Klimaschutzgesetz

§ 7 a Nachhaltiges Bauen

THEMEN

Was steckt hinter dem Paragraphen 7 a?

Mit Novelle des Klimaschutzgesetzes Baden-Württemberg werden die Grundsätze des nachhaltigen Bauens in den Förderprogrammen gestärkt. Zukünftig sollen alle Förderprogramme des Landes für Nichtwohngebäude den Grundsätzen des nachhaltigen Bauens Rechnung tragen. Das Land Baden-Württemberg möchte auf diesem Wege dazu beitragen, dass die Betrachtung von Nachhaltigkeitskriterien zukünftig selbstverständlicher Teil bei der Planung und der Ausführung von Gebäuden wird.

Im Klimaschutzgesetz Baden-Württemberg ist seit 2013 geregelt, dass die Förderprogramme des Landes für den kommunalen Hochbau den Grundsätzen des nachhaltigen Bauens Rechnung tragen sollen. Das Nähere wird durch die jeweiligen Förderrichtlinien geregelt. Für die Förderung von kommunalen Hochbauten im Neubaubereich hat das Umweltministerium Grundsätze des nachhaltigen Bauens für Neubauvorhaben am 29. August 2014 im Staatsanzeiger bekannt gemacht und ein Internetportal www.nbbw.de eingerichtet, in welchem die Kriterien für die Anwender konkretisiert werden.

Und warum sollten Kommunen jetzt handeln?

Die Sanierungsquote im Land muss dringend deutlich ansteigen, um die im Klimaschutzgesetz des Bundes festgelegten Zielwerte für CO2-Emissionen bis 2030 zu erreichen. Kommunen kommt dabei in zweierlei Hinsicht eine wichtige Rolle zu:

  • Sie sind Eigentümer zahlreicher öffentlicher Gebäude mit Sanierungsbedarf.
  • Sie erfüllen eine wichtige Vorbildfunktion gegenüber ihren Bürgerinnen und Bürgern.

Fragen und Antworten

Noch Fragen zum erweiterten Klimaschutzgesetz? Die meistgestellten beantworten wir Ihnen hier.

  • Was ist das Programm Nachhaltiges Bauen in Baden Württemberg (N!BBW)?

    N!BBW steht für „Nachhaltiges Bauen Baden-Württemberg“. Das Nachhaltige Bauen ist Teil der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes. N!BBW  basiert auf dem digitalen Planungswerkzeug N!BBW. Herzstück des Programms ist ein kompakter Katalog mit folgenden zehn Kriterien:

    NAKR 1 Umweltwirkungen im Lebenszyklus – Ökobilanzierung
    NAKR 2 Ressourcenschonung im Hinblick auf nicht erneuerbare Energie
    NAKR 3 Nachhaltige Ressourcenverwendung bei Holz- und Betonbauteilen
    NAKR 4 Gesundheits- und umweltverträgliche Baustoffe
    NAKR 5 Gebäudebezogene Kosten im Lebenszyklus
    NAKR 6 Thermische und akustische Behaglichkeit in Innenräumen
    NAKR 7 Qualität der Innenraumluft
    NAKR 8 Reinigungs- und Instandhaltungsfreundlichkeit
    NAKR 9 Qualität der Projektvorbereitung
    NAKR 10 Qualität der Bauausführung

  • Welche Zielsetzung verfolgt das Land-Baden-Württemberg mit dem Programm N!BBW?

    Das Land Baden-Württemberg möchte das Bewusstsein für nachhaltiges Bauen schärfen und zukunftsverträgliche Bauweisen vorantreiben. Dazu wird das Ziel verfolgt, die ökologische, ökonomische und soziokulturelle Gebäudequalität zu steigern. Im Mittelpunkt der Anstrengungen stehen Gebäudenutzerinnen und -nutzer, deren Lebens- und Arbeitsbedingungen funktionsgerecht, gesundheitsverträglich und behaglich sein sollen.

  • Warum sollte ich die Kriterien des N!BBW umsetzen?

    Durch Anwendung der Nachhaltigkeitskriterien soll nicht nur die Qualität der Gebäude gesteigert, sondern die negativen Umweltwirkungen, die durch Gebäude während des gesamten Lebenszyklus verursacht werden, minimiert sowie der Einsatz von nicht erneuerbaren energetischen Ressourcen reduziert werden. Durch die Einbeziehung der Kriterien beim Planen und Bauen möchte die Landesregierung nicht nur die Ausführung energieeffizienter und emissionsarmer Gebäude vorantreiben, sondern unterstützt auf diese Weise mit ihrer Förderpolitik auch die Verwendung nachhaltiger und damit ressourcenschonender Baustoffe.

    Das Planungswerkzeug N!BBW fordert zudem sowohl während des Planungs- als auch des Bauprozesses die Dokumentation relevanter Entscheidungen. Damit kommt sowohl Transparenz als auch Sicherheit in den Prozess. So wird beispielsweise bei einem Neubau in der Dokumentation hinterlegt, welche Baustoffe eingesetzt wurden, die später eventuell nicht mehr sichtbar sind. Bei einer Sanierung wird dokumentiert, welche schadstoffhaltigen Baustoffe ausgebaut wurden.

    Die Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt: nachhaltiges Bauen und Sanieren gewinnt immer mehr an Bedeutung. Nachhaltiges Bauen geht über den gesetzlichen Standard hinaus. Da bauliche Maßnahmen in der Regel einen langfristigen Horizont haben, lohnt es sich im Interesse unserer Umwelt bereits heute zukunftsorientiert zu planen und zu bauen.

  • Warum enthält das Nachhaltigkeitsprogramm vom N!BBW so viele Kriterien?

    Baumaßnahmen umzusetzen – nicht nur nachhaltige – ist ein komplexer Vorgang. Sind die Maßnahmen erst einmal realisiert, sind dadurch Tatsachen für mehrere Jahre bzw. Jahrzehnte geschaffen. Eine vorausschauende und umfassende Planung, sorgfältige Durchführung und angemessene Überprüfung sind daher nur angemessen und konsequent.

    Das macht zunächst scheinbar mehr Aufwand. Langfristig gesehen, vermeidet man aber sowohl lästige Nachbesserungen als auch einen zeit- und kostenintensiven Unterhalt bzw. eine unnötig aufwändige Entsorgung.

  • Was unterscheidet N!BBW von einem DGNB-Zertifikat der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen?

    Der Kriterienkatalog enthält im Unterschied zu Bewertungssystemen zum Nachhaltigen Bauen (wie z. B. „BNB – Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen“ des Bundes) keine quantitativen Anforderungen, weshalb auch keine mit höheren Kosten verbundene Gebäudezertifizierung vorgesehen ist. Vielmehr geht es darum, den Anwender dafür zu sensibilisieren, Nachhaltigkeitsaspekte bei der Planung, Ausführung und Nutzung von Gebäuden mit zu betrachten. Durch die Aufnahme der Grundsätze des nachhaltigen Bauens in die Förderprogramme des Landes werden Anreize gesetzt und nachhaltiges Bauen und Sanieren belohnt.