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Suffizienzorientierte Stadtentwicklung

Neue Umbaukultur in Walddorfhäslach

Wohnraum ist in vielen Kommunen knapp. Häufig wird versucht, das Problem durch verstärkte Neubauaktivitäten zu beheben. Dies steht jedoch im Konflikt zu Klimaschutz- und Nachhaltigkeitszielen. Eine suffizienzorientierte Stadtentwicklung kann helfen, diesen Zielkonflikt zu lösen. Eine solche Stadtentwicklung verfolgt u. a. das Ziel, bestehende Infrastrukturen besser auszunutzen und dadurch den Neubaubedarf sowie den damit verbundenen Energieeinsatz und Ressourcenverbrauch zu senken.

„Bauen muss vermehrt ohne Neubau auskommen. Priorität kommt dem Erhalt und dem Weiterbauen des Bestehenden zu und nicht dessen leichtfertigem Abriss.“ Das Haus der Erde‘ BDA-Positionen 

Mit dieser Annahme ging auch Walddorfhäslach an ihr Projekt „Städtebau- und Verkehrsraumneugestaltung Ortskern Walddorf“. Es beinhaltet die umfassende Sanierung und Modernisierung mehrerer großer denkmalgeschützter Gebäude, den Ausbau der sozialen Infrastruktur, die Sicherung der medizinischen Gesundheitsversorgung sowie die Weiterentwicklung des Einzelhandels und Wohnraumangebotes. So ergibt sich ein ganzheitlicher Ansatz aus Sanierung und baulicher Ergänzung. Zusätzlich werden lange Wege und damit CO2-Emissionen eingespart.

Die Investitionen der Gemeinde in attraktive Räume haben einen barrierefreien und verkehrssicheren Ortskern geschaffen, der allen Bürgerinnen und Bürgern als attraktiver Aufenthaltsraum zugutekommt. Für das Zeichen einer neuen Umbaukultur erhielt die Gemeinde 2024 den Staatspreis Baukultur in der Kategorie Städtebau/Stadtentwicklung. Walddorfhäslach will auch zukünftig gemäß dem Suffizienzgedanken bestehende und denkmalgeschützte Gebäude erhalten und energetisch sanieren.