Klimaschutz ist eine Querschnittsaufgabe, die alle Fachbereiche einer Kommunalverwaltung betrifft. Daraus ergibt sich eine beträchtliche Komplexität und der Bedarf einer Koordination, um möglichst effizient vorzugehen und Synergien zwischen verschiedenen Aktivitäten zu heben. In vielen Kommune laufen die Fäden bei einer Personalstelle oder einer Abteilung zusammen, die sich dezidiert um Klimaschutz kümmert. Deren Arbeit stützt sich oftmals auf ein integriertes Klimaschutzkonzept. Dieses analysiert den Ist-Zustand einer Kommune und zeigt eine übergeordnete Strategie sowie konkrete Maßnahmen für den Klimaschutz in der jeweiligen Kommune auf. Die Einstellung von Klimaschutzpersonal und die Konzepterstellung werden über die Kommunalrichtlinie (Förderinstrument des Bundes) gefördert. Dies gilt auch für Fokuskonzepte, die ein bestimmtes Klimaschutzthemenfeld in den Blick nehmen. Ebenso über die Kommunalrichtlinie gefördert werden Einstieg- oder Fokusberatungen für den kommunalen Klimaschutz. Ein zentrales Instrument des Monitorings der kommunalen Klimaschutzarbeit ist die Erstellung einer Treibhausgasbilanz. Diese zeigt Fortschritte im Klimaschutz auf sowie verbleibende Handlungsbedarfe.
In Baden-Württemberg gibt es kostenlose Werkzeuge für kommunen zur Treibhausgasbilanzierung der Gesamtkommune (BICO2BW) und der Kommunalverwaltung (BICO2BW-Verwaltung). Die Erstellung einer Bilanz wird zudem über Klimaschutz-Plus (Förderinstrument des Landes) gefördert.
Dem kontinuierlichen, strukturierten Arbeiten im kommunalen Klimaschutz dienen Klimaschutz-Managementsysteme mit unabhängiger Beratung. Seit 2026 stehen den Kommunen die Werkzeuge Klimakommune und Zukunftskommune zur Verfügung, deren Nutzung ebenfalls über Klimaschutz-Plus unterstützt wird. Zuvor war über viele Jahre der European Energy Award (eea) ein viel genutztes Managementsystem, das aber Ende 2025 eingestellt wurde. Land- und Stadtkreise in Baden-Württemberg können zudem am Wettbewerb Leitstern-Energieeffizienz teilnehmen. Dieser analysiert und vergleicht die Klimaschutzaktivitäten der Kreise, zudem bietet er ihnen mit seinen Workshops ein Austauschforum.
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Hinweise zu Tabellen und Karten
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- in den Karten Details zu den eingefärbten Kreisen/Gemeinden anzeigen, indem Sie mit dem Mauszeiger über diese Gebiete fahren oder sie anklicken,
- in Gemeindekarten durch Doppelklick oder Anklicken der Schaltfläche „+“ (oben rechts) hineinzoomen, wodurch auch mehr Gemeindenamen eingeblendet werden,
- Gebiete mit Werten um einen bestimmten Wert herum hervorheben, indem Sie mit dem Mauszeiger über die Legende (oben links) fahren und einen Wert auswählen,
- die Tabellen durch Anklicken des Spaltennamens nach beliebigen Spalten auf- oder absteigend sortieren,
- einzelne Kreise oder Gemeinden suchen über das Suchfeld (oben links),
- durch einen Klick auf „+ Zeige … mehr/weniger“ (unter der Tabelle in der Mitte) die übrigen Zeilen ein- oder ausblenden.
Zusammenfassung Ergebnisse:
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Klimaschutzpersonal
Dieser Abschnitt befasst sich mit Personal, das sich um Klimaschutz in der gesamten Kommune kümmert. In vielen (mittel-)großen Kommunen gibt es auch Personal, das sich um die treibhausgasneutrale Kommunalverwaltung kümmert. Diese Personalstellen werden auf der Themenseite „Treibhausgasneutrale Kommunalverwaltung“ dargestellt. In kleinen Kommunen liegen diese Aufgaben häufig bei der gleichen Person.
Das Klimaschutzmanagement kümmert sich in zentraler Rolle um kommunalen Klimaschutz. Es regt Maßnahmen an und koordiniert die Klimaschutzaktivitäten. Dafür ist es im Austausch mit den verschiedenen Fachbereichen der Kommunalverwaltung und weiteren Akteuren in der Kommune. Es strebt an, Klimaschutz im kommunalen Handeln grundlegend zu verankern. Untersuchungen im Auftrag des Umweltbundesamts haben gezeigt, dass Kommunen mit Klimaschutzpersonaldeutlich mehr (Faktor zwei bis fünf) Fördermittel aus einer größeren Vielzahl von Förderprogrammen nutzen. Sie setzen mehr und größere Klimaschutzprojekte um und sparen damit ein Vielfaches (Faktor drei bis neun) an Treibhausgasen ein verglichen mit anderen Kommunen. Die Einstellung von Klimaschutzpersonal kann über die Kommunalrichtlinie gefördert werden. Dies gilt auch für die Stellen in der Klimaschutzkoordination in Landkreisen. Dabei handelt es sich um ein relative neues Förderangebot. Diese Personalstellen sollen insbesondere kleine kreisangehörige Kommunen beim Klimaschutz unterstützen.
Der Großteil der Landkreise in Baden-Württemberg beschäftigt Klimaschutzpersonal. Bis 2023 stieg die Zahl der Kreise mit Personalstellen deutlich an. Seither konnte das Niveau ungefähr gehalten werden. Personalstellen für die klimaneutrale Kommunalverwaltung konnten sich in den letzten Jahren bei über der Hälfte der Landkreise etablieren. Das relativ junge Förderangebot der Klimaschutzkoordination wurde bisher von acht Kreisen genutzt.
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Acht Kreise in Baden-Württemberg verfügen 2026 sowohl über Personal im Klimaschutzmanagement als auch in der Klimaschutzkoordination. Dies sind etwa 18 % der Stadt- und Landkreise. Personal im Klimaschutzmanagement aber nicht in der Klimaschutzkoordination beschäftigen 32 Kreise, was 73 % entspricht. Vier Kreise (etwa 9 %) beschäftigen kein Klimaschutzpersonal in diesen beiden Themenfeldern. Drei von diesen verfügen über Personal für die netto-treibhausgasneutrale Kommunalverwaltung. Nach Informationen der KEA-BW ist der Neckar-Odenwaldkreis somit der Einzige gänzlich ohne Klimaschutzpersonal.
Die Anzahl der Städte und Gemeinden mit Klimaschutzpersonal steigt seit 2019 kontinuierlich an. Ende 2025 waren es 247 und somit fast ein Viertel der 1101 Städte und Gemeinden im Land. Auch die Anzahl der Beauftragten für die klimaneutrale Kommunalverwaltung steigt von 2024 auf 2025 an.
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Aktuell ist der KEA-BW von 253 Städten und Gemeinden bekannt, dass sie Personal im Klimaschutzmanagement beschäftigen (03/2026). In 47 von diesen, ist Klimaschutzpersonal in mehreren Kommunen gleichzeitig tätig. Somit beschäftigen 206 Klimaschutzpersonal, das nur für die eigene Kommune zuständig ist.
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Nach wie vor zeigt sich, dass größere Kommunen häufiger Klimaschutzpersonal beschäftigen als kleinere. Der Großteil der Kommunen mit mehr als 20.000 Einwohnenden verfügt über Personal im Klimaschutzmanagement. Bei den Kommunen mit weniger als 20.000 Einwohnenden sind es allerdings deutlich weniger als die Hälfte.
Klimaschutzkonzepte
Ein integriertes Klimaschutzkonzept dient als strategische Entscheidungsgrundlage für Politik und Verwaltung. Es zeigt auf, welche technischen und wirtschaftlichen Treibhausgasminderungspotenziale bestehen und welche Maßnahmen empfohlen werden, um Emissionen und Energieverbräuche zu reduzieren. Zugleich werden Minderungsziele festgelegt und Methoden zur Überprüfung der Zielerreichung vorgeschlagen. Neben einer Bestandsaufnahme der Energieverbräuche und der Treibhausgas-Emissionen werden die Einsparpotenziale ermittelt und in den verschiedenen Handlungsfeldern geeignete Maßnahmen zur Erreichung der Klimaschutzziele aufgezeigt. Ein integriertes Klimaschutzkonzept betrachtet die gesamte räumliche Einheit einer Stadt oder Gemeinde und berücksichtigt in der Regel sämtliche Sektoren: Neben den öffentlichen Liegenschaften sind dies auch die privaten Haushalte, Industrie und Gewerbe, der Verkehrsbereich etc. Der Zeithorizont umfasst die jeweils nächsten 15 bis 20 Jahre.
Die ersten kommunalen Klimaschutzkonzepte wurden in den 1990er Jahren von einigen engagierten Kommunen erstellt. Doch erst mit Beginn der Förderung durch den Bund im Rahmen der Kommunalrichtlinie im Jahr 2008 wurde der Ansatz der integrierten Klimaschutzkonzepte in die Breite getragen. Von 2022 bis Ende 2024 konnten Kommunen mit integriertem Klimaschutzkonzept zudem eine Förderung für ein Vorreiterkonzept erhalten. Dieses hatte als Zieljahr für die Treibhausgasneutralität das Jahr 2040 vorgegeben.
Neben den integrierten Klimaschutzkonzepten werden im Rahmen der Kommunalrichtlinie auch sogenannte Fokuskonzepte (früher: Teilkonzepte) sowie Machbarkeitsstudien gefördert. Fokuskonzepte decken heute die Themenfelder Mobilität und Abfallwirtschaft ab. Machbarkeitsstudien können diese Themen behandeln:
- Siedlungsabfalldeponien,
- Abwasser- und Trinkwasserversorgungsanlagen,
- Mobilitätsinfrastruktur,
- Beleuchtungsanlagen
- sowie weitere Anlagen und Infrastrukturen.
Fokuskonzepte zeigen die technischen und wirtschaftlichen Minderungspotenziale für Treibhausgase auf. Sie legen kurz-, mittel- und langfristige Ziele sowie Maßnahmen für die Minderung von Treibhausgasemissionen fest. Machbarkeitsstudien analysieren technische und organisatorische Treibhausgasminderungspotenziale und sind Voraussetzung für einzelne investive Förderungen der Kommunalrichtlinie.
Die folgende Grafik zeigt den zeitlichen Verlauf der Anzahl der geförderten Konzepte. Die Anzahl der integrierten Klimaschutzkonzepte erreichte ihren Höchststand 2014. Nach einem Rückgang bis zum Jahr 2019 setzte bis 2023 wieder eine Zunahme ein. Die Anzahl der Teil- oder Fokuskonzepte ist weniger schwankend und befand sich in den meisten Jahren zwischen sechs und dreizehn. Bis Ende 2024 wurden insgesamt 13 Vorreiterkonzepte für Kommunen aus Baden-Württemberg bewilligt.
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Der KEA-BW ist von 430 Städten und Gemeinden und 33 Landkreisen aus dem Land bekannt, dass sie ein integriertes Klimaschutzkonzept haben oder daran arbeiten. Die nachfolgende Tabelle zeigt, dass eine knappe Mehrheit der Städte und Gemeinden ihr Klimaschutzkonzept mit dem Landkreis erstellt haben. Eine fast gleichgroße Gruppe hat sich selbst um die Konzepterstellung gekümmert.
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Der Ostalbkreis, der Landkreis Böblingen, die Stadt Ulm sowie der Landkreis Emmendingen haben bereits ein Vorreiterkonzept erstellt. In den übrigen Kreisen liegt mit Ausnahme der Landkreise Rastatt und Tübingen ein integriertes Klimaschutzkonzept vor. Die zweite Karte zeigt, wie sich die Städte und Gemeinden mit Klimaschutzkonzept über das Land verteilen. Es zeigt sich eine Konzentration in einem Streifen vom Nordwesten in den Osten sowie im Südwesten.
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Wenn die Kommunengröße mit in die Betrachtung einbezogen wird, zeigt sich, dass vor allem größere Kommunen über integrierte Klimaschutzkonzepte verfügen. Zudem sind es insbesondere Kommunen mit 5.000 bis 20.000 Einwohnenden, die im Verbund Klimaschutzkonzepte erstellen aber auch noch 16 % der Kommunen mit 50.000 bis 100.000 Einwohnenden.
Bis Ende 2024 haben 92 Städte und Gemeinden sowie 20 Landkreise 151 Fokuskonzepte erstellt. Wie die folgende Tabelle zeigt, behandelte ein gutes Drittel von diesen das Thema des Klimaschutzes in den eigenen Liegenschaften. Es folgend die Themenfelder Siedlungsabfalldeponien und klimafreundliche Mobilität.
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Die folgenden Karten zeigen, wie sich die Fokuskonzepte auf die Kommunen in Baden-Württemberg verteilen. Kreise mit drei Fokuskonzepten sind die Landkreise Lörrach, Böblingen, Karlsruhe und Heilbronn, der Zollernalbkreis sowie die Städte Freiburg, Karlsruhe, Heilbronn und Mannheim. Im Gegensatz dazu haben 16 Kreise noch kein solches Konzept erstellt.
Unter den Städten und Gemeinden sticht Waiblingen mit 4 Fokuskonzepten hervor. Zudem haben 6 Städte und Gemeinden drei Fokuskonzepte, 14 weitere haben zwei und 71 eines.
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Einstiegs- / Fokusberatung
Seit 2013 fördert der Bund im Rahmen der Kommunalrichtlinie auch Einstiegs- oder Fokusberatungen. Einstiegsberatungen richten sich an Antragsberechtigte, die am Anfang ihrer Klimaschutzaktivitäten stehen. Fokusberatungen nehmen ein spezielles Handlungsfeld in den Blick und sind für Einrichtungen gedacht, die schon Erfahrungen im Klimaschutz gesammelt haben.
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Bisher wurden in 111 Kommunen 118 solcher Beratungen gefördert. In zwei der Städte und Gemeinden im Land wurden sowohl die Kommune als auch andere Antragsberechtigte beraten. Zudem nutzten weitere 87 Städte und Gemeinden die Fördermöglichkeit. In 21 Städten und Gemeinden kam die Beratung nicht-kommunalen Antragsberechtigten zugute. Als einziger Kreis nutze der Schwarzwald-Baar-Kreis die Förderung.
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Bei Betrachtung der kommunalen Größenklassen zeigt sich, dass diese Beratungen unter mittelgroßen Städten und Gemeinden am beliebtesten sind. Ab einer Einwohnendenzahl von 50.000 wurde das Angebot nicht genutzt. Auch unter den kleinen Gemeinden unter 5.000 Einwohnenden nehmen nur wenige die Förderung in Anspruch.
Treibhausgasbilanzen
Ziel einer kommunalen Treibhausgasbilanz ist es, den Energieverbrauch und die Treibhausgasemissionen in einer Kommune darzustellen. Dabei wird aufgezeigt, welche Verbrauchssektoren und welche Energieträger die größten Anteile haben. Darauf aufbauend können Minderungspotenziale berechnet, Klimaschutzziele quantifiziert und Schwerpunkte bei der Maßnahmenplanung gesetzt werden. Wenn die Bilanz regelmäßig (alle zwei bis drei Jahre) erstellt wird, kann die Entwicklung von Energieverbrauch und Emissionen abgebildet werden. Bilanzen sind damit ein zentraler Baustein des kommunalen Klimaschutzmonitorings und helfen, die Erreichung der Klimaschutzziele zu überprüfen. Das Land stellt das Werkzeug „BICO2BW“ kostenfrei zur Verfügung. Dieses ermöglicht die Erstellung von Energie- und Treibhausgasbilanzen nach einem standardisierten Verfahren (Territorialbilanz gemäß bundesweitem BISKO-Standard). Dabei werden Endenergieverbrauch, Einsatz erneuerbarer Energien und Treibhausgasemissionen in einer Kommune analysiert und den unterschiedlichen Sektoren und Energieträgern zugeordnet. Dieses Tool wurde 2012 im Auftrag des Umweltministeriums vom ifeu entwickelt und ist seit 2013 allgemein verfügbar. Die KEA-BW führt zusammen mit dem ifeu regelmäßig Schulungen für das Tool durch. Die Datengrundlage liefern das Statistische Landes- und Bundesamt, die Landesanstalt für Umwelt (LUBW), die Bundesagentur für Arbeit sowie das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW). Die KEA-BW bereitet die Daten auf und stellt sie über ein online-Portal zur Verfügung. Die Bilanzerstellung durch Dienstleister wird im Programm Klimaschutz-Plus gefördert.
Nach Informationen der KEA-BW haben alle Kreise im Land eine Treibhausgasbilanz mit BICO2BW erstellt oder sind dabei dies zu tun. Daher wird in der Karte der Kreise dargestellt, auf welchen Anteile der Städte und Gemeinden im Kreis dies ebenfalls zutrifft. Die Stadtkreise haben somit alle eine 100 %-Quote. Mit einem Anteil von 100 % der Städte und Gemeinden, die eine BICO2BW-Bilanz erstellt haben, liegen die Landkreise Rastatt, Karlsruhe, Böblingen, Heidenheim sowie der Rems-Murr-Kreis und der Rhein-Neckar-Kreis an der Spitze. Der Enzkreis und die Landkreise Esslingen und Tübingen folgen. Bei Betrachtung der Städte und Gemeinden zeigt sich eine breite Abdeckung. So weisen 669 (2023: 619) der 1101 Städte und Gemeinden eine Bilanz auf oder erstellen diese. BICO2BW nutzen 568 (2023: 532) von diesen. Es zeigt sich eine Konzentration in einem Streifen vom Nordwesten in den Osten des Landes.
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Ein Blick auf die Größenklassen der Städte und Gemeinden zeigt, dass alle Kommunen mit mindestens 20.000 Einwohnenden über eine Bilanz verfügen oder diese erstellen. Unter den Kommunen mit weniger als 5.000 Einwohnenden sind es hingegen lediglich 43 %.
Klimaschutz-Managementsysteme
Eine strukturierte und systematische Vorgehensweise ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor bei der Umsetzung von kommunalen Klimaschutzmaßnahmen. Klimaschutz-Managementsysteme können Kommunen dabei unterstützen, den kommunalen Klimaschutz wirksam und effektiv voranzutreiben. Damit sind Qualitätsmanagementsystem gemeint, die Energie- und Klimaschutzaktivitäten einer Kommune erfassen, bewerten, steuern und regelmäßig überprüfen, sowie eine unabhängige Beratung beinhalten. Aktuell stehen in Baden-Württemberg zwei solcher Systeme zur Verfügung: die Zukunftskommune, die sich vor allem für kleine und mittlere Kommunen eignet, sowie die Klimakommune, die an die international anerkannten Standards des European Energy Award anknüpft. Beide werden über Klimaschutz-Plus gefördert.
Der European Energy Award (eea) ist als ein solches System seit mehr als 30 Jahren europaweit etabliert und in über 1.800 teilnehmenden Kommunen im Einsatz. Baden-Württemberg führte das Programm im Jahr 2006 ein. Seither wurde die Teilnahme am eea durch das Programm Klimaschutz-Plus gefördert. Im Auftrag des Landesumweltministeriums führte die KEA-BW die Landesgeschäftsstelle des eea. Das deutsche Programm in seiner bisherigen Form wurde durch den privaten Träger zum Ende 2025 bundesweit eingestellt. Bis zu dieser Einstellung haben viele Kommunen durch den eea Fortschritte im Klimaschutz erreichen können. Daher wird an dieser Stelle die Teilnahme bis zur Mitte des Jahres 2025 dargestellt.
Die Anzahl der Kommunen, die den eea genutzt haben, stieg von 2006 bis 2023 kontinuierlich an bis zu einem Spitzenwert von 184. Anschließend ging die Zahl leicht zurück auf 180 Mitte des Jahres 2025.
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Die beiden folgenden Karten zeigen die räumliche Verteilung der teilnehmenden Kommunen Mitte 2025. Von den 44 Kreisen in Baden-Württemberg waren 10 Kreise Gold-zertifiziert, 17 zertifiziert und weitere 4 teilnehmend. Von der Teilnahme zurückgetreten sind 2 Kreise, 11 haben nie teilgenommen.
Von den 1101 Städten und Gemeinden waren 18 Gold-zertifiziert, 75 zertifiziert und 60 teilnehmend. Von der Teilnahme zurückgetreten sind 20 Städte und Gemeinden. Es zeigt sich eine Konzentration im Südosten Baden-Württembergs.
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Große und mittelgroße Städte und Gemeinden waren überproportional unter den eea-Kommunen zu finden. Vor allem die Gruppe zwischen 50.000 und 100.000 Einwohnenden sticht heraus. Kommunen mit weniger als 10.000 Einwohnenden waren hingegen deutlich unterrepräsentiert.
Leitstern Energieeffizienz
Die Idee zum Projekt „Leitstern Energieeffizienz“ entstand in der Arbeitsgruppe „Energie und Klima“ des Beirats der Landesregierung für nachhaltige Entwicklung. Der Wettbewerb wendet sich an Land- und Stadtkreise in Baden-Württemberg. Er wurde vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) in enger Abstimmung mit den kommunalen Landesverbänden ausgearbeitet und wird auch von diesem betreut. Ziel des Wettbewerbs ist nicht nur die Auszeichnung der insgesamt führenden Kreise, sondern die Schaffung von Transparenz über deren Aktivitäten und die erzielten Ergebnisse sowie die Würdigung besonders vielversprechender Initiativen auf Kreisebene. Der Erfahrungsaustausch und die Verbreitung gelungener Aktionen bilden weitere Schwerpunkte. Die Wettbewerbsergebnisse werden auf der Website veröffentlicht. Auf der Projektwebsite kann auch ein ausführlicher Bericht heruntergeladen werden. Den Kreisen selbst werden jeweils ihre individuellen Ergebnisse zur Verfügung gestellt. Zudem erhält jeder Kreis eine individuelle Stärken-Schwächen-Analyse und Empfehlungen zur weiteren Verbesserung. Für eine möglichst objektive Bewertung wurde ein umfassendes Indikatorensystem entwickelt, das einerseits die Aktivitäten der Land- und Stadtkreise zur Verbesserung der Energieeffizienz (Input-Indikatoren) und andererseits messbare Erfolge (Output-Indikatoren) berücksichtigt. Die zur Bildung der Indikatoren erforderlichen Daten wurden mittels Fragebögen direkt bei den Kreisen erhoben oder amtlichen Statistiken, Förderprogrammen auf Bundes- und Landesebene sowie weiteren Quellen entnommen.
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Mit 41 Kreisen haben ca. 94 % der Kreise in Baden-Württemberg im Jahr 2024 am Wettbewerb Leitstern Energieeffizienz teilgenommen. Der Neckar-Odenwald-Kreis war in früheren Jahren dabei. Der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald und die Stadt Heilbronn sind dem Wettbewerb bisher ferngeblieben.
Die folgende Tabelle zeigt, welche Kreise in welchen Jahren beim Leitstern-Energieeffizienz teilgenommen haben. Sie zeigt, dass die Anzahl der Kreise von 2015 ab stetig zugenommen hat. Im Jahr 2024 wurde die bisherige Rekordteilnahme erreicht.
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Den ersten Platz mehrfach erreicht hat bisher nur der Landkreis Göppingen. Einmalig ist dies auch den Landkreisen Böblingen, Ravensburg, Rottweil und dem Schwarzwald-Baar-Kreis gelungen. Bester Stadtkreis wurden je einmal Stuttgart und Karlsruhe. Eine detaillierte Übersicht der Preisträger ist der folgenden Tabelle zu entnehmen.
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Weiterführende Informationen:Allgemein
Klimaschutzpersonal
Treibhausgasbilanz
Klimaschutz-Managementsysteme
Leitstern-Energieeffizienz
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