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Gewässernachbarschaften

Gemeinden, Kommunen, Bau- und Betriebshöfe

Als Lebensadern mit zahlreichen natürlichen, aber auch wirtschaftlichen Funktionen prägen unsere Gewässer das Landschaftsbild. Viele Bäche und Flüsse wurden in der Vergangenheit ausgebaut und naturfern unterhalten. Nur noch sehr wenige können ungehindert frei fließen und ihr Gewässerbett natürlich gestalten. 

Nachdem sich in den letzten Jahrzehnten die Wasserqualität verbessert hat, geht es jetzt darum, wieder natürliche Gewässerstrukturen zu schaffen. Der Erhalt und die Wiederherstellung intakter Lebensräume sowie die Entwicklung naturnaher Gewässer sind die zentralen Ziele - Vorgaben, die durch die Wasserrahmenrichtlinie europaweit gefordert werden.  
Die Bedeutung des Lebensraums Gewässer und seiner intakten Auen ist insbesondere unter dem Aspekt des Klimawandels und der damit verbundenen Zunahme von Wasserextremen sehr groß, da hier die Auswirkungen für die Menschen abgepuffert werden können. Naturnahe Gewässer können mehr Wasser zurückhalten und speichern.   

Das Kompetenzzentrum Wasser und Boden arbeitet eng mit den Betreuer*innen der Gewässernachbarschaften in über 40 Regionen zusammen. Gemeinsam werden Veranstaltungen für Personen, die vor Ort mit Unterhaltungsaufgaben an Gewässern betraut sind, organisiert.Jährliche Fachtagungen für Kommunen, Behörden und Ingenieurbüros werden geplant und durchgeführt, aktuelle Themen diskutiert sowie Informationsmaterialien entwickelt. 

ExtremWasserPartnerschaften

Gemeinden, Kommunen, Fachverwaltung, Bürger*innen

Der Klimawandel wird auch in Baden-Württemberg künftig vermehrt zu Extremereignissen wie Starkregen, Hochwasser, Niedrigwasser und Dürreperioden führen. Wesentliche Voraussetzung für den umsichtigen Umgang mit den Folgen der Wasserextreme ist die Vernetzung verschiedener verantwortlicher Akteur*innen.  

Speziell dafür bieten die 25 „ExtremWasserPartnerschaften“ (ehemals Hochwasserpartnerschaften) in Baden-Württemberg eine bewährte Plattform. Diesesind ein Zusammenschluss von Kommunen, Fachverwaltungen, Verbänden und Institutionen innerhalb eines Gewässereinzugsgebietes. Die Handelnden werden gestärkt für die Vorsorge, den Ereignisfall und die Nachbereitung von Extremwasserereignissen. In den ExtremWasserPartnerschaften werden Veranstaltungen zu den Themen Umgang mit Wasserextremen (Hochwasser, Starkregen und Niedrigwasser) sowie Wasserversorgung und Urbanes Wasserressourcenmanagement angeboten. Ein wichtiger Aspekt bei den Veranstaltungen ist immer auch der Austausch unter den Teilnehmenden. 
Das Kompetenzteam Wasser und Boden bietet verschiedene Printmaterialien an, um insbesondere die Kommunen bei der Sensibilisierung der Öffentlichkeit zu unterstützen. Darüber hinaus kann die mobile Ausstellung Hochwasser ausgeliehen werden und das ExtremWasserMobil zeigt anschaulich die Risiken von Extremwasserereignissen und auch die Möglichkeiten zur Eigenvorsorge.   

Stauwärternachbarschaften

Stauwärter*innen, Betriebsbeauftragte, Fachbehörden, Ingenieurbüros

In den vergangenen Jahrzehnten entstanden in Baden-Württemberg ca. 800 Hochwasserrückhaltebecken. Sie bilden einen wesentlichen Teil des technischen Hochwasserschutzes. Die Becken schützen die flussabwärts liegenden Anrainer vor mittleren Hochwasserereignissen.  

Die fehlerfreie Betriebsbereitschaft und Sicherheit ist eine wichtige Aufgabe, für die die Betreiber der Hochwasserrückhaltebecken verantwortlich sind. Detaillierte Kenntnisse der Betreiber, der Betriebsbeauftragten sowie der Stauwärter*innen sind substanziell für den effektiven Nutzen der Rückhaltebecken.  

Die Organisation von „Stauwärternachbarschaften“ als Vernetzungs-, Austausch- und Weiterbildungsplattform wird organisiert und durchgeführt. Angehende Stauwärter*innen können in den Ausbildungskursen die fachlichen und praktischen Inhalte erlernen. Betriebsbeauftragte, Fachbehörden sowie Ingenieurbüros werden auf einer jährlich stattfindenden Tagung zum Austausch und zur Weiterbildung zusammengebracht. 

Bodenschutz

Böden sind unsere Lebensgrundlage und ein wichtiger Faktor des Wasserkreislaufs. Mit zunehmender Beanspruchung der Böden durch Siedlung und Verkehr, Industrie sowie Land- und Forstwirtschaft wächst der Druck auf diese Lebensgrundlage. Die Veränderungen durch den Klimawandel stellen den Bodenschutz zusätzlich vor neue Herausforderungen. Unser Ziel ist es Bewusstsein für den Bodenschutz zu schaffen, um die vielfältigen Funktionen der Böden für die kommenden Generationen zu sichern. Mit unserer Arbeit setzen wir uns dafür ein, die wertvolle Ressource Boden zu schützen und zu erhalten.  
Bodenschutz und entsprechende Klimaanpassungsaktivitäten hängen zusammen, beeinflussen sich gegenseitig und müssen daher künftig sehr viel stärker zusammen gedacht werden. 

Bewusstseinsbildung am Gewässer

Gewässerführer*innen, Öffentlichkeit – Kinder, Jugendliche und Erwachsene

Bäche, Flüsse und Seen ermöglichen vielfältige Begegnungen zwischen Mensch, Natur und zum Teil auch Technik. Die Gewässerpädagogik, als Teil der Umweltbildung versucht Begeisterung bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zu wecken, um damit einen sensiblen Umgang mit unseren Gewässern nahe zu bringen.  

Ein Herzstück unserer Aktivitäten ist die Zusammenarbeit mit den mittlerweile ca. 190 Gewässerführer*innen, die in zwölf Regionen des Landes wirken und Menschen auf vielfältige Weise an und in Bäche und Flüsse bewegen.  
Regelmäßige Treffen, Fortbildungsveranstaltungen und eine Anlaufstelle für fachliche und organisatorische Fragen fördern das Engagement der meist ehrenamtlich Tätigen.  

In Zusammenarbeit mit den Regierungspräsidien und Landratsämtern in Baden-Württemberg werden alle ein bis zwei Jahre neue Gewässerführer*innen ausgebildet. In der umfangreichen Ausbildung erlernen die Teilnehmenden vielerlei Methoden, Gewässerwissen an Menschen weiterzugeben und werden fit in den Themen rund ums Gewässer - von Ökologie über historische Gegebenheiten bis zum technischen Hochwasserschutz.  

Ein weiteres Feld der Gewässerpädagogik beinhaltet das Entwickeln und Erproben von gewässerpädagogischem Material und Methoden in der Bewusstseinsbildung. Alle Materialien stellen wir kostenfrei für Interessierte zur Verfügung. 

  • Kontakt

    Kompetenzzentrum Wasser und Boden

    Maximilianstraße 10
    76133 Karlsruhe

    Telefon: 0721/824 489 - 20
    Telefax: 0721/824 489 - 29
    E-Mail: wasserundboden@kea-bw.de