Elektromobilität. Elektrofahrzeuge fahren lokal emissionsfrei und sind auch in der Gesamtbilanz klima- und umweltfreundlicher. Bereits mit dem heutigen Strommix in Deutschland sind die CO2-Emissionen eines elektrisch betriebenen Fahrzeugs über den gesamten Lebenszyklus 30 bis 40 Prozent geringer als bei vergleichbaren konventionellen Fahrzeugen. Bei einer 100-prozentigen Nutzung erneuerbarer Energiequellen ist ein nahezu klimaneutraler Betrieb möglich. Zusätzlich werden in Zukunft durch Fortschritte bei der Batterietechnologie die Effizienz größer und der Ressourcenbedarf kleiner.

Es ist also höchste Zeit elektrisch Gas zu geben! Welche Vorteile die Elektromobilität im Einzelnen bietet und wieso ein Umstieg sinnvoll ist, erfahren Sie hier:

  • E-Autos bieten Potentiale

    Als Elektrofahrzeuge werden Fahrzeuge (also Autos, Zweiräder, Busse, Lkw, aber auch Schienen-, Wasser- oder sogar Luftfahrzeuge) bezeichnet, die als Antriebsenergie elektrischen Strom nutzen. Dabei wird zwischen „vollwertigen“ Elektrofahrzeugen (Battery Electric Vehicles, BEV), die ausschließlich elektrisch angetrieben werden, und verschiedenen Hybrid-Varianten, die zusätzlich über eine andere Energiequelle wie Diesel oder Benzin verfügen, unterschieden.

    Bei den bereits länger am Markt verfügbaren Hybridfahrzeugen (Hybrid Electric Vehicles, HEV) wird der konventionelle Verbrennungsmotor zur Effizienzsteigerung und Emissionsverringerung mit einem Elektromotor kombiniert, der jedoch nicht extern mit Strom aufgeladen werden kann. Der Klimavorteil solcher Hybridfahrzeuge ist vergleichsweise gering.

    Zusätzlich gib es die sogenannten Plug-in-Hybridautos (PHEV), die mit leistungsstärkeren Batterien ausgestattet sind und extern aufgeladen werden können. Die neuesten Modelle können damit Fahrtstrecken von über 50 km rein elektrisch zurücklegen. Der zusätzliche Verbrennungsmotor kommt üblicherweise für Langstrecken oder zur Leistungssteigerung zum Einsatz. Wie klimaschonend ein solches Fahrzeug am Ende ist, hängt stark von der individuellen Fahrzeugnutzung ab.

    Aktuell bilden Elektrofahrzeuge (rein elektrische und Plug-In-Hybride) am Gesamtfahrzeugbestand noch einen vergleichsweise geringen Anteil von etwa zwei Prozent. Die Absatzzahlen und Marktanteile steigen aber vor allem in den letzten beiden Jahren rasant. So entfielen im ersten Halbjahr 2021 bereits mehr als 25 Prozent aller Neuzulassungen in Baden-Württemberg auf E-Fahrzeuge, viele große Autohersteller haben bereits den kompletten Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor angekündigt. Mit fortschreitendem Markthochlauf kann die Elektromobilität einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz und zur Verbesserung der Luftqualität in den Städten beitragen.

  • E-Autos schützen das Klima

    Elektroautos können einen wichtigen und vor allem zunehmenden Beitrag zum Klimaschutz leisten. Bereits heute verbrauchen Elektroautos über die gesamte Lebensdauer zwischen 30 und 40 Prozent weniger CO2 als vergleichbare konventionelle Fahrzeuge.

    Das Elektrofahrzeug benötigt zwar höhere Emissionen bei der Herstellung, jedoch fällt der CO2-Ausstoß bei der Nutzung wesentlich geringer aus – auch bei einem Strommix. Bei gleicher Nutzungsintensität hat das Elektrofahrzeug dann gegenüber einem Benziner nach ca. vier Jahren, gegenüber Erdgas und Diesel nach etwa 5,5 Jahren einen Klimavorteil.

    Dieser Klimavorteil wird in Zukunft weiter zunehmen, denn der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung wächst stetig. Heute neuzugelassene Fahrzeuge sind höchstwahrscheinlich 2030 noch auf der Straße, wenn gemäß den Klimaschutzzielen 65 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Quellen stammen soll.

  • E-Autos sind wirtschaftlich

    Elektroautos sind nicht nur für den Klimaschutz sinnvoll, sondern lohnen sich mittlerweile auch wirtschaftlich. Da Strom günstiger ist als Diesel oder Benzin, sind die Nutzungskosten eines Elektroautos geringer als bei einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Es ist zu erwarten, dass dieser Kostenvorteil beim „Tanken“ in den nächsten Jahren aufgrund steigender Kraftstoffpreise noch zunehmen wird. Außerdem verfügen Elektrofahrzeuge über wesentlich weniger Verschleißteile, was auch die Wartungskosten reduziert.

    Dank der staatlichen Förderprogramme wie dem Umweltbonus (bis zu 9.000 Euro) weisen die meisten elektrischen Modelle auch in der Anschaffung keinen Kostennachteil gegenüber Verbrennern auf. Die technologische Entwicklung und der steigende Absatz werden in den nächsten Jahren die Produktionskosten weiter senken, so dass auch ohne Förderung E-Autos, v. a. der Kompakt- und Mittelklasse, bald günstiger sein dürften als vergleichbare Verbrenner.

  • E-Autos sind sauberer

    In vielen Städten ist die Belastung durch Schadstoffe wie Stickoxide und Feinstaub zu hoch. Vor allem in der Nähe vielbefahrener Straßen werden Luftqualitätsgrenzwerte überschritten, denn hier summieren sich die Abgase der Autos mit der Hintergrundbelastung aus Industrie- und Kraftwerksabgasen oder aus Heizungen und Kaminen. Elektrofahrzeuge haben keinen Auspuff und stoßen lokal keinerlei Abgase aus. Sie reduzieren damit neben dem CO2-Ausstoß auch die Feinstaub- und Stickoxid-Belastung (NOx) deutlich und tragen so zu einer Verbesserung der Luftqualität bei.

  • E-Autos sind leiser

    Die Geräuschentwicklung von Autos setzt sich aus verschiedenen Faktoren zusammen. Bei niedrigen Geschwindigkeiten unter 30 Kilometer pro Stunde, also bei langsamer Fahrt oder beim Anfahren, sind die Motorgeräusche die größte Lärmquelle. Elektromotoren arbeiten deutlich leiser als Verbrennungsmotoren. Deshalb können Elektroautos in Gebieten geringer Geschwindigkeit wie z.B. in Wohngebieten die Lärmbelastung senken. Jedoch ist zu beachten, dass für Elektrofahrzeuge auch bei langsamer Fahrt eine Geräuschpflicht gilt, um von gefährdeten Verkehrsteilnehmern wahrgenommen werden zu können.

    Bei größeren Fahrzeugen wir Lkw, Bussen oder Müllfahrzeugen sowie bei Motorrädern und Mopeds ist die Lärmreduzierung durch den Elektromotor wesentlich größer, so dass hier elektrische Fahrzeuge im gesamten Geschwindigkeitsspektrum des Stadtverkehrs deutlich leiser sind.

  • E-Autos sind effizient

    Einer der größten Vorteile des Elektromotors ist seine hohe Effizienz. Ein Verbrennungsmotor in einem konventionellen Fahrzeug hat aufgrund von Wärmeverlusten lediglich einen Wirkungsgrad von etwa 25 Prozent. Das bedeutet, drei Viertel der vom Motor erzeugten Energie werden nicht für den Antrieb verwendet. Bei einem Elektromotor liegt der Wirkungsgrad hingegen bei 85 Prozent. Zusätzlich können E-Autos die Bewegungsenergie bei Bremsvorgängen nutzen, um die Batterie zu laden (Rekuperation).

    Auch beim kumulierten Energieaufwand, der die Produktion des Fahrzeugs sowie die Stromproduktion mitberücksichtigt, schneiden Elektroautos besser ab als Verbrenner. So gibt es zwar auch bei den fossilen Kraftwerken einen Energieverlust, dieser ist jedoch geringer als bei einem Verbrennungsmotor im Fahrzeug. Außerdem liefern fossile Kraftwerke nur einen Teil des Fahrstroms. Mit dem weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien wird also auch der Effizienzvorteil von E-Autos weiter zunehmen.

    Bei einem Vergleich mit anderen klimafreundlichen Antrieben sind batterieelektrische Fahrzeuge ebenfalls klar im Vorteil, denn für die Herstellung von Wasserstoff und synthetischen Kraftstoffen wird bei gleicher Strecke ein Vielfaches an Strom aus erneuerbaren Energiequellen benötigt.