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Kommunale Fahrzeuge und Elektromobilität

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Elektromobilität im kommunalen Fuhrpark

Kommunen spielen eine Schlüsselrolle bei der Gestaltung einer zukunftsgerichteten Mobilität. Sie schaffen nicht nur die Rahmenbedingungen für ihre Bürgerinnen und Bürger – sie sind auch selbst Vorbild und organisieren die Mobilität ihrer eigenen Beschäftigten.

Der Fuhrpark einer Gemeinde oder eines Landkreises ist mehr als nur eine Sammlung von Fahrzeugen. Er stellt städtische Dienste, Notfallversorgung, Infrastrukturwartung und Bürgerdienste sicher und ermöglicht dadurch eine effiziente sowie kostenoptimierte Mobilität für kommunale Aufgaben und Mitarbeiter. Darüber hinaus ist er aber auch ein Werkzeug, um Emissionen zu senken, Betriebskosten zu sparen und sich gleichzeitig als moderner, attraktiver Arbeitgeber zu zeigen. Ein Fuhrpark, der durch intelligente Sharing-Lösungen, E-Fahrzeuge, Lastenräder und E-Bikes effizienter wird, führt zu umweltfreundlicheren Dienstfahrten und sendet ein klares Signal an die Bevölkerung: Nachhaltigkeit ist machbar und lohnt sich.

Planung und rechtliche Vorgaben: Die Grundlage für erfolgreiche Elektromobilität

Die Elektrifizierung eines Fuhrparks ist eine strategische Entscheidung – sie braucht solide Planung und muss rechtliche Vorgaben berücksichtigen. Wir möchten Sie dabei unterstützen und stellen für Mobilitätsmanager und Mobilitätsmanagerinnen wichtige Tools, Informationen und rechtliche Grundlagen bereit.

Der Mobilitätskompass BW: Datengestützte Entscheidungen treffen

Der Mobilitätskompass Baden-Württemberg ist eine kostenfreie Online-Plattform, die Fuhrparkverantwortliche und Mobilitätsmanager in Kommunen und Unternehmen unterstützt, ihre betriebliche Mobilität effizienter, wirtschaftlicher und klimafreundlicher zu gestalten. Die Plattform verbindet digitale Tools, Fachwissen und praxisnahe Hilfsmittel – von der Analyse des Status quo über den Vergleich von Handlungsoptionen bis zur schrittweisen Umsetzung.

Mit dem Mobilitätskompass können Sie:

  • Ihren Fuhrpark analysieren und
  • Ihre Elektrifizierungspotenziale erfassen sowie
  • Ladeinfrastruktur-Investitionen kalkulieren.
  • Darüber hinaus unterstützen Arbeitshilfen und Vorlagen den Prozess.
  • Wie die praktisbezogene Unterstützung funktioniert, haben wir Ihnen auf einer Unterseite zusammengestellt.

Ein weiterer Bestandteil der Plattform ist das Tool Betriebliches Mobilitätsmanagement. Es unterstützt Sie dabei, die verschiedenen Verkehrswege an einem Standort systematisch zu erfassen. Dafür wählen Sie die Module aus, die für Ihre Kommune relevant sind:

  • Stammdaten: grundlegende Angaben zum Standort und zur Zahl der Beschäftigten
  • Dienstliche Mobilität: Dienstreisen, Fahrten zwischen Betriebsstätten und weitere dienstliche Wege
  • Fuhrpark: Fahrzeuge des Standorts mit und ohne feste Personenzuordnung
  • Mitarbeitendenmobilität: Verkehrsmittel und Mobilitätsverhalten auf dem Arbeitsweg
  • Kunden- und Besucherverkehr: regelmäßige und unregelmäßige Wege zum Standort
  • Anliefer- und Auslieferverkehr: Verkehrsmittel, Prozesse und Abläufe beim Empfang oder Versand von Waren
  • Externe Botengänge: geschäftliche Wege zur Übermittlung von Dokumenten, kleinen Paketen oder Informationen

Nach Abschluss der ausgewählten Module wertet das Tool die Angaben aus und priorisiert passende Handlungsempfehlungen. So erhalten Sie eine erste Grundlage, um Maßnahmen auszuwählen und die nächsten Schritte zu planen.

  • Rechtliche Vorgaben für die Fahrzeugbeschaffung

    Bei der Beschaffung kommunaler Fahrzeuge ist nicht nur das Einsatzprofil zu berücksichtigen. Unter bestimmten Voraussetzungen müssen Kommunen auch die Vorgaben des Saubere-Fahrzeuge-Beschaffungs-Gesetzes beachten. Das Gesetz setzt die überarbeitete europäische Clean Vehicles Directive in deutsches Recht um. Ziel ist es, bei der öffentlichen Beschaffung den Anteil sauberer und emissionsfreier Straßenfahrzeuge zu erhöhen.

    Nicht jede kommunale Fahrzeugbeschaffung fällt jedoch in den Anwendungsbereich. Für bestimmte Spezial- und Einsatzfahrzeuge gelten Ausnahmen. Ob das Gesetz für eine konkrete Beschaffung gilt, hängt unter anderem von der Fahrzeugklasse, der Art des Vertrags und dem Vergabeverfahren ab. Kommunen sollten den Anwendungsbereich deshalb frühzeitig prüfen und die erforderlichen Angaben bei der Vergabe berücksichtigen.

    Umfassende Informationen stellt das Regierungspräsidium Karlsruhe, als zuständige Behörde für die Überwachung, Einhaltung und Beratung im Hinblick auf das SaubFahrzeugBeschG für Sie bereit

  • Klimafreundliche Sonderfahrzeuge

    Sonderfahrzeuge wie Straßenreinigungsmaschinen, Abfallsammelfahrzeuge, Feuerwehrfahrzeuge oder Fahrzeuge der technischen Dienste sind unverzichtbare Bestandteile des kommunalen Fuhrparks. Lange galten diese spezialisierten Fahrzeuge als schwer zu elektrifizieren – doch mittlerweile gibt es auch für diese Kategorie zunehmend elektrische Lösungen.

    Die Nationale Leitstelle (NOW) stellt eine Datenbank zur Verfügung, in der Sie einen Überblick über verfügbare elektrische Sonderfahrzeuge erhalten, ihre technischen Spezifikationen vergleichen und passende Lösungen für Ihre kommunalen Anforderungen finden können.

  • Gemeinsam stärker: Interkommunale Zusammenarbeit zum Nutzen der nachhaltigen Mobilität

    Die Elektrifizierung des Fuhrparks ist nur der erste Schritt. Echte Mobilitätswende entsteht erst durch die Vernetzung mit anderen Kommunen oder Akteuren und schafft ganzheitliche Systeme, die wirklich etwas bewegen.

    Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, dass Ihre Kommune als Ankermieter beim Carsharing agieren könnte? Das reduziert die Anzahl der notwendigen Fahrzeuge und stärkt die Mobilität für alle Bürgerinnen und Bürger Ihrer Gemeinde. Gut ausgebaute Radwege, z.B. bis hin zur Nachbargemeinde, ermöglichen eine sichere Mitarbeitenden-Mobilität und eine gute Anbindung an den ÖPNV macht Besucherverkehr weniger risikobehaftet. 

    Gerade wenn Arbeitskraft und Budget begrenzt sind, lohnt es sich, Netzwerke zu bilden und mit umliegenden Gemeinden zusammenzuarbeiten. Zusammengelegte Ressourcen erhöhen die Wirkung und ermöglichen schnellere Umsetzung

Weitere Unterstützung und Ressourcen für Ihre Gemeinde

Die Elektrifizierung des kommunalen Fuhrparks ist ein großes Projekt – aber Sie müssen es nicht allein angehen. Die KEA-BW bietet spezialisierte Unterstützung für alle, die diese Veränderung vorantreiben möchten.

Wissen für Entscheidungsträger: Der GemeindeRATgeber

Als kommunaler Mitarbeiter brauchen Sie Verbündete für Ihr Mobilitätsprojekt – die Gemeinderäte sind zentral dafür. Sie entscheiden über Budget und Investitionen, geben Ihrem Projekt politisches Gewicht und Verbindlichkeit, setzen Klimaziele und Vorgaben, die Sie bei der Umsetzung leiten, und sind Multiplikatoren zur Bevölkerung.

Mit überzeugenden Daten, klaren Zielen und dem Gespräch mit Ratsmitgliedern gewinnen Sie sie als Partner für Ihr Betriebliches Mobilitätsmanagement.

Für Gemeinderats- und Kreistagsmitglieder haben wir eine kompakte Website erstellt. Hier finden die Rätinnen und Räte praxisnahe Informationen zu nachhaltiger Mobilität, kommunalem Klimaschutz und konkreten Handlungsmöglichkeiten. Auch für Sie können diese Informationen hilfreich sein, um Verbündete für Ihr Mobilitätsprojekt zu gewinnen

Finanzierung sichern: Die Förderberatung der KEA-BW

Es gibt immer wieder auf Bundes- und/oder Landesebene Förderprogramme für die Elektrifizierung von Fuhrparks, den Aufbau von Ladeinfrastruktur und weitere Maßnahmen der nachhaltigen Mobilität oder des Klimaschutzes. Die Förderberatung der KEA-BW hilft Ihnen, die passenden Finanzierungsmöglichkeiten zu finden – ob Zuschüsse, zinsgünstige Kredite oder erst einmal eine Initialberatung, um herauszufinden wo Ihre Kommune steht: Wir unterstützen Sie gerne.

Nachhaltige Mobilität ist kein isoliertes Thema – sie ist ein zentraler Baustein des kommunalen Klimaschutzes. Die Elektrifizierung Ihres Fuhrparks trägt direkt zur CO₂-Reduktion bei und stärkt die Widerstandskraft Ihrer Gemeinde. Mit einer integrierten Klimaschutzstrategie, die Verkehr, Energie und Stadtentwicklung zusammendenkt, erreichen Sie nachhaltige Veränderungen, die langfristig Kosten sparen und Lebensqualität schaffen.