ANGEBOTE

European Energy Award - Preisträger 2021

 

THEMEN

  • Gemeinde Amtzell
    4.200 Einwohner Beitritt 2009  Punktzahl 72%

    „Durch die Rezertifizierung im Dezember 2020 beweist die Gemeinde Amtzell hohes Interesse am Klimaschutz. Wir sind uns der Vorbildfunktion für alle Bürgerinnen und Bürger unserer Allgäugemeinde bewusst.“ Bürgermeister Clemens Moll

    Mit Bezug von 100 Prozent Ökostrom und einer knapp 110-prozentigen regenerativen Stromabdeckung ist Amtzell stolz darauf, sich Energie-Plus-Gemeinde nennen zu können. Sukzessive energetische Sanierungen der öffentlichen Gebäude, der Neubau einer klimaneutralen und nachhaltigen Sporthalle in Passivhaus-Bauweise, sowie die „vollflächige“ Belegung öffentlicher Gebäudedächer mit Photovoltaikanlagen sollen hier als Projekte mit Vorbildfunktion genannt werden. Seit Jahren gehört die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik zum jährlichen Haushaltsetat.

    Schon sehr früh ging die Gemeinde Amtzell mit einem Nahwärmenetz eigene Wege. So konnten schon vor vielen Jahren über 74 Prozent der Gemeindeliegenschaften mit regenerativer Nahwärme versorgt werden. Dabei handelt es sich um ein Nahwärmenetz aus Biogasabwärme, ergänzt mit einer Holzhackschnitzelanlage.

    Für die Zukunft beschäftigt sich Amtzell mit der sukzessiven Umstellung von kommunalen Fahrzeugen auf E-Mobilität, erprobt mit der Anschaffung eines Elektrofahrzeuges für die Verwaltung. Die eigene E-Tankstelle speist die Gemeinde mit Sonnenstrom der Passivhaussporthalle.

    Doch will sich die Gemeinde Amtzell nicht auf bisherigen Erfolgen ausruhen. Der Klimawandel zeigt den weiteren Weg. Starkregenereignisse, erhöhte Durchschnittstemperaturen, Trinkwasserknappheit, Artensterben, mangelnde Biodiversität und viele andere Anzeichen sind Motivation, dagegen zu steuern. Jeder einzelne kann seinen Teil zur Nachhaltigkeit beitragen –und gemeinsam geht’s leichter.

    Kontaktperson:
    Günter Halder
    guenter.halder@amtzell.de, Tel.: 07520 950-18

  • Stadt Bad Schussenried (eea Gold)
    8.800 Einwohner Beitritt 2006 Punktzahl 83% (eea Gold)

    „Wir freuen uns sehr über die nun bereits dritte Auszeichnung mit dem European Energy Award Gold. Wir sind mächtig stolz auf die Projekte, die wir im Rahmen des eea umsetzen konnten, wie beispielsweise die erste Drei-Feld-Tennishalle Deutschlands im Passivhausstandard und die Ausbildung zu Junior-Klimaschutzmanagern in Feuerwehren.“ Bürgermeister Achim Deinet

    Die Stadt Bad Schussenried im Landkreis Biberach ist 2006 als Pilotkommune in den European Energy Award eingestiegen. Das erste Leitbild mit quantifizierten und qualifizierten Klimaschutzzielen bis 2050 entstand 2008. Die Stadt wurde 2009 zum ersten Mal zertifiziert. Seitdem wurde das Leitbild im Vier-Jahres-Rhythmus fortgeschrieben und jeweils angepasst.

    Die Ziele übertreffen die des Bundes und sind entsprechend ambitioniert. Das Leitbild enthält Zielaussagen zu CO2-Reduzierung, Anteil der erneuerbaren Strom- und Wärmeerzeugung und Energieeffizienzsteigerung beziehungsweise Wärmeeinsparung. Besonders die energetischen Sanierungen und energieeffizienten Neubauten rückten in den vergangenen Jahren verstärkt in den Vordergrund. Die Stadt hat unter anderem die denkmalgeschützte Georg-Kaess-Schule energetisch saniert und energieeffiziente Neubauten bezuschusst. Auch in Zukunft sind weitere energetische Sanierungen in eigenen und privaten Gebäuden geplant. Im August 2020 ging ein Freiflächen-PV-Park mit 750 kWP im Ortsteil Otterswang in Betrieb.

    Durch das in ganz Deutschland einmalige Pilotprojekt „Ausbildung zum/zur Junior-Klimaschutzmanager/in in Feuerwehren“ (2019) hat die Stadt Bad Schussenried die jüngste Generation darauf aufmerksam gemacht, wie wichtig der Energie- und Klimaschutz ist.

    Kontaktperson:
    Achim Deinet (Bürgermeister)
    deinet@bad-schussenried.de
    Tel.: 07583 9401-100

  • Gemeinde Baindt
    5.300 Einwohner Beitritt 2009 Punktzahl 70%

    „In der Gemeinde Baindt hat die gemeinsame Umsetzung des Klimaschutz- und Energiemanagements einen hohen Stellenwert und wird aktiv vorangetrieben. Baindt möchte Vorbild in Sachen Klimaschutz sein. Bei allem, was wir tun, müssen wir die ökologischen Konsequenzen mitdenken.“ Bürgermeisterin Simone Rürup

    Die Gemeinde Baindt nimmt seit 2009 am European Energy Award teil. Über den Gemeindeverband Mittleres Schussental wurde ein erfolgreiches Energie- und Klimaschutzkonzept aufgestellt. Als eea-zertifizierte Gemeinde bezieht Baindt beispielsweise seit 2011 zu 100 Prozent zertifizierten Ökostrom und trägt somit aktiv zur Energiewende bei.

    Die Errichtung eines erdgasbetriebenen, wärmegeführten Blockheizkraftwerkes mit Eigenstromnutzung im Schulgebäude erfolgte bereits 2014. Aktuell wird der Schulcampus zu 96 Prozent mit eigenerzeugtem Strom versorgt. An das Nahwärmenetz sind sowohl öffentliche als auch private Gebäude angeschlossen. Bei der städtebaulichen Entwicklung des Fischerareals beispielsweise vergibt Baindt die Grundstücke im Rahmen eines Konzeptvergabeverfahrens. So entstehen über 100 Wohnungen, die an das Nahwärmenetz angeschlossen werden. Die qualitätsvolle Nachverdichtung schafft ein lebendiges Wohnquartier für alle Generationen.

    Mit der Rekultivierung der Trasse der ehemaligen B30 wurde in innerörtlicher Lage ein Grün- und Aufenthaltsbereich geschaffen, der Insekten einen Rückzugsraum bietet und zur Artenvielfalt beiträgt. Mit dem Stadtbus Ravensburg-Weingarten, der Beschaffung gemeindeeigener E-Fahrzeuge und dem Ausbau der Radwege setzt Baindt ökologische Schwerpunkte im Mobilitätsbereich.

    Die Gemeinde konnte zwischen 2016 und 2020 das Ergebnis der eea-Zertifizierung von 62 auf 70,4 steigern. Sie will den begonnenen Weg konsequent weitergehen.

    Kontaktperson:
    Florian Roth
    florian.roth@baindt.de
    Tel.: 07502 9406-53

  • Gemeinde Bodnegg
    3.200 Einwohner Beitritt 2014 Punktzahl 68%

    „Bodnegg will für die kommenden Generationen viel Lebensqualität bieten. Deshalb erfolgt die Gemeindeentwicklung energieeffizient, umweltverträglich und auch nachhaltig. Die Schwerpunkte liegen bei der Reduktion von CO2-Emissionen, dem Ausbau regenerativer Energien und der nachhaltigen Mobilität im ländlichen Raum.“ Bürgermeister Christof Frick

    Klimaschutz, Umweltschutz und Energieeffizienz spielen für die Gemeinde Bodnegg schon immer eine wichtige Rolle. Bereits 1999 schaffte sie für das Bildungszentrum, einschließlich Sportstätten, eine Holzhackschnitzelheizung sowie ein Blockheizkraftwerk an. Umweltfreundlichen Strom erzeugen mehrere Photovoltaikanlagen auf öffentlichen Gebäuden. Die Gemeinde optimierte ihre Kläranlage mit solarer Klärschlammtrocknung und einem energieeffizienten Tropfkörper. Das Kinderhaus im Passivhausstandard und diverse energetisch sanierten öffentliche Gebäude sorgen für weitere Einsparungen bei den Energiekosten. Die Straßenbeleuchtung wurde auf LED-Leuchten umgestellt.

    Seit einigen Jahren setzt die Gemeinde auch auf die Faktoren Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit. Produkte werden bevorzugt regional angeschafft. Die Gemeinde unterstützt die Bürgerinitiative „Reparatur und Kaffee“. 2019 errichtete Bodnegg mit Unterstützung der Technischen Werke Schussental (TWS) eine Ladesäule für E-Autos auf einem öffentlichen Parkplatz und rüstet ihren Fuhrpark auf E-Mobilität um.

    Die gemeindeeigenen Förderprogramme verankerten die Themen Energieverbrauch, Energieeinsparung und erneuerbare Energien auch in der Bürgerschaft. Das Klimaschutzkonzept 2013/14 mit den Gemeinden Grünkraut, Waldburg und Schlier wurde 2019 auf zwei weitere Jahre fortgeschrieben. Der Klimaschutzmanager setzt dieses seit 2016 gemeinsam mit den beteiligten Gemeinden des Gemeindeverwaltungsverbands um. Auch wird im Rahmen der Bürgerbeteiligung die Bürgerschaft stetig eingebunden und sensibilisiert.

    Kontaktperson:
    Lisa Deuringer
    deuringer@bodnegg.de
    Tel.: 07520 9208-16

  • Stadt Bruchsal
    44.800 Einwohner Beitritt 2014 Punktzahl 67%

    „Klima- und Umweltschutz sind Herausforderungen, die uns alle angehen und uns langfristig noch mehr fordern werden. Den Kommunen kommt besonders bei der Wärmewende eine zentrale Rolle zu. Wir müssen unsere Einflussmöglichkeiten nutzen, eine klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2050 zu ermöglichen.“ Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick

    Die Stadt Bruchsal nördlich von Karlsruhe nimmt seit 2014 am European Energy Award teil. 2016 erfolgte die erste Zertifizierung mit einem Ergebnis von 58 Prozent. Die Rezertifizierung im Jahr 2020 mit 66,6 Prozent bewies, dass Bruchsal in den letzten vier Jahren in Sachen Klimaschutz deutlich vorangekommen ist. Dazu haben besonders die Verabschiedung der Bruchsaler Klimaschutzziele, der Energieleitplan und die kommunale Gebäude- und Energieleitlinie beigetragen. Mit diesen wichtigen Grundlagen können konkrete Maßnahmen zukünftig zielgerichteter umgesetzt werden.

    Zusammen mit der Umwelt- und Energieagentur Kreis Karlsruhe erarbeitete Bruchsal den Energieleitplan als zentrales Planungselement für Klimaschutzmaßnahmen in allen relevanten Bereichen. Besonderer Fokus liegt auf der zukünftigen Wärmeversorgung mit erneuerbaren Energien. Da über den Energieleitplan die vom Land neu geforderte kommunale Wärmeplanung bereits enthalten ist, wurde die Stadt zusammen mit zwei weiteren Städten als Modellkommune für die Entwicklung des Handlungsleitfadens Kommunale Wärmeplanung ausgewählt.

    2019 wurde die erste PV-Freiflächenanlage in Bruchsal installiert. In der Bruchsaler Südstadt entsteht aktuell ein Wärmenetz mit 90 Prozent erneuerbaren Energien. Das in der Region bereits sehr erfolgreiche e-Carsharing-Angebot „zeozweifrei unterwegs“ wurde durch weitere Elektrofahrzeuge in Bruchsal weiter ausgebaut.

    Kontaktpersonen:
    Renate Korin
    renate.Korin@bruchsal.de
    Tel.: 07251 79-702

    Dorit Helms
    dorit.helms@bruchsal.de
    Tel.: 07251 79-619

  • Gemeinde Engelsbrand
    4.500 Einwohner Beitritt 2009 Punktzahl 64%

    Die Gemeinde Engelsbrand will heute und morgen eine Gemeinde für alle Generationen sein. Dieser hohe Anspruch verpflichtet uns gleichermaßen zu einem auf gegenseitigem Respekt und Vertrauen basierenden Miteinander und auch zu einem verantwortungsvollen und nachhaltigen Umgang mit der Umwelt.“ Bürgermeister Thomas Keller

    Die reizvolle Umgebung des Nordschwarzwalds, die ruhige Lage im angenehmen Reizklima, die ausgezeichnete Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr, eine gute Grundversorgung sowie die Nähe zu Pforzheim und zu den Heilbädern im nahen Kreis Calw machen die Gemeinde Engelsbrand zum idealen Wohnstandort.

    Klima- und Naturschutz sind für die Gemeinde mit ihren 4.400 Einwohnern seit vielen Jahren Maßstab des kommunalen Handelns. Die nach 2012 und 2016 in diesem Jahr erzielte Auszeichnung mit einem Ergebnis von 64 Prozent zeigt, dass sich durch systematische Erfassung von Daten, gezielte Planung und konsequente Umsetzung von Maßnahmen sowohl die Energieeffizienz als auch die Akzeptanz in der Bevölkerung kontinuierlich verbessern lassen.

    Neben verbrauchssenkenden Maßnahmen in den öffentlichen Gebäuden mit sehr guten Erfolgen, der Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik und der 100-prozentigen Ökostromversorgung der kommunalen Einrichtungen tragen zur Verbesserung der Lebensqualität auch das in Umsetzung befindliche Verkehrsberuhigungskonzept mit Modernisierung der Ortsdurchfahrten und Geschwindigkeitsdrosselungen bei.

    Viele dieser Maßnahmen entwickelten sich in Verbindung mit dem European Energy Award und setzten somit nachhaltige Impulse für die lokalen Klimaschutzaktivitäten.

    Kontaktperson:
    Julia Hassebrauk
    julia.hassebrauk@engelsbrand.de
    Tel.: 07235 9324-12

  • Stadt Friedrichshafen (eea Gold)
    61.300 Einwohner Beitritt 2006 Punktzahl 80% (eea Gold)

    „Friedrichshafen gehörte im Jahr 2012 zu den ersten fünf Städten Baden-Württembergs, die mit dem European Energy Award in Gold ausgezeichnet wurden. Die nun dritte Auszeichnung belegt, dass wir auf Worte Taten folgen lassen – dank engagierter Kommunalpolitik und eines umsetzungsorientierten ‚Energieteams‘ in der Stadtverwaltung!“ Erster Bürgermeister Dr.-Ing. Stefan Köhler

    Friedrichshafen am Bodensee verfolgt seit Anfang der 1990er Jahre eine gezielte Energie- und Klimaschutzpolitik mit einer Vielzahl an Einzelmaßnahmen und Modellvorhaben. 1991 wurde eine eigene Umweltabteilung aufgebaut, 1997 folgte das kommunale Energiemanagement im Stadtbauamt.

    Bereits 1992 trat Friedrichshafen dem Klima-Bündnis bei und setzte damit ambitionierte Ziele zur Senkung der CO2-Emissionen. 2020 wurde das Energie- und Klimaleitbild Friedrichshafen 2050 mit dem Ziel der „Klimaneutralität“ vom Gemeinderat einstimmig beschlossen. Damit bekennt sich die Stadt zu dem Pariser Abkommen. Das Energie- und Klimaschutzkonzept konkretisiert das Leitbild und setzt sich aus dem integrierten Stadtentwicklungsprozess (ISEK), dem Grünentwicklungskonzept und dem Masterplan Klimastadt mit Klimaanpassung zusammen.

    Friedrichshafen konnte in den vergangenen Jahren zahlreiche energetisch sinnvolle Projekte umsetzen. Bereits seit 2010 bezieht die Stadt Ökostrom für die eigenen Liegenschaften. Der Ausbau der ökologischen Nahwärme schreitet voran. Bis Ende 2021 wird ein Drittel des Wärmeverbrauchs der städtischen Liegenschaften über Nahwärme gedeckt werden. Durch den Einsatz hocheffizienter Kraft-Wärme-Kopplung werden so jährlich 400 Tonnen CO2 von zirka 5.000 Tonnen Gesamtemissionen der öffentlichen Liegenschaften (Stand 2010) eingespart. Durch die kontinuierliche Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED konnte der Verbrauch seit 2010 um 40 Prozent (1.300 MWh) pro Jahr reduziert werden.

    Kontaktperson:
    Wolfgang Kübler (Amtsleitung Stadtbauamt)
    w.kuebler@friedrichshafen.de
    Tel.: 07541 2034100

  • Gemeinde Gailingen am Hochrhein
    2.900 Einwohner Beitritt 2010 Punktzahl 68%

    „Beim Klimaschutz geht es um die Zukunft von uns allen und der kommenden Generationen. Wir in Gailingen haben uns bereits sehr früh auf den Weg in Richtung Klimaschutz gemacht und sehr gute Erfolge erzielt. Mit dem European Energy Award wird unser großes Engagement für Klimaschutz und Energieeffizienz sichtbar.“ Bürgermeister Dr. Thomas Auer

    Für rund 3.000 Einwohnerinnen und Einwohner bietet die Gemeinde Gailingen am Hochrhein Heimat und ein hohes Niveau an Lebensqualität. Nicht umsonst heißt ihr Slogan: „natürlich. gesund. leben.“ Neben dem Thema Gesundheit spielen Klimaschutz, Umweltschutz und Energieeffizienz eine große Rolle.

    Gailingen am Hochrhein erstellte im Jahr 2012 ein Energie-Leitbild, in dem unter anderem die Grundsätze sowie die generellen Ziele und Maßnahmen festgelegt wurden. Im Jahr 2012 wurde die Gemeinde zum ersten Mal mit dem European Energy Award (eea) zertifiziert und im Jahr 2016 erfolgreich rezertifiziert. Der Impuls zur Teilnahme kam aus der benachbarten Schweiz. Die auf der anderen Rheinseite gelegene Stadt Diessenhofen nahm damals am schweizerischen Pendant zum eea – dem Programm Energiestadt – teil.

    2020 stand die erneute Rezertifizierung an, welche mit beachtlichen 67,6 Prozentpunkten erreicht wurde. Einen großen Beitrag hierzu erbrachte das erste grenzüberschreitende Klimaschutzkonzept der Gemeinde, welches in enger Zusammenarbeit mit Diessenhofen und einem Schweizer Fachbüro erstellt wurde. Die daraus resultierenden Maßnahmen sowie die weiteren Maßnahmen zur Umsetzung des Energie-Leitbildes der Gemeinde münden in das energiepolitische Arbeitsprogramm der Gemeinde.

    Kontaktperson:
    Steffen van Wambeke
    steffen.vanwambeke@gailingen.de
    Tel.: 07734 930313

  • Stadt Göppingen
    57.800 Einwohner Beitritt 2018 Punktzahl 58%

    „Klimaschutz genießt in unserer nachhaltigen Stadtpolitik seit vielen Jahren eine hohe Priorität. Gemeinsam mit dem Landkreis Göppingen haben wir Mitte 2013 ein Klimaschutzkonzept fertiggestellt. Das darin erhaltende Ziel eines bis zu 2050 nahezu energieneutralen Landkreises  wollen wir als Stadt schneller erreichen.“ Oberbürgermeister Alexander Maier

    Im Jahr 2010 ist die östlich von Stuttgart gelegene Stadt Göppingen dem Klima-Bündnis europäischer Städte beigetreten mit dem Ziel einer kontinuierlichen Verminderung der Treibhausgasemissionen. Um dies strukturiert voranzutreiben, erfolgte die Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes im Jahr 2013. Nach einem Zeitraum von fünf Jahren erfolgte eine erste Evaluation, die zeigt, dass die empfohlenen Maßnahmen nahezu alle innerhalb der Stadtverwaltung erfolgreich umgesetzt werden. Dazu gehören Beispiele im Bereich der nachhaltigen Mobilität sowie die Senkung des Energieverbrauchs der städtischen Liegenschaften.

    Die städtische Energieberatung ist für die Bürgerinnen und Bürger eine neutrale Anlaufstelle, bei welcher sie Informationen zum Energiesparen und Sanieren, zur Integration erneuerbarer Energien oder zu Fördermöglichkeiten erhalten können.

    Um dies besser zu bewerten, hat der Gemeinderat 2018 die Teilnahme am European Energy Award beschlossen. Die Zertifizierung erfolgte 2020; das vom Gemeinderat beschlossene energiepolitische Arbeitsprogramm dient als Fahrplan für die nächsten Jahre. Darüber hinaus wurde vom Gemeinderat im April 2019 das Projekt „Göppinger Agenda 2030 für Nachhaltigkeit“ auf den Weg gebracht. Ziel ist es, die Nachhaltigkeit in der Stadt Göppingen zu stärken und eine regionale Nachhaltigkeitsstrategie zu entwickeln.

    Kontaktperson:
    Uwe Bauer
    ubauer@goeppingen.de
    Tel.: 07161 6506531

  • Stadt Hechingen
    19.300 Einwohner Beitritt 2012 Punktzahl 66%

    Die Stadt Hechingen bietet eine hohe Lebensqualität. Hierfür Verantwortung zu zeigen, bedeutet auch, dem globalen Klimaschutz Rechnung zu tragen. Hechingen hat aktuell die Stelle eines Klimamanagers/einer Klimamanagerin ausgeschrieben, um ihr ambitioniertes energiepolitisches Programm noch besser zu verwirklichen.” Bürgermeister Philipp Hahn

    Hechingen, Mittelzentrum im Zollernalbkreis mit rund 20.000 Einwohnern, wurde 2017 erstmals mit dem European Energy Award ausgezeichnet. 2021 konnte die Zollernstadt zum zweiten Mal die Zertifizierung mit einem Ergebnis von 58 Prozent erringen. Hechingen ist bisher die einzige eea-zertifizierte Kommune im Zollernalbkreis.

    Die einzigartige Natur- und Kulturlandschaft, von der Hechingen umgeben ist, macht den Schutz von Natur und Umwelt zur Pflichtaufgabe für die Stadt. Zahlreiche Global Player unter den örtlichen Gewerbebetrieben, insbesondere die medizintechnische Industrie, verdeutlichen die Verflechtung von regionalen und globalen Klimaschutzaufgaben.

    Die Stadt Hechingen stellt sich seit vielen Jahren dieser Herausforderung. Unter anderem durch konsequente Energieeinsparungen bei der Straßenbeleuchtung und bei den städtischen Gebäuden. Leuchtturmprojekte sind die Neubauten des Hallenbades (Eröffnung 2018) und des Betriebshofes (Inbetriebnahme 2019), die in besonderem und vorbildlichem Maße mit energiesparender Technik ausgestattet sind.

    Aktuell haben sich die Klimaschutzbemühungen der Stadt Hechingen auf verkehrliche Projekte konzentriert, die dem ÖPNV und dem Fahrrad- beziehungsweise fußläufigen Verkehr verstärkte Aufmerksamkeit widmen. Hierzu zählen die Sanierung des zentralen Obertorplatzes, die Teilnahme am Landesprojekt „Klima Mobil“ als Musterkommune, die Aufnahme in das gemeinsame Bahnhofssanierungsprogramm von Deutscher Bahn und dem Land Baden-Württemberg sowie die Neuregulierung des Bus-Stadtverkehrs.

    Kontaktperson:
    Nadine Schneider
    nadine.schneider@hechingen.de
    Tel.: 07471 940-127

  • Stadt Horb am Neckar
    25.100 Einwohner Beitritt 2017 Punktzahl 57%

    „Der eea-Prozess ist der nächste logische Schritt auf dem Weg zur Klimaneutralen Kommune Horb 2050, für den wir uns bereits 2010 entschieden haben. Mit Nahwärmenetzen, Wasserkraft und Solarpark sind wir bereits gut aufgestellt.“ Oberbürgermeister Peter Rosenberger

    Die Große Kreisstadt Horb am Neckar mit ihren rund 25.000 Einwohnern in 17 Ortsteilen und der Kernstadt hat seit 2010 in mittlerweile fünf Klimaschutzkonferenzen Teilziele zur Erreichung der „Klimaneutralen Kommune Horb 2050“ erarbeitet. Ein Klimaschutzkonzept und ein in einem partizipatorischen Prozess erstellter Maßnahmenkatalog bilden die Basis der Klimaschutz- und energiepolitischen Aktivitäten.

    Zwei Quartierskonzepte, Marktplatz und Horb-West, sind bereits umgesetzt. Weiterhin geplant ist das dritte Quartierskonzept Horb-Ost sowie die Nahwärmenetze in den Ortschaften. Ebenfalls besonders zu erwähnen ist das Nahwärmenetz Hohenberg, das über ein Holz-Blockheizkraftwerk gespeist wird. Erst im Jahr 2020 wurde das 2016 verabschiedete Radverkehrskonzept fortgeschrieben und eine Verkehrsplanerstelle geschaffen. Die Straßenbeleuchtung im gesamten Stadtgebiet mit rund 6.000 Lichtpunkten wurde auf umweltfreundliche und energiesparende LED-Leuchten umgestellt.

    In den kommenden Jahren will die Stadt – erneut in einem partizipatorischen Prozess – das Klimaschutzkonzept fortschreiben und mit weiteren quantitativen und qualitativen Zielen versehen. Im Radverkehrskonzept sollen weitere Maßnahmen umgesetzt werden. Bei den kommunalen Liegenschaften wird die Stadt weiterhin energetische Sanierungsmaßnahmen durchführen und langfristig durch die Einsparungen auch den Haushalt entlasten.

    Kontaktperson:
    Inge Weber
    I-Weber@Horb.de oder Pressestelle@Horb.de
    Tel.: 07451 901-270

  • Gemeinde Ilsfeld (eea Gold)
    9.600 Einwohner Beitritt 2014 Punktzahl 76% (eea Gold)

    „Wir in Ilsfeld sind sehr stolz darauf, die erste Gold-zertifizierte Kommune im Landkreis Heilbronn zu sein. Wir sehen die Zertifizierung als Anerkennung für unsere Anstrengungen in Sachen Klimaschutz. Der European Energy Award motiviert uns, diesen Weg als Vorbild systematisch weiter zu gehen.“ Bürgermeister Thomas Knödler

    Die Gemeinde Ilsfeld möchte sich den Herausforderungen des globalen Klimawandels stellen und hat sich deshalb für den European Energy Award (eea) beworben. In diesem Zusammenhang hat die Gemeinde ein Leitbild erstellt, um Ziele zu formulieren und einen geeigneten Rahmen für die kommunale Energie- und Klimaschutzpolitik zu schaffen. Die Ziele sollen realistisch und möglichst konkret sein, dabei aber auch ausreichend Flexibilität gewähren.

    Das Leuchtturmprojekt der Gemeinde ist das fast 40 Kilometer lange Nahwärmenetz, das rund 300 private und kommunale Gebäude versorgt. Eine Erweiterung auf 420 Einheiten ist für das Jahr 2021 vorgesehen. Jährlich erzeugen die Biogasanlage Beilstein, die Heizzentrale im Schulzentrum und die Wärmepumpen-Heizzentrale in der Kläranlage Schozachtal rund zehn Millionen Kilowattstunden Wärme. Diese Maßnahme hat insofern Modellcharakter, als die Abwasserwärmenutzung zwar technisch ausgereift, in der Praxis jedoch wenig verbreitet ist. Aktuell laufen die Planungen für einen saisonalen Wärmespeicher mit zirka 350.000 Kubikmetern Volumen – eine Größe, die man normalerweise nur aus Dänemark kennt.

    Im Rahmen der eea-Zertifizierung will die Gemeinde den Stand regelmäßig überprüfen und möglichst viele Maßnahmen umsetzen. Das energie- und klimapolitische Leitbild soll dabei unterstützen. Ziel ist es, jede Maßnahme, Aktion und Handeln auf eine möglichst hohe Umwelt- und Klimaverträglichkeit innerhalb wirtschaftlichen Handels durch Gemeinde, Gewerbe und Bürger zu überprüfen.

    Kontaktperson:
    Susanne Schweikle-Sernau
    susanne.schweikle-sernau@ilsfeld.de
    Tel.: 07062 9042-43

  • Stadt Kornwestheim
    33.900 Einwohner Beitritt 2006 Punktzahl 71%

    „Wir wollen uns intensiv für ein besseres Klima einsetzen und dabei die Bürgerinnen und Bürger mitnehmen. Um das Ziel der Klimaneutralität vor Ort zu erreichen, kommt uns als Kommune eine zentrale Rolle zu. Wir müssen Schwerpunkte setzen und mit gutem Beispiel vorangehen.“ Oberbürgermeisterin Ursula Keck

    Als Stadt mit Tradition ist Kornwestheim für die Zukunft gerüstet. Das Korn als Namensgeber steht für landwirtschaftliche Böden von hoher Qualität und deren jahrhundertelange Nutzung durch den Menschen. Der Klimaschutz hat sich als wichtiges Handlungsfeld der Kommunalpolitik in Kornwestheim bei Ludwigsburg etabliert.

    Das spiegelt sich auch in der kontinuierlichen Teilnahme am European Energy Award seit dem Jahr 2006 sowie an den Ergebnissen der Energiebilanz. So konnte der CO2-Ausstoß pro Kopf in Kornwestheim seit dem Jahr 2009 von zirka 8,6 Tonnen pro Einwohner und Jahr auf zirka 5,8 Tonnen pro Einwohner im Jahr 2017 gesenkt werden. Im Mittelpunkt der Maßnahmen steht der Umstieg in der Energieversorgung auf erneuerbare Energien in Kombination mit Kraft-Wärme-Kopplung in Kooperation mit den Stadtwerken Ludwigsburg-Kornwestheim.

    Zum Einsatz gelangen Biogasanlagen, Geothermie und Abwasserwärme. Besonders hervorzuheben ist das Modellprojekt Solar-Heat-Grid der Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim. Die größte Freiflächen-Solarthermieanlage Deutschlands ist gemarkungsübergreifend in Kornwestheim und Ludwigsburg errichtet worden. Die hier erzeugte Energie wird in das Fernwärmenetz eingespeist.

    Der kontinuierliche Ausbau der Fernwärme, gepaart mit energetischer Stadtsanierung, ist zu einem wichtigen Baustein der Energieversorgung geworden. Ein aktives Klimaschutzmanagement fordert die Bürgerschaft mit verschiedenen Aktivitäten und einem Förderprogramm zum Mitmachen auf. Die Stärkung alternativer Mobilität ist erklärtes Ziel des Mobilitätskonzeptes 2030.

    Kontaktperson:
    Cordula Wohnhas
    cordula.wohnhas@kornwestheim.de
    Tel.: 07154 202-8024

  • Landkreis Ravensburg (eea Gold)
    285.400 Einwohner Beitritt 2008 Punktzahl 82% (eea Gold)

    „Die erneute Auszeichnung mit dem European Energy Award Gold zeigt, welch hohen Stellenwert der Klimaschutz im Landkreis hat. Im Sinne von ‚global denken, lokal handeln‘ tragen wir zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes bei. Dabei wird in den nächsten Jahren unter anderem der Ausbau des ÖPNV eine zentrale Rolle spielen.“ Landrat Harald Sievers

    Bereits im Jahr 2008 beteiligte sich der Landkreis Ravensburg als Pilotlandkreis am European Energy Award (eea). Er erhält nun das dritte Mal die Gold-Zertifizierung mit dem hervorragenden Ergebnis von 82 Prozent. Zum kontinuierlichen Erfolg beigetragen haben die Zusammenarbeit mit der Energieagentur Ravensburg und das Engagement der Städte und Gemeinden im Landkreis. Dies zeigt sich in der Besonderheit, dass 22 der 39 Kommunen im Landkreis Ravensburg selbst am eea teilnehmen.

    Seit 2015 dient das Energie- und Klimaschutzkonzept des Landkreises als Grundlage für die Umsetzung von vielfältigen Maßnahmen. Zur Schaffung von Synergien wurde eine Datenbank erstellt, mit der zum Beispiel energetische Quartierskonzepte über kommunale Grenzen hinweg geplant werden können. Im Bereich kommunale Gebäude hat der Landkreis Ravensburg seine Stromversorgung auf 100 Prozent Ökostrom umgestellt und setzt auf den Ausbau von Photovoltaik-Dachanlagen und Nahwärmenetze. Für anstehende Sanierungen und Neubauten wurde ein Leitfaden für nachhaltiges Bauen entwickelt, um energetische und ökologische Kriterien zu berücksichtigen.

    Neben der Radverkehrsförderung und der Verbesserung des ÖPNV-Angebots durch Regiobuslinien hat der Landkreis Ravensburg in den letzten Jahren auch den Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge vorangetrieben. Zur Stärkung der ökologischen Landwirtschaft wurde der Landkreis Ravensburg 2018 als Bio-Musterregion ausgewählt. Zudem setzt er seit 2019 eine eigene Biodiversitätsstrategie um.

    Kontaktperson:
    Selina Nussbaumer (Stabsstelle des Landrats)
    s.nussbaumer@rv.de
    Tel.: 0751 85-9250

  • Stadt Lörrach (eea Gold)
    49.300 Einwohner Beitritt 2006 Punktzahl 80% (eea Gold)

    Eine klare Vision und die Vereinbarung messbarer Ziele sind wichtige Grundsteine für eine erfolgreiche Klimaschutzpolitik. Das haben wir mit dem Plusenergiestandard für städtische Gebäude oder mit dem 1-Euro-Ticket für den ÖPNV erfolgreich gezeigt.“ Oberbürgermeister Jörg Lutz

    Nahe der Schweizer Grenze bei Basel gelegen, wurde Lörrach 2002 als erste deutsche Kommune mit dem Schweizer Label Energiestadt ausgezeichnet. 2007 erhielt sie als erste Kommune Baden-Württembergs den European Energy Award. Seit 2010 wurde Lörrach jetzt bereits zum vierten Mal in Folge mit dem European Energy Award Gold ausgezeichnet.

    Bei Sanierung und Neubau von eigenen Liegenschaften setzt die Stadt Lörrach auf den Plusenergiestandard, der sich durch einen niedrigen Wärmebedarf, einen hohen Anteil erneuerbarer Energien und eine größere Photovoltaikanlage auszeichnet. Rund 40 Prozent des Wärmebedarfs der kommunalen Liegenschaften decken inzwischen erneuerbare Energien. Die neu gegründete Gesellschaft Stadtenergie Lörrach hat zum Ziel, die Wärmenetze mit einem sehr hohen Anteil erneuerbarer Energien auszubauen. Der bestehende Wärmeverbund Nordstadt als größtes Teilwärmenetz versorgt beispielsweise die angeschlossenen Gebäude mit rund 95 Prozent erneuerbarer Energie aus Holz.

    An zentralen Standorten wie dem Hauptbahnhof sorgen attraktive Abstellmöglichkeiten für Fahrräder und Car-Sharing-Parkplätze für gute Umsteigemöglichkeiten zwischen den verschiedenen Mobilitätsangeboten. Aktuell wird zusätzlich ein E-Mobilitätskonzept erstellt. Das Pilotprojekt Ticket4Lö, ein 1-Euro-Ticket für den ÖPNV in der Stadt Lörrach, hat sich als großer Erfolg erwiesen. Dank dieses Angebots stieg die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Mit Lörrach als Vorbild planen weitere Städte in Baden-Württemberg die Einführung eines solchen Tickets.

    Kontaktperson:
    Alexander Fessler
    a.fessler@loerrach.de
    Tel.: 07621 415-442

  • Gemeinde Oberteuringen
    5.000 Einwohner Beitritt 2009 Punktzahl 69%

    „Seit vielen Jahren ist das Thema Klimaschutz in Oberteuringen ein Teil der kommunalen Daseinsvorsorge. Dank des European Energy Award haben wir unser Handeln neben den verschiedenen sachlichen Zwängen und der Wirtschaftlichkeit auch auf Nachhaltigkeit und Ökologie überprüft. Diesen Weg wollen wir auch in Zukunft gehen.“ Bürgermeister Ralf Meßmer

    Die Gemeinde Oberteuringen mit ihren rund 5.000 Einwohnern liegt in direkter Nachbarschaft zu den Oberzentren Friedrichshafen und Ravensburg. Oberteurigen nimmt seit 2008 am European Energy Award teil und wurde im Jahr 2012 erstmals ausgezeichnet. Zwischen 2012 und 2016 konnte das Ergebnis von 61 Prozent auf 66 Prozent gesteigert werden. Bei der diesjährigen Rezertifizierung erreicht die Gemeinde Oberteuringen 68,5 Prozent.

    In Fortführung der bisherigen Tätigkeiten strebt Oberteuringen an, in den nächsten Jahren die Straßenbeleuchtung komplett auf LED umzurüsten. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in einem umfassenden Energiemanagement. Neben der energetischen Sanierung von Gebäuden wird bei Neubauten der KfW-55 Standard angestrebt. Ferner wird der gemeindliche Fuhrpark sukzessive auf E-Fahrzeuge umgestellt. Dadurch konnten nicht nur die Energiekosten, sondern auch die CO2-Emissionen gesenkt werden.

    Zusammen mit der Bürgerschaft erarbeitete die Gemeinde ein zukunftsfähiges und nachhaltiges Gemeindeentwicklungskonzept. So sollen unter anderem der Ausbau der alternativen Mobilitätsangebote und die überörtliche Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr verbessert werden. Zudem will die Gemeinde die Barrierefreiheit im öffentlichen Raum und die qualitative Verbesserung der Fuß- und Radwege forcieren.

    Ganz aktuell ist die Zusammenarbeit in der Energie- und Klimaschutzregion „Tettnang – Meckenbeuren – Oberteuringen“. Hier werden zusammen mit dem regionalen Energieversorger gemeinsame Projekte bis 2025 umgesetzt.

    Kontaktperson:
    Werner Wetzel (Bauamt/Leiter Energieteam)
    bauamt@oberteuringen.de
    Tel.: 07546 299-40

  • Stadt Ochsenhausen
    9.000 Einwohner Beitritt 2009 Punktzahl 73%

    „Der derzeitige Energie- und Ressourcenverbrauch stößt in den kommenden Jahren an seine Grenzen. Mit unseren Zielen und Maßnahmen schaffen wir auch für die Zukunft eine hohe Lebensqualität in unserer Stadt. Die wiederholte Auszeichnung mit dem European Energy Award ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zur klimaneutralen Kommune.“  Bürgermeister Andreas Denzel

    Ochsenhausen, typisch oberschwäbische Stadt mit rund 9.000 Einwohnern, legt seit vielen Jahren großen Wert auf Klimaschutz und energiebewusstes Handeln. Die erste Zertifizierung der Stadt mit dem European Energy Award war im Jahr 2012. Durch ein seither fortgeschriebenes Leitbild und einen Leitfaden will Ochsenhausen mittel- und langfristig zu einer deutlichen CO2-Reduzierung beitragen. Außerdem soll der Einsatz regenerativer Energien vorangetrieben werden.

    Wichtiger Baustein für mehr umweltfreundliche Energie war die Einrichtung eines Nahwärmenetzes, an das praktisch alle städtischen Gebäude angeschlossen sind. Ein großes örtliches Unternehmen liefert Prozessabwärme von jährlich rund 4 Millionen kWh ins Nahwärmenetz.

    Auch beim Bauplatzverkauf drängt die Stadt auf Klimaschutz. Selbstverständlich legt die Stadt bei eigenen Neubauten und Sanierungsmaßnahmen einen hohen ökologischen Maßstab zugrunde: ein Leitfaden bildet die Planungsgrundlage, ökologische Baustoffe finden vorrangig Verwendung. Die Außenanlagen werden durch die Gehölzauswahl und Blühstreifen insektenfreundlich gestaltet. Ein wichtiges Augenmerk liegt auch auf dem Hochwasserschutz.

    Engagiert haben sich auch Schülerinnen und Schüler des Schülerforschungszentrums, die 2017 ein etwa fünf Meter hohes Wasserrad entwickelt und größtenteils selbst gebaut haben. Das Wasserrad ist nicht nur Energiequelle, sondern ebenso Forschungsstation für die Schüler.

    Um den Verkehr der mitten durch die Stadt führenden Bundesstraße besser fließen zu lassen, wurde an zentraler Stelle ein neuer Kreisverkehr gebaut.

    Kontaktperson:
    Anne Schmid
    schmid@ochsenhausen.de
    Tel.: 07352 9220-65

  • Stadt Offenburg
    60.000 Einwohner Beitritt 2015 Punktzahl 75%

    „Der Klimaschutz ist eine wichtige und große Aufgabe, der wir uns hier in Offenburg mit Engagement stellen. Die Stadt geht dabei mit gutem Beispiel voran und setzt auch für Bürgerinnen und Bürger Anreize, klimafreundlich zu handeln.“ Oberbürgermeister Marco Steffens

    Die Stadt Offenburg nimmt seit 2015 am European Energy Award teil und erzielte beim letzten Audit 75,3 Prozent der erreichbaren Punkte. Ein wichtiger Bestandteil in der Offenburger Klimaschutzarbeit ist die Sensibilisierung und Motivation aller Bürger durch Kampagnen, Bildungsarbeit und finanzielle Anreize, im engen Schulterschluss mit den Partnern vor Ort.

    Bei städtischen Liegenschaften liegt der Schwerpunkt auf stetiger Effizienzverbesserung und dem Umstieg auf erneuerbare Energien. Der Verbrauch fast aller städtischen Gebäude wird über eine zentrale Gebäudeleittechnik geringgehalten. Sanierungen werden von Energieeffizienzmaßnahmen flankiert und Heizungsmodernisierungen mit zukunftsfähiger und möglichst regenerativer Anlagentechnik realisiert. Für die Wärmewende wird der Fernwärmenetzausbau konsequent vorangetrieben. Damit lassen sich schon heute Großverbraucher und Anwohner im Bereich des Fernwärmenetzes energieeffizient und zukünftig CO2-neutral versorgen.

    Im Bereich Mobilität sollen Bürger mit Attraktivitätssteigerungen und Zusammenführung der Verkehrsmittel des Umweltverbunds zum Umstieg auf umweltfreundliche Mobilität bewegt werden. An sieben Mobilitätsstationen ist die Wahl zwischen Bus, Leihfahrrad oder Car-Sharing-Auto möglich. Dabei können sowohl konventionelle als auch elektrische Antriebe gewählt werden. Ende 2021 soll das neue, zukunftsfähige Klimaschutzkonzept mit dem Ziel der Klimaneutralität beschlossen sein.

    Kontaktperson:
    Bernadette Kurte
    bernadette.kurte@offenburg.de
    Tel.: 0781 82-2444

  • Stadt Ravensburg (eea Gold)
    50.900 Einwohner Beitritt 2006 Punktzahl 87% (eea Gold)

    „Kommunaler Klimaschutz ist nur erfolgreich, wenn wir es schaffen, Bürgerinnen und Bürger sowie lokale Unternehmen für das Thema zu gewinnen und zu begeistern. Auf unserem Weg zu einer lebenswerten, klimaneutralen Stadt liegen uns daher Bewusstseinsbildung und die Beteiligung aller Akteure besonders am Herzen." Oberbürgermeister Daniel Rapp

    Für Ravensburg als ökologische Modellstadt war und ist es wichtig, als Vorbild für Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Wirtschaft und andere Kommunen zu agieren.

    Mit dem Entschluss, 2006 als Pilotkommune am European Energy Award teilzunehmen, war ein geeignetes Qualitätsmanagement- und Zertifizierungsverfahren für die Nachhaltigkeit der städtischen Energie- und Klimaschutzpolitik gefunden. Dass man mit diesem Instrument auch gut gerüstet für Zukunftsfragen ist, spiegeln die guten eea-Ergebnisse der letzten Jahre wider. Zum dritten Mal in Folge wird die Stadt Ravensburg mit dem European Energy Award Gold ausgezeichnet. Die nochmalige Steigerung des Audit-Ergebnisses auf 86,7 Prozent bestätigt die seit Jahren im Oberzentrum der Region Bodensee-Oberschwaben konsequent angestrebte nachhaltige, wirtschaftlich leistungsstarke, sozial gerechte und ökologisch verträgliche Entwicklung.

    Jetzt warten auf das Energieteam der Stadt Ravensburg neue Herausforderungen wie beispielsweise das große Fernwärmenetz für die historische Altstadt, mit dem zukünftig möglichst alle Gebäude klimaneutral versorgt werden sollen.

    Denn das Ziel steht fest: Ravensburg soll bis spätestens 2040 klimaneutral sein. So ist es im einstimmig beschlossenen Klimakonsens festgelegt, der 2020 von 35 Akteuren aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Verbänden, NGOs sowie Bürgerinnen und Bürgern erarbeitet wurde. In dessen Fokus stehen die Handlungsfelder Gebäude, Mobilität, Kompensation und Bewusstseinsbildung.

    Kontaktperson:
    Doris Hutterer-Plangg
    doris.hutterer-plangg@ravensburg.de
    Tel.: 0751 82-429

  • Gemeinde Rechberghausen
    5.400 Einwohner Beitritt 2014 Punktzahl 64%

    „Klimaschutz und nachhaltiges Handeln sollten im Sinne der Verantwortung für die nachkommende Generation selbstverständlich sein und die Kommunen müssen hier mit gutem Beispiel vorangehen. Diese Aufgabe können wir allerdings nur gemeinsam mit allen Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen und Einrichtungen schaffen!“ Bürgermeisterin Claudia Dörner

    Die Gemeinde Rechberghausen hat es sich schon früh zur Aufgabe gemacht, in vielen Wirkungsfeldern vorbildlich und nachhaltig zu agieren. Der Gemeinde ist zum Beispiel eine stetige Verbesserung der Verkehrssituation wie auch der Rad- und Gehwege ein großes Anliegen. So fährt seit dem Jahr 2014 das Elektrobürgerauto „Rechi“ für die Senioren.

    Die kommunalen Liegenschaften werden, wo möglich, mit Solaranlagen ausgestattet, kommunale Flachdächer werden extensiv begrünt und die Gemeinde saniert Stück für Stück die eigenen Gebäude, um Energie einzusparen. Der Energieverbrauch aller kommunaler Gebäude wird monatlich kontrolliert, um Schwachstellen zeitnah festzustellen und beheben zu können.

    Die Themen Klimaschutz und Energieeinsparung haben sich in den vergangenen Jahren immer weiter in den Planungs- und Handlungsfeldern verankert. Erfreulich ist dabei, dass Anregungen, Ideen und Mitwirkungsbereitschaft von vielen Schultern mitgetragen werden. Neben Verwaltung und Gemeinderat engagieren sich zahlreiche Ehrenamtliche, Unternehmer und Vereine: Nur so ist es möglich, auch in der Breite Klimaschutz zu betreiben.

    Kontaktperson:
    Matthias Dichtl (Hauptamtsleiter)
    dichtl@gemeinde.rechberghausen.de
    Tel.: 07161 501-20

  • Stadt Sigmaringen (eea Gold)
    17.100 Einwohner Beitritt 2008 Punktzahl 77% (eea Gold)

    „Eingebettet in die beeindruckende Natur des Donautals ist es uns auch als kleinere Kommune wichtig, in Sachen Klimaschutz als Vorbild voranzugehen und das Bewusstsein für Nachhaltigkeit zu stärken. Entscheidend für unseren Erfolg sind dabei starke Initiatorinnen und Initiatoren, die hier vor Ort neue Impulse setzen.“ Bürgermeister Dr. Marcus Ehm

    Unübersehbar thront das Hohenzollernschloss über den Dächern der Stadt und verleiht Sigmaringen bis heute ein besonderes Ambiente. Gleichermaßen prägend ist die Donau, die auf ihrem Weg durch das Obere Donautal mitten durch die Stadt fließt. Um die Einzigartigkeit dieses Ortes zu bewahren, setzt sich Sigmaringen für nachhaltigen kommunalen Klimaschutz ein.

    Der Gemeinderat stimmte der Teilnahme am European Energy Award im November 2007 zu. Seither erfasst, bewertet und überprüft das Sigmaringer Energieteam kommunale energierelevante Handlungsfelder, identifiziert Potentiale zur Steigerung der Energieeffizienz und setzt diese sukzessive um. Beispielsweise wurde das Hohenzollern-Gymnasium umfassend energetisch saniert und das Quartierskonzept Hohenzollernstraße erstellt. Die Konversion der ehemaligen Graf-Stauffenberg-Kaserne mit dem Projekt „EQ SIG - Konversion durch Innovation“ findet nach energetischen Kriterien statt: Allein dieses Modellprojekt mit Leuchtturmcharakter sieht eine CO2-Einsparung von 3.300 Tonnen pro Jahr bei einem Autarkiegrad von 75 Prozent vor. Hinzu kommen zahlreiche kleinere Projekte wie das Engagement als FairTrade-Stadt oder spezielle Fortbildungsangebote für Mitarbeitende.

    Ziel der Stadt Sigmaringen ist es, durch den effizienten Umgang mit Energie einen bedeutenden Beitrag zu einer nachhaltigen Energiepolitik und somit zu einer zukunftsverträglichen Entwicklung der Gesellschaft zu leisten. Dabei spielt auch die aktive Bürgerbeteiligung zur Fortschreibung des Klimaschutzkonzepts eine wichtige Rolle.

    Kontaktperson:
    Janina Krall
    krall@sigmaringen.de
    Tel.: 07571 106-126

  • Gemeinde Vogt
    4.600 Einwohner Beitritt 2006 Punktzahl 70%

    „Wir engagieren uns für den Klimaschutz, weil dies eine der ganz wichtigen Aufgabe ist zur Gestaltung guter Lebensgrundlagen für künftige Generationen. Jeder kann seinen Teil dazu beitragen. Wir versuchen dies im Rahmen unserer Möglichkeiten als Gemeinde und wollen mit gutem Beispiel vorangehen.“ Bürgermeister Peter Smigoc

    Vogt ist eine oberschwäbische Gemeinde im ländlichen Raum mit zirka 4.600 Einwohnern. Auf Rad- und Wanderwegen und im Winter auf einem interkommunalen Loipennetz lässt sich die herrliche Landschaft erleben und genießen. Getreu dem Motto „Die beste Energie ist diejenige, die nicht benötigt wird“, ist es das Ziel der Gemeinde, durch vielfältige Maßnahmen Gebäude zu sanieren, Energie zu sparen und regionale Ansätze zu verfolgen.

    Die Gemeinde Vogt hat beispielsweise einen Bürgerbus eingeführt und ein Nahwärmenetz zwischen mehreren kommunalen Gebäuden über ein Contracting-Modell erstellt. Ein soziales Wohngebäude wurde im KfW-40-Standard und mit PV-Eigenstromerzeugung gebaut. Die Straßenbeleuchtung stellt Vogt sukzessive auf LED um und optimiert die Verbräuche durch die Anpassung der Betriebszeiten und durch Dämmerungsschaltungen. Für den Bau- und Wertstoffhof hat die Gemeinde eine leerstehende Industriebrache erworben und baut sie derzeit um. Für bauliche Entwicklungen konnten im Sinne eines schonenden Umgangs mit der Natur auch innerörtliche Flächen generiert werden. Und das nächste Baugebiet soll ein klimaneutrales sein.

    Seit dem Start als Pilotkommune im Jahre 2006 schätzt die Gemeinde Vogt das systematische Vorgehen und die Denkanstöße, die der European Energy Award bietet. Der interkommunale Erfahrungsaustausch, die Unterstützung bei der Planung der Maßnahmen und die Zusammenarbeit mit der Energieagentur Ravensburg sind für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehr wertvoll und hilfreich.   

    Kontaktperson:
    Manuel Duller
    duller@gemeinde-vogt.de
    Tel.: 07529 209 25

  • Gemeinde Waldburg
    3.200 Einwohner Beitritt 2013 Punktzahl 70%

    „Die Gemeinde Waldburg und der Gemeindeverwaltungsverband Gullen sehen Klimaschutz als eines der wichtigsten Themen an. Gemeinderat und Verwaltung sind bestrebt, innerhalb ihrer Möglichkeiten einen maximalen Beitrag zum Klimaschutz zu erbringen, um zu helfen, das 1,5-Grad-Ziel nach dem Pariser Abkommen gemeinsam zu erreichen.“ Bürgermeister Michael Röger

    Waldburg liegt mit seinen rund 3.200 Einwohnern im Herzen des Landkreises Ravensburg. Auf der Grundlage eines im Jahre 2010 durchgeführten Dorfentwicklungsprozesses, bei dem sich die Einwohnerschaft sehr stark einbrachte und Leitziele und Maßnahmen für die zukünftige Entwicklung der Gemeinde formulierte, arbeiten Gemeinderat und Verwaltung gut abgestimmt und erfolgreich zusammen.

    Der mit Unterstützung der Energieagentur Ravensburg eingeführte eea-Prozess hat der systematischen Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen einen enormen Schub gegeben. Die Gemeinde begreift – und lebt – Klimaschutz als gesamtgesellschaftliche Aufgabe und als Querschnittsthema. Dies wird beispielsweise durch die enorme Steigerung der durchschnittlichen Zielerreichungsquote im eea-Prozess von 58 Prozent auf über 70 Prozent bei der Rezertifizierung dokumentiert.

    Dabei wirkte sich vor allem die Modernisierung im privaten Gebäude- und Wohnungsbestand  positiv auf das Gesamtergebnis der Gemeinde aus. Auch das Thema Mobilität, zum Beispiel die stetig verbesserte Barrierefreiheit im Bereich des Fußgängerverkehrs oder der Bushaltestellen, wurde erfolgreich weiterentwickelt. Darüber hinaus ermöglicht die „nebenan-app“ Mitfahrgelegenheiten und gutes nachbarschaftliches Miteinander. Derzeit wird in einer Machbarkeitsstudie die Möglichkeit eines CO2-neutralen Wohngebietes untersucht. Dabei spielt auch die Erneuerung der Heizungszentrale auf dem Schulcampus eine Rolle.

    Kontaktperson:
    Joachim Rittler
    Joachim.rittler@gemeinde-waldburg.de
    Tel.: 07529 9717-23

  • Stadt Wangen im Allgäu (eea Gold)
    26.900 Einwohner Beitritt 2006 Punktzahl 80% (eea Gold)

    „Unsere Stadtwerke und unser Energieteam haben in den letzten Jahren viel geleistet. Alle Maßnahmen, die im Zuge des European Energy Award umgesetzt wurden (und werden) dienen dem Klimaschutz und damit unserem Gemeinwohl. Ich freue mich über die Auszeichnung, die unsere Bemühungen für den Klimaschutz würdigt.“ Oberbürgermeister Michael Lang

    Die Große Kreisstadt Wangen im Allgäu nimmt seit 2006 am European Energy Award teil. Im Zuge der Teilnahme wurden umfangreiche Maßnahmen zur Minderung des Energiebedarfs und Reduzierung der CO2-Emissionen umgesetzt. Für ihre Bemühungen wurde Wangen im Allgäu erstmals im Jahr 2016 mit dem European Energy Award Gold ausgezeichnet. Bei der Rezertifizierung im Jahr 2020 konnte sie das Ergebnis von 76,2 auf 79,8 Prozent steigern.

    Aus den in den letzten vier Jahren umgesetzten Maßnahmen sind zahlreiche Projekte für die Steigerung der Energieeffizienz und den Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energien hervorzuheben. Dazu zählen unter anderem die Erweiterung des Biomasseheizwerks der Stadtwerke im März 2018 und der Ausbau der Biomasse-Nahwärmeversorgung durch die Stadtwerke. Zwischen 2017 und 2020 verdoppelte sich die Menge der im Biomasseheizwerk bereitgestellten Wärme. Vier Wasserkraftwerke wurden ertüchtigt beziehungsweise wieder in Betrieb genommen. Zudem nutzen seit 2017 alle kommunalen Stromabnahmestellen zertifizierten Ökostrom oder Strom aus eigenen Wasserkraftwerken beziehungsweise Photovoltaikanlagen der örtlichen Bürgerenergiegenossenschaft. Die Wärmeversorgung aus Abwasserwärme mit Ziel einer Wärmelieferung ab Herbst 2021 für den Bereich ERBA-Areal und Auwiesenweg befindet sich in Vorbereitung.

    Wangen investiert in seine Energieinfrastruktur, zum Beispiel in den Aufbau eines eigenen Mittel- und Niederspannungsnetzes für die Stromversorgung kommunaler Gebäude und Anlagen oder in die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED als Contracting-Projekt. Auch die konzeptionelle Arbeit wurde gestärkt durch die Erstellung eines Quartierskonzepts und die Einstellung eines städtischen Mobilitätsbeauftragten.

    Kontaktperson:
    Reiner Aßfalg
    reiner.assfalg@wangen.de
    Tel. 07522 74-159

  • Stadt Weingarten
    25.200 Einwohner Beitritt 2009 Punktzahl 73%

    „Die Stadt Weingarten ist dabei, in Sachen Klimawandel weitere wegweisende Schritte zu unternehmen. Der Fokus liegt dabei insbesondere auf ökologischen, nachhaltigen und ökonomischen Ansätzen, die zur Verbesserung des Klimas beitragen.“ Bürgermeister Alexander Geiger

    Die Stadt Weingarten ist dabei, in Sachen Klimawandel weitere wegweisende Schritte zu unternehmen. Eine Herausforderung – gerade in Zeiten, in denen Pflichtaufgaben stetig anspruchsvoller werden und die finanziell angespannte Haushaltslage oft diese Möglichkeiten erschwert. Deshalb ist es sinnvoll, strategisch dort anzusetzen, wo Pflichtaufgaben ein Handeln erfordern und gleichzeitig ein Steuern ermöglichen.

    Weingarten bekam die Chance, rund 3,7 Hektar Konversionsfläche in ein zentrumsnahes Wohnquartier zu wandeln. Gemeinsam mit dem Projektträger i+R Wohnbau Lindau GmbH wurden Konzepte zum klimagerechten Bauen entwickelt, die im Bebauungsplan und Städtebaulichen Vertrag geregelt sind und damit Vorgaben für ein verantwortungsbewusstes Bauen gegenüber den Klimaschutzzielen definieren. Ressourcen sind nachhaltig und schonend zu nutzen. Der Einsatz von erneuerbaren Energien wie Solarstrom oder Erdwärme ist verbindlich festgelegt. Oberflächenwasser ist durch ein Regenwassermanagement zu regeln. Baukörper werden gesamtheitlich in ihrem Lebenszyklus betrachtet. Nicht zu vergessen ist das Stadtgrün auf Dächern und an Fassaden sowie im Quartierspark „Grüne Mitte“ und den privaten Hinterhöfen. Gerade in Bezug auf Wärmeinseln mit tropischen Nächten spielt das Grün eine wichtige Rolle. Ein ausgeklügeltes Mobilitätskonzept mit E-Car Sharing und Verleihstationen von E-Bikes in Verbindung mit der Anbindung ans öffentliche Nahverkehrsnetz hilft zukünftig dabei, den Verkehr zu reduzieren und damit die Verkehrsberuhigung innerstädtisch voranzubringen. Gleichzeitig werden die Radwegführungen optimiert und z.B. die Radvorrangroute zu den Hochschulen, die direkt an das Gebiet angrenzt, ausgebaut. Ein klares Zeichen für die Mobilitätswende wird gesetzt, indem das ganze Gebiet autofrei ist, von Radfahrern aber durchfahren werden kann, um direkt zu den meist ebenerdigen und überdachten Fahrradabstellplätzen in den Eingangsbereichen zu gelangen.

    Weingarten gelingt es damit, neuen Wohnraum von hoher Qualität und gleichzeitig hoher Dichte zu schaffen und die Stadt definiert dadurch neue Ansätze, wie man im Kontext des Klimawandels verantwortlich handeln kann.

    Kontaktperson:
    Thomas Pommer
    t.pommer@weingarten-online.de
    Tel.: 0751 405-198

  • Landkreis Zollernalbkreis
    189.400 Einwohner Beitritt 2011 Punktzahl 72%

    „Der Zollernalbkreis setzt sich seit Jahren durch die bewusste Einbindung und Unterstützung verschiedener Akteure und gezielten Projekten wie Bürgerdialoge, Mitmachaktionen und einer Photovoltaikoffensive aktiv und stark für eine nachhaltige Klimapolitik im Kreis ein.“ Landrat Günther-Martin Pauli

    Seit 2012 nimmt der Zollernalbkreis erfolgreich am European Energy Award (eea) teil und wurde bereits in den Jahren 2014 und 2017 ausgezeichnet. Bei der erneuten Auditierung erreichte der Kreis einen Bewertungsstand von 72 Prozent. Mit einem Energieteam, das sich aus allen energie- und klimaschutzrelevanten Bereichen der Landkreisverwaltung zusammensetzt, konnten unter Leitung des Ersten Landesbeamten zahlreiche Projekte, verschiedene Maßnahmen und große Kampagnen geplant, auf den Weg gebracht und erfolgreich umgesetzt werden.

    Der Zollernalbkreis mit seinen rund 190.000 Einwohnern umfasst 25 Städte und Gemeinden mit den drei Mittelzentren Albstadt, Balingen und Hechingen. Ein Schwerpunkt der Nachhaltigkeitsaktivitäten ist die bedarfsgerechte Weiterentwicklung des öffentlichen Personenverkehrs. Hierzu zählt unter anderem der zielorientierte Ausbau von Radwegen und Fördermaßnahmen. Der Zollernalbkreis fördert und unterstützt bereits seit Jahren den Radwegeausbau über ein gezieltes und laufend fortgeschriebenes Radwegeausbaukonzept in Abstimmung mit den jeweils betroffenen Städten und Gemeinden im Landkreis. Weiter ist seit Anfang diesen Jahres die Stelle eines durch das Land ebenfalls geförderten Mobilitätsmanagers zusätzlich eingerichtet worden. Die Regional-Stadtbahn Neckar-Alb ist eines der größten Infrastrukturprojekte, denen sich die Region Neckar-Alb in den nächsten Jahren widmen wird.

    Neben der verstärkten Nutzung erneuerbarer Energien sind die Förderung und Unterstützung von Handwerk und innovativen Industrieunternehmen sowie eines klima- und umweltverträglichen Tourismus von besonderer Bedeutung. Eine zentrale Rolle spielt die seit 2008 von fast allen Kommunen im Landkreis getragene Energieagentur Zollernalb, deren Hauptgesellschafter der Zollernalbkreis ist. Sie bietet ein hochwertiges neutrales Beratungsangebot für die Bürgerinnen und Bürger, betreibt eine aktive Öffentlichkeitsarbeit in Sachen Energie und Klimaschutz im Landkreis und unterstützt interessierte Städte und Gemeinden bei ihren Klimaschutzaktivitäten.

    Kontaktperson:

     

    Sonja Widmann
    energieagentur@zollernalbkreis.de
    Tel.: 07433 92-1385