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Gutes Beispiel: Kommunen mit Vorbildcharakter

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Aalen

Attraktives Mobilitätskonzept für die Zukunft

Mit dem integrierten Stadtentwicklungskonzept  „Attraktives Aalen 2030“, das unter Mitarbeit der Öffentlichkeit entstand, geht die Stadt den Klimaschutz und nachhaltige Mobilität an. Seit 2006 nimmt Aalen am European Energy Award teil und baut seitdem stetig die eigene nachhaltige Mobilität aus. Erst im Oktober 2020 wurde der vierte Mobilitätspakt Aalen/Heidenheim im Land unterzeichnet.

Aalen ist ein gutes Beispiel für:

  • ein attraktives Mobilitätskonzept,
  • ein vom Bund gefördertes Verkehrsprojekt,
  • einen Mobilitätspakt von Partnern aus Kommunalverwaltungen und Wirtschaft,
  • schnelle Radverbindungen und
  • ein dynamisches, intelligentes Parkraummanagement.


Zahlreiche Schritte auf dem Weg zur nachhaltigen Entwicklung

Die Stadt Aalen liegt am nordöstlichsten Rand der Schwäbischen Alb und ist mit ihren rund 68.000 Einwohnenden die größte Stadt des Ostalbkreises. Aalens Ziel ist die Entwicklung eines attraktiven Mobilitätskonzepts für die Zukunft. In Hinblick darauf setzte die Stadt bereits einige vielversprechende Vorhaben um, wie beispielsweise die Agendagruppe „Umweltfreundlich mobil“, das Verkehrsprojekt „AA-Mobil“ sowie die Aalener Lokale Agenda 21. Diese ist ein Zusammenschluss aus Bürgerinnen und Bürgern, die sich seit 1998 aktiv für eine nachhaltige, zukunftssichernde Entwicklung der Stadt Aalen einsetzen. Die Interessengemeinschaft www.elektroauto-aalen.de ist eine Projektgruppe der Aalener Lokalen Agenda 21. Zudem wurde im Rahmen der Personalstellenförderung für Nachhaltige Mobilität eine zusätzliche Stelle im Landkreis geschaffen.
 

Intermodale und vernetze Ansätze zur umweltfreundlicheren Mobilität

Im Oktober 2020 wurde der vierte Mobilitätspakt im Land unterzeichnet. Das gemeinsame Ziel der Partner aus Kommunalverwaltungen und Wirtschaft ist die Lösung von Verkehrsproblemen im Lebens- und Wirtschaftsraum Aalen/Heidenheim und eine verbesserte Anbindung des Raumes an die benachbarten Wirtschaftsräume. Essenziell ist dabei die Vernetzung der Verkehrsmittel, um die Mobilitätswende in der Region Ostwürttemberg voranzutreiben. Dabei sollen die Verbesserungen deutlich spürbar werden.

Der Mobilitätspakt ist ein verkehrspolitisches Instrument und umfassendes Gesamtkonzept, das zunächst auf einen Zeitraum von fünf Jahren angelegt ist. Die Vielzahl an Maßnahmen umfassen dabei beispielsweise ein verbessertes Angebot des ÖPNV, eine Förderung von Fuß- und Radverkehr, eine Erhöhung der Verkehrssicherheit und Leistungsfähigkeit von Knotenpunkten sowie Verkehrsverlagerungen durch konsequentes betriebliches Mobilitätsmanagement. Über eine Beteiligungsplattform hatte die Bevölkerung die Möglichkeit, sich über den aktuellen Stand zu informieren und eigene Ideen einzubringen.

„Die Verkehrswende können wir nur schaffen, wenn wir gemeinsam daran arbeiten. Wir müssen Mobilität vernetzt denken. […] Gemeinsam mit den Verantwortlichen im Raum Aalen/Heidenheim werden wir uns auf den Weg machen, die Mobilität in Ihrer Region nachhaltig zu gestalten und weiterzuentwickeln. Wir möchten attraktive und nachhaltige Mobilitätsangebote schaffen und die Bevölkerung in solche Prozesse mit einbinden. Nur so können wir unsere Klimaziele und Mobilität für alle erreichen.“
Landesverkehrsminister Winfried Hermann zum Mobilitätspakt Aalen-Heidenheim (Quelle)

Die Mobilitätsstation an der Hochschule Aalen. Quelle: Stadt Aalen
Wegweisung nach neuem Standard in Aalen. Quelle: Stadt Aalen

Schnelle Radverbindungen in Aalen

2020 beschloss der Gemeinderat ein umfassendes Radverkehrskonzept, bei dem der Fokus vor allem auf dem Ausbau des Altstadtrings für den Radverkehr liegt. Das Radverkehrskonzept umfasst ein über 400 Kilometer langes klassfiziertes Radwegenetz. Zudem entstehen neue Radstreifenmarkierungen und die erste Fahrradstraße im gesamten Ostalbkreis. Das Herzstück des Konzepts ist der Bau von schnellen Radverbindungen, die in die umliegenden Kommunen wie Heidenheim, Ellwangen, Oberkochen oder Schwäbisch Gmünd führen. Für das geplante Radverkehrskonzept berücksichtigte die Stadt Wünsche der Bürgerschaft und erstellte einen auf fünfzehn Jahre angelegten Kosten- und Umsetzungsplan. Mit der schrittweisen Umsetzung des Radverkehrskonzepts sollen vermehrt Verlagerungspotenziale vom motorisierten Individualverkehr hin zu nachhaltigen Mobilitätsträgern angeboten und ausgeschöpft werden.  Der Schwerpunkt des umfassenden Gesamtkonzepts liegt auf dem Pendler- und Alltagsradverkehr. Durch eine einheitliche und durchgängige Radverkehrsführung -auch über größere Distanzen- soll der Umstieg auf nachhaltige Mobilitätsformen erleichtert und gefördert werden. Zusätzlich zum Ausbau der Radwegeverbindungen wird in Aalen parallel die Lade- und Verleihinfrastruktur erweitert. So werden beispielsweise die bereits vorhandenen fünf interkommunalen Fahrrad- und Verleihstationen „RegioRadStuttgart“ durch die Stadt Aalen um eigene Mobilitätsstationen mit integrierten Lade-, Reparatur- und Informationsmöglichkeiten ergänzt. Sukzessive wird somit die gesamte Radverkehrsinfrastruktur im Stadtgebiet ausgebaut. Mit der Teilnahme bei zahlreichen Aktionen, wie der Initiative RadKULTUR des Ministeriums für Verkehr Baden-Württemberg oder der RadSchnitzeljagd, steigt die Lust am Radfahren in der Stadt. Als Anreiz zur Teilnahme verloste die Kommune Gutscheine für den lokalen Fahrradhandel.

„Radfahren soll in Aalen Spaß machen und ohne Konflikte ablaufen.“
Oberbürgermeister Thilo Rentschler zum Aalener Radverkehrskonzept, das mithilfe des Planungsbüros VAR+ aus Darmstadt entwickelt wurde (Quelle).

 

Schluss mit der ewigen Parkplatzsuche

Als eine von fünf Kommunen erhält die Stadt Aalen Förderung durch das InKoMo 4.0-Programm des Ministeriums für Inneres, Digitalisierung und Migration Baden-Württemberg: „Innovationspartnerschaften zwischen Kommunen und Mobilitätswirtschaft 4.0 – Auf dem Weg zu intelligenten Mobilitätsregionen“. Denn der Verkehr, der bei der Parkplatzsuche in der Stadt entsteht, ist häufig die Ursache für einen erheblichen Mehrverkehr im Stadtstraßennetz. Mit einer Modernisierung hin zu einem dynamischen, intelligenten Parkraummanagement soll das Problem in Zukunft gelöst werden. Auf Parkplätzen integrierte Sensoren leiten Parkplatzsuchende direkt zu freien Parkplätzen weiter. Damit geht auch eine Reduzierung von Emissionen, Lärm und Staus einher.
 

„MobilitätsWerkStadt 2025“ - maßgeschneiderter Mobilitätsbaukasten und plattformbasierte Mobilitäts-App

Wie die Fortbewegung in Zukunft aussehen und welche Infrastruktur dafür benötigt wird, waren nur einige der Fragen, die das Projektteam „AA-Mobil beschäftigte. Das Team setzte sich zum Ziel, Lösungen zu entwickeln, die den Wunsch nach individueller Mobilität und eine nachhaltige Verbesserung der Emissionsbelastungen vereinbaren. Zur Unterstützung befragten sie Aalens Bürgerinnen und Bürger sowie einige regionale Unternehmen inklusive Mitarbeitenden zu ihren Mobilitätsgewohnheiten und ihrem -bedarf. Basierend auf den Umfrageergebnissen entwickelte die Kommune Ideen und Lösungsansätze, um den motorisierten Individualverkehr einzudämmen.

„Die Ideen lassen sich gut mit unseren weiteren Smart-City-Projekten verknüpfen.“
OB Thilo Rentschler zur Mobilitäts-App für die Ostalb (Quelle)


Im weiteren Vorgehen soll eine multimodale App ein wichtiger Bestandteil des Mobilitätbaukastens sein. Die App richtet sich an Pendelnde, um beispielsweise unternehmensübergreifende Fahrgemeinschaften zu ermöglichen, und bindet ÖPNV, Sharing- und Taxi-Anbieter mit ein.
 

(Stand: November 2021)