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Ladeinfrastrukturaufbau durch Kommunen: Von der Planung zur Umsetzung

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Wissenswertes zur Ladeinfrastruktur

Baden-Württemberg will bis 2040 klimaneutral werden. Um dieses Ziel zu erreichen, muss sich im Verkehr einiges ändern. Dafür hat sich die Landesregierung verbindlich verpflichtet, den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2030 um mindestens 65% gegenüber 1990 zu senken. Für den Verkehrssektor bedeutet dieses Ziel, dass die Emissionen um 55% reduziert werden müssen.

Das funktioniert nur, wenn der Straßenverkehr schnell elektrifiziert wird. Gemäß dem Landesziel werden jedes zweite Auto sowie jede zweite transportierte Tonne klimaneutral bewegt.

Das ist eine große Aufgabe und eine enorme Herausforderung für den Aufbau von Ladeinfrastruktur. Für diesen Markthochlauf braucht es nämlich eine flächendeckende, bedarfsgerechte und zuverlässige Ladeinfrastruktur. Diese wird maßgeblich über die Zufriedenheit und Akzeptanz der Elektromobilität entscheiden.

Für Baden-Württemberg konkret bedeutet das: Bis 2030 müssen rund 80.000 bis 160.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte aufgebaut werden. Kommunen kommt dabei eine wichtige Rolle zu.

Die gute Nachricht ist, dass kommunale Verwaltungen mehrere Hebel haben, um den Aufbau von Ladeinfrastruktur voranzutreiben. Durch Ausschreibungen von Standorten, durch effizientere Genehmigungsprozesse oder durch die Umstellung des eigenen Fuhrparks inkl. der zugehörigen öffentlichen Ladeinfrastruktur können Kommunen aktiv den Ausbau gestalten.

Drei Standorte für Ladeinfrastruktur

Wer ein E-Auto hat, braucht Zugang zu Ladeinfrastruktur. Dieser Zugang ist jedoch nicht überall gleichermaßen gewährleistet. Im Idealfall lädt das E-Auto dort, wo es sowieso steht. Es gibt drei Orte, an denen Menschen ihr Auto ohnehin parken und dementsprechend direkt laden können:

1. Zuhause – Laden am eigenen Stellplatz

Für die meisten ist das Laden zu Hause besonders praktisch. Das Auto steht ohnehin über Nacht oder am Wochenende - warum also nicht einfach laden? Eine Wallbox mit moderater Leistung reicht in den meisten Fällen aus: Das Laden ist bequem, zuverlässig und günstig.

Private Ladeinfrastruktur ist daher ein wichtiger Bestandteil des gesamten Ladeangebots. Kommunen können private Haushalte, Wohnungseigentümergemeinschaften und Wohnungsunternehmen durch neutrale Informationen, Beratungsangebote und Hinweise auf Fördermöglichkeiten unterstützen. Hilfreich ist zudem die Vernetzung mit Netzbetreibern, Fachbetrieben und weiteren Anlaufstellen.

2. Am Arbeitsplatz - Laden während langer Standzeiten

Neben dem eigenen Zuhause ist der Arbeitsplatz ein guter Ort zum Laden. Viele Menschen verbringen dort mehrere Stunden am Tag. Das ist lang genug, um zwischendurch den Akku zu füllen. Arbeitgeber können ihren Mitarbeitenden den Strom entweder kostenlos zur Verfügung stellen oder abrechnen.

Ladestrom am Arbeitsplatz ist für Beschäftigte in der Regel lohnsteuerfrei, wenn er zusätzlich zum Arbeitslohn gewährt wird. Der Arbeitgeber wird dadurch in der Regel nicht zum Stromversorger.

Das macht Ladeinfrastruktur am Arbeitsplatz attraktiv für beide Seiten. Für Kommunen bedeutet das: Mit lokalen Unternehmen zusammenarbeiten, Betriebe unterstützen. SSo können Ladepunkte ohne große kommunale Investitionen geschaffen werden.  

3. Im (halb)öffentlichen Raum – für alle zugänglich

Nicht jeder hat Zugang zu Ladesäulen am eigenen Haus oder am Arbeitsplatz. Mieter ohne eigenen Parkplatz, Pendler oder Handwerker brauchen öffentliche Ladestationen im Alltag. Diese werden am besten auf Kundenparkplätzen, öffentlichen Parkflächen oder in Parkhäusern eingerichtet – idealerweise überall dort, wo Menschen sowieso längere Zeit parken.

 

Moderne Ladesysteme im (halb)öffentlichen Raum

Die Batterietechnologie entwickelt sich rasant weiter, und mit ihr auch die Ladesäulen. Das Schnellladen per Gleichstrom (DC) wird intensiv weiterentwickelt. Das Ergebnis: High Power Charging (HPC) bietet mittlerweile Ladeleistungen von über 350 kW. Mit so einer Ladestation ist das Auto in 15 bis 30 Minuten zu 80 % geladen.

Und es geht noch schneller: Im Bereich des E-Lkw-Ladens gibt es bereits Megawatt Charging Systeme (MCS) mit 1.000 kW Ladeleistung. Das ist ein entscheidender Fortschritt für einen klimaneutralen Schwerlastverkehr. Ein Thema, welches Kommunen im Blick haben sollten, um diese Entwicklung ebenfalls in ihre Stadtplanung einzubeziehen und in ihren Ladeinfrastrukturkonzepten zu berücksichtigen.

 

  • Ladearten: Normalladen, Schnellladen, HPC und MCS

    Beim Laden gibt es drei Varianten – und jede hat ihren Platz:

    • Normalladen (AC): Hier wird mit Wechselstrom mit bis zu 22 kW Leistung geladen. Der Wechselstrom wird im Auto in Gleichstrom umgewandelt. Das ist die Standardvariante für Wallboxen zu Hause und am Arbeitsplatz. Der Fahrzeugbesitzer muss sein eigenes Ladekabel an die Station anschließen.
    • Schnellladen (DC): Über 22 kW bis 150 kW. Das Ladekabel ist fest an der Station verbaut, teilweise sogar aktiv gekühlt. Die Kommunikation zwischen Auto und Ladestation läuft über eine spezielle Schnittstelle. Das ist ideal für öffentliche Ladesäulen in Stadtzentren, wo Fahrzeuge etwas länger stehen bleiben.
    • Hochleistungsladen (HPC): Über 150 kW. Diese Technik funktioniert ebenfalls mit Gleichstrom und auch mit spezieller Kommunikation zwischen Fahrzeug und Ladestation. Das ist für die großen Schnellladestationen an Autobahnen und in urbanen Schnelllade-Hubs gedacht. Je nach Akku-Größe reichen 15 bis 30 Minuten für 80%Ladung.
    • Megawatt Charging Systeme sind vor allem für das Laden von Lkw relevant und befinden sich aktuell am Anfang des Ausbaus.

     

    Für die Planung von Ladeinfrastruktur in einer Kommune gilt: Analysieren Sie die Bedürfnisse in Ihrem Ladeinfrastrukturkonzept. Auf die Erstellung eines solchen Konzeptes gehen wir auf der Seite zur Planung der öffentlichen Ladeinfrastruktur genau ein.

  • An der Ladesäule

    Öffentliche Ladesäulen sind essenziell für E-Mobilität: Sie ermöglichen es Bürgerinnen und Bürgern (vornehmlich) in Ballungszentren, auf Reisen und bei Langstreckenfahrten zu laden. Für viele sind sie die einzige Option ohne eigene Wallbox.

    Wo finde ich Informationen?

     

    Wie laden Nutzerinnen und Nutzer?
    Grundsätzlich gibt es zwei Grundmodelle:

    • Mit Vertrag: Ladekarte oder App eines Anbieters, oft mit Rabatten verbunden
    • Ad-Hoc-Laden (spontan): Zahlung pro Ladevorgang, kein Vertrag nötig

     

    Roaming an Ladesäulen: Moderne Netzwerke der unterschiedlichen Ladesäulenbetreiber ermöglichen bundesweites Laden mit einer Karte – ähnlich wie Handy-Roaming. Allerdings sind die Ladekosten hier oftmals höher als bei Verträgen für einen bestimmten Anbieter.

Hilfreiche Ladeinfrastruktur-Tools

Um Ihr Ladeinfrastrukturkonzept erfolgreich umzusetzen, brauchen Sie gute Daten und praktische Werkzeuge. Wo genau sollten Ladepunkte entstehen? Wie viele werden benötigt? Welche Kosten fallen an? 

Für diese Fragen haben wir unsere Handreichung zum Musterverfahren für Ladeinfrastruktur-Aufbau mit diversen Vorlagen und einer Prozessbeschreibung für die Erstellung eines Ladeinfrastrukturkonzepts entwickelt. Zudem gibt es empfehlenswerte, kostenlose Tools, die speziell für Kommunen entwickelt wurden. Zusätzlich berät Sie auch gerne das Team der Nachhaltigen Mobilität.

Die wichtigsten Tools im Überblick

Weitere Informationsmöglichkeiten für Sie: