Ziel der Einführung eines kommunalen Energiemanagements (KEM) ist die Erschließung des nicht- und geringinvestiven Energieeinsparpotenzials in den kommunalen Liegenschaften. Um einen möglichst großen Teil der Potenziale zu heben, sind einige Maßnahmen zu ergreifen:
- die laufende Erfassung und Kontrolle des Energie- und Wasserverbrauchs,
- die Betriebsoptimierung der technischen Anlagen,
- die Schulung des Personals im Gebäudemanagement, idealerweise vor Ort an der Anlage,
- die Beseitigung von technischen und organisatorischen Mängeln,
- die Sensibilisierung der Nutzenden der Objekte und
- die Erstellung von Monats- und Jahresenergieberichten.
Erfahrungsgemäß wird durch KEM 10 bis 20 % des Energieverbrauchs eingespart, bei einer erfolgreichen Sensibilisierung der Nutzenden bis zu 30 %. Die Energiekosteneinsparung beträgt in der Regel etwa das Dreifache der Personalkosten für Energiemanagement. In Zeiten knapper kommunaler Haushalte lohnt sich die Einführung von KEM also besonders. Die Daten, die beim kommunalen Energiemanagement gewonnen werden, können zudem die Basis einer Sanierungsstrategie für kommunale Liegenschaften bilden.
Seit Oktober 2020 sind Kommunen in Baden-Württemberg verpflichtet, ihre Energieverbräuche zu erfassen und dem Land zu melden. Dies ist in § 18 des Klimaschutz- und Klimawandelanpassungsgesetzes Baden-Württemberg (KlimaG BW) geregelt. Diese Regelung ermöglicht einerseits eine einheitliche Informations- und Kommunikationsbasis zwischen Sachbearbeitenden und der Verwaltungsspitze, aber auch zwischen den Kommunen und Beratenden wie regionale Energieagenturen oder die KEA-BW. Gleichzeitig soll die Regelung Kommunen zur Einführung von KEM anregen.
Die erstmalige Einführung von Energiemanagement wird über das Landesförderprogramm Klimaschutz-Plus gefördert. Dazu kann auch das Werkzeug Kom.EMS classic genutzt werden, ein digitales Werkzeug für den Aufbau und die Verstetigung eines Energiemanagement-Systems für die kommunale Verwaltung. Die Landesenergieagenturen der Bundesländer Baden-Württemberg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben es gemeinsam entwickelt. Das onlinebasierte System bietet die Möglichkeit, das Energiemanagement anhand von transparenten Kriterien zu bewerten, zu optimieren und zu verstetigen. Durch die Möglichkeit der Zertifizierung und öffentlichkeitswirksamen Auszeichnung bietet Kom.EMS classic den Kommunen einen zusätzlichen Anreiz, sich erfolgsorientiert mit dem Thema Energiemanagement auseinanderzusetzen und die kommunale Vorbildrolle einzunehmen. Erfahrungen aus der Nutzung von Kom.EMS classic zeigen, dass auch manche Kommunen, die schon lange KEM praktizieren, noch Verbesserungspotenzial aufweisen. Gleichzeitig zeigt sich, dass Kommunen bei entsprechendem Engagement innerhalb eines halben Jahres ein Energiemanagement nach Basis-Level und mit signifikanten Einsparerfolgen einführen können.
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Hinweise zu Tabellen und Karten
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Sowohl die Tabellen als auch die Karten sind interaktiv. Sie können…
- in den Karten Details zu den eingefärbten Kreisen/Gemeinden anzeigen, indem Sie mit dem Mauszeiger über diese Gebiete fahren oder sie anklicken,
- in Gemeindekarten durch Doppelklick oder Anklicken der Schaltfläche „+“ (oben rechts) hineinzoomen, wodurch auch mehr Gemeindenamen eingeblendet werden,
- Gebiete mit Werten um einen bestimmten Wert herum hervorheben, indem Sie mit dem Mauszeiger über die Legende (oben links) fahren und einen Wert auswählen,
- die Tabellen durch Anklicken des Spaltennamens nach beliebigen Spalten auf- oder absteigend sortieren,
- einzelne Kreise oder Gemeinden suchen über das Suchfeld (oben links),
- durch einen Klick auf „+ Zeige … mehr/weniger“ (unter der Tabelle in der Mitte) die übrigen Zeilen ein- oder ausblenden.
Zusammenfassung Ergebnisse:
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Kom.EMS classic und weitere Aktivitäten
Ende 2025 waren 30 Städte und Gemeinden sowie 6 Landkreise zertifiziert nach Kom.EMS classic. Gleichzeitig waren 142 Städte und Gemeinden sowie 8 Landkreise im Prozess der Zertifizierung. Die Betrachtung des Verlaufs der letzten drei Jahre zeigt eine Stagnation zwischen 2023 und 2024. Im Jahr 2025 stiegt die Anzahl der Kommunen im Prozess deutlich an.
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Die Analyse der Energiemanagement-Aktivitäten von Kommunen in Baden-Württemberg beruht neben den Informationen über die Nutzung von Kom.EMS classic auch auf Förderungen aus Klimaschutz-Plus und der Kommunalrichtlinie des Bundes. Letztere förderte verschiedene Aktivitäten wie eine Zertifizierung oder die Einführung von Energiemanagementsoftware. Besonders attraktiv war die Förderung von Personalstellen für das Energiemanagement. Eine solche Förderungen gibt es derzeit nicht mehr. In Klimaschutz-Plus wird erstmalig die Einführung von Energiemanagement gefördert.
Die Daten für Kom.EMS classic bilden den Stand Ende 2025 ab, die Förderdaten den Stand Ende 2024. Fünf Kreise in Baden-Württemberg nutzen Kom.EMS classic und haben zudem weitere geförderte Aktivitäten unternommen. Dabei handelt es sich um den Main-Tauber-Kreis, die Landkreise Ludwigsburg und Konstanz, den Schwarzwald-Baar-Kreis sowie die Stadt Pforzheim. 13 Kreise nutzen ausschließlich Kom.EMS und 7 weitere haben ausschließlich andere geförderte Aktivitäten unternommen. Von weiteren 19 Kreisen ist der KEA-BW keine der genannten Aktivitäten bekannt. Insgesamt 80 Städte und Gemeinden nutzen Kom.EMS classic und haben zudem weitere geförderte Aktivitäten durchgeführt, 92 nutzen nur Kom.EMS classic und 192 haben nur andere geförderte Aktivitäten unternommen. Von 737 Kommunen ist keine der genannten Aktivitäten bekannt.
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